Der Black Friday ruft auch dieses Jahr wieder mit Rabatten, darauf weisen uns Newsletter, Instagram und Co. schon seit mehreren Tagen penetrant hin. Ein Freitag, an dem die Welt verrückt zu werden scheint und sich die Füße in langen Warteschlangen platt tritt.
Wenn ihr mich fragt, rufen die satten Rabatte nicht nur zum überschwänglichen Konsum auf, sondern schaffen es gleichzeitig ein weiteres Mal unsere unbedachte Gier nach Besitz, in Form von Produkten natürlich, zu füttern. Kostet das elektronische Gerät oder die neue Jeans auf einmal nur noch die Hälfte, bekommen wir das Gefühl, ein richtiges Schnäppchen in der Einkaufstüte mit nach Hause zu nehmen, während wir einfach nur einen weiteren belanglosen Artikel mit uns herumtragen.

Natürlich, könnte man jetzt argumentieren, ist es sinnvoll das neue Handy, welches man sich schon seit mehreren Wochen kaufen möchte, an besagtem Freitag mit ordentlich Rabatt zu kaufen. Vielleicht macht das Sinn. Vielleicht sollten wir uns aber auch fragen, ob wir diese Art des Konsums unterstützen möchten. Macht es nicht mehr Spaß, ein Produkt zu einem fairen Preis zu kaufen und zu wissen, dass nicht nur Herstellung oder Produktion nachhaltig abgelaufen sind, sondern auch noch die Arbeiter*Innen gut bezahlt wurden? Gibt es nicht ein gutes Gefühl, Produkt, Produktion und Arbeit tatsächlich wertzuschätzen?

Stürzen wir uns am Black Friday in den Shoppingwahnsinn, drehen wir nicht nur ordentlich am Hamsterrad des Konsums mit, sondern setzen gleichzeitig ein Statement. Ein Statement, welches nach günstigeren Preisen und immer weniger Gedanken um den eigentlichen Kauf schreit.
Der schwarze Freitag ruft förmlich dazu auf, blind zu konsumieren und erst am Ende des Tages festzustellen, dass wir doch nichts sinnvolles gekauft haben. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten nachhaltiger und vor allem bewusster einzukaufen, ohne Teil des Hamsterrads zu sein und trotzdem Geld zu sparen. Hier ein paar Ideen, wie das zum Beispiel funktionieren könnte.

Black Friday Kolumne Konsum

Foto in der Collage: Becca McHaffie via Unsplash

Was brauche ich wirklich?
Impulskäufe sind das größte Problem am Black Friday, denn vor allem durch die Rabatte werden oft vermeintliche Schnäppchen gekauft. Bevor irgendein Artikel im Warenkorb landet, sollten sich genügend Gedanken über die Notwendigkeit dieses Kaufs gemacht werden. Brauche ich den Artikel wirklich? Werde ich ihn regelmäßig benutzen? Nutze ich ihn häufiger als einmal, oder kann ich ihn mir vielleicht sogar bei Freund*Innen ausleihen?

Kaufe Second Hand
Mittlerweile gibt es richtig viele gute Plattformen, auf denen man nicht nur Kleidung, sondern auch Möbel oder elektronische Geräte gebraucht kaufen kann. Das spart nicht nur Ressourcen und hilft damit der Umwelt, sondern vermeidet gleichzeitig Müll und oft sind die Preise günstiger.

Upcycling
Manchmal gehen alte Teile einfach kaputt, oder erfüllen ihren Zweck nicht mehr in vollster Funktion. Schon einmal darüber nachgedacht, sie zu einer Reparatur zu bringen oder weiterzuverkaufen? Oft kostet das Reparieren weniger als eine Neuanschaffung und ist ganz nebenbei natürlich umweltschonender.

Faire Labels wie zum Beispiel Veja boykottieren den Black Friday mittlerweile mit Statements wie „It´s Black just Friday“ und ich finde, wir sollten uns ihnen anschließen. Wozu genau braucht es eigentlich diesen Freitag und wieso sollten wir auf einmal alle wie verrückt einkaufen gehen?

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KOMMENTARE

Hey, guter Artikel zum Black Friday und generell zu Konsum. Auch sonst finde ich deine Einstellungen sehr lobenswert und bin froh dass sich die jüngere Generation auch noch mit diesen Themen beschäftigt und es immer mehr in die Öffentlichkeit gelangt.
Nur Stelle ich mir immer wieder eine Frage:
Wieso benutzt ein großteil der Menschen die so denken und handeln wie du Apple Produkte? Ich bin gelernter Informatiker und kenne die Vorteile/Nachteile beider Seiten und weiß aus technischer Sicht das Windows/Linux Maschinen aufgrund ihrer Aufrüstbarkeit Nachhaltiger sind. Ebenso sind die Preise für die selbe Hardware bei Apple immens höher, man bezahlt halt den Namen und das Lifestyle Produkt Apple.
Ist es eine Ausnahme in deinem Leben bzw. Ich beobachte genau das bei vielen jüngeren Menschen. Schimpfen auf den Konsum und das System besitzen aber Apple Technik – die mehr als jede andere Technick Marke für den „Marken Konsum“ und „Höher Preis für Optik und Lifestyle“ steht.
Ich will dich damit nicht angreifen oder kritisieren, es ist einfach was das ich aus meiner Weltsicht und Techniker Sicht nicht Verstehen kann.
Wäre nett wenn du es mir erklärst.
Liebe Grüße, Tim