Feb
24
17

Zusammenbruch

„Atmen, du musst atmen“, sagte ich mir selbst und versuchte Luft in meine Lungen zu füllen. Ich konnte nicht mehr. Aus meiner Kehle kam nur noch ein Röcheln, Tränen liefen mir über die Augen. Und obwohl ich sie nicht sehen konnte wusste ich, wie angeschwollen und rot sie in diesem Moment waren.
„Atmen, du musst atmen“, sagte er verzweifelt neben mir. Aber ich konnte ihm nicht antworten. Ich konnte ihm keinen Mut zusprechen. Mir kam kein „alles wird gut“ über die Lippen. Ich lag einfach nur still da, versuchte nach Luft zu schnappen und fühlte mich innerlich tot.

Ich habe sie oft diese Momente, in denen ich wie betäubt im Bett liege und weine. Diese innere Leere, dieses nichts-fühlen. Ich habe gelernt damit umzugehen. Still dazuliegen, niemanden an mich heranzulassen und darauf hoffen endlich einzuschlafen. Darauf hoffen, dass es mit dem Aufwachen weggeht.
Aber diesmal war es anders. Ich wusste, dass ich am nächsten Morgen nicht nur mit ein paar kleinen Schmerzen in meinem Kopf aufwachen würde und alles wieder normal ist. Ich wusste, dass ich diesmal nicht still daliegen und abwarten kann.

„Atmen, du musst atmen“, da war sie wieder seine Stimme. Ich konnte nicht mehr allein. Ich brauchte Hilfe. Es war zu viel geworden. Dieser Schmerz in meiner Brust, die rasenden Gedanken in meinem Kopf, das…
Das Spiel war aus. Zusammenbruch. Schwarze Leere. Stille.
Ich sah seinen Kopf durch eine dicke Wand aus Tränen über mir. Er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und wischte das Wasser von meinen Augen. Dann umarmte er mich fest.

„Alles wird gut.“ Diesmal kamen die Worte von seinen Lippen. Und ich wollte ihm glauben. Ich wollte mich an seine Brust lehnen bis der Schlaf über mich fällt. Ich wollte die Leere über mich kommen lassen bis alles dunkel wird.
Mein lächerliches Schnappen nach Luft war wieder in einer normale Atmung übergegangen. Ich hatte Angst. Davor, was am nächsten Morgen passieren würde. Das es mich erneut überholt und in den Abgrund reißt. Ich hatte Angst davor, dass mein Körper mich erneut im Stich lässt.

Ich versuchte zu schlafen während er mir beruhigend über den Kopf streichelte. Und für einen kleinen Moment gelang es mir etwas Mut zu fassen. Aber dann kam es wieder.
Das Spiel war aus. Zusammenbruch. Schwarze Leere. Stille.


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