light and shadow captured by Katja Heinemann (@amoureuxee)
Model: Grethe (@grethe_mn), Oktober 2018
Canon EOS 6D / 50mm f1/8

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KOMMENTARE

Ich finde, Nacktheit beziehungsweise der entblößte weibliche Körper ist ein unfassbar schwieriges Motiv in der Fotografie, weil es schnell dazu neigt, zum reinen Selbstzweck zu verkommen. Und dafür gibt es in der Kunstgeschichte schon genug barbusige und mit der Kamera kokettierende Damen. Übrigens überproportional mehr als Herren. Interessant an den Aufnahmen ist tatsächlich die Perspektive einer Frau auf einen Frauenkörper. Ist sie grundsätzlich anders als diejenige eines Mannes? Oder ist der weibliche Blick auf das Weibliche selbst nach so vielen Jahrhunderten von Männern dominiertem Kunstdiskurs selbst zu einem männlichen geworden? Gibt es nur noch diese tradierten, stereotypen Frauenbilder, wie der femme fragile, die ich auf den Fotos hier zu sehen glaube? Wo ist das Subversive, das Rebellische, das diese Bildtradition unterbricht? Wo sind die Makel und die gewagten Blickwinkel auf den weiblichen Körper? Er wirkt so steril, so sehr ums Gefallen bemüht, dass es leider nur ein schöner Anblick bleibt und nichts aufwühlt. Damit man mich nicht falsch versteht, die Fotos sind grandios, wie immer, nur fehlt mir das Wagnis eines neuen Narrativs. Und ich weiß, dass du, liebe Katja, das kannst, das hast du bereits mit der Fotostrecke deines eigenen Körpers bewiesen.

Ach Julia,
ich mag dich, deine Kommentare und Ansichten so gern, sie regen mich immer wieder zum hinterfragen an. Danke dafür.
Tatsächlich komme ich gerade zu keiner gescheiteren Lösung, als das Grethe für mich ein unglaublich toller Mensch und eine gute Freundin ist, die ich bewundere und oft als perfekt ansehe. Natürlich ist sie das in keinem Fall (denn wie wir wissen, ist kein Mensch perfekt), aber heute darf sie das wohl in dieser Serie bleiben.
Liebe Grüße,
Katja

Ich schwärme ja seit Stunde Null für alles, was du tust. Zumindest die sichtbaren Ergebnisse. Und man müsste ja völlig stumpfsinnig sein, um die Arbeit an sich selbst, die hinter den Ergebnissen steckt, zu verkennen. Deswegen kommentiere ich ja so gerne. Weil ich weiß, dass in dir ein unerschöpfliches Reservoir an Potenzial steckt und die Kommentare auf fruchtbaren Boden fallen. Jetzt sehe ich auch die Fotostrecke aus einer komplett anderen Perspektive. Die Bewunderung der Frau durch die Fotografin ist auf jedem Foto so spürbar geworden. Der Schleier der Makellosigkeit ist weg. Nochmals Chapeau! Auch für die anderen Fotostrecken. Insbesondere von dem nonchalanten Herren.