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        Ich versuchte mich gestern erst daran ein neues YouTube Video zu drehen, in welchem ich euch beim Ausmisten meines Kleiderschranks mitnehmen wollte. Beim schneiden und erneuten Anschauen des Videos wurde mir jedoch für einen kurzen Moment schlecht, als ich mich in einem riesigem Berg aus Kleidung sitzen saß und auch wenn ich aussortieren wollte, immer wieder neue Ausreden fand, warum ich etwas unbedingt behalten sollte.
        Schon seit einiger Zeit versuche ich jetzt auf meinen ökologischen Fußabdruck zu achten und vor allem nur noch nachhaltige Mode zu kaufen, aber dennoch füllt sich mein Kleiderschrank immer weiter. Ich besitze vor allem unglaublich viele Jacken und Hemden, weil sich diese in Second Hand Läden so schnell und einfach mitnehmen lassen. Mein Kleiderschrank ist voll und trotzdem stehe ich wie viele Menschen am Morgen davor und frage mich, was ich heute anziehen soll.

        Dabei scheint mein Kopf einfach nur überfordert mit der Auswahl zu sein. Immerhin habe ich es geschafft ein Jahr lang aus einem 60 Liter Rucksack zu leben und immer etwas Kleidung zum Tragen gefunden, warum sonst sollte ich also auf meinen vollen Kleiderstangen nichts passendes finden? Das alltägliche Problem des „Ich habe nichts zum anziehen“, ist eigentlich nur eine Überforderung des eigenen Gehirns, welches von den 10 T-Shirts man heute anziehen soll.
        Bei mir kam vor allem immer noch die Tatsache hinzu, dass ich das Bedürfnis hatte mich immer wieder von einer neuen Seite zu zeigen. Ich wollte Abwechslung tragen und damit verband ich immer auch Abwechslung, beziehungsweise viel Kleidung in meinem Schrank. Das man auch mit etwas weniger viel kombinieren kann, kam mir nie in den Sinn.

        Als ich mich jetzt aber noch einmal in dem Haufen aus Kleidung sitzen saß, wurde mir wieder einmal bewusst, dass es nicht nur darum geht nachhaltiger einzukaufen, sondern den Konsum insgesamt etwas zu reduzieren. Denn mal ganz ehrlich, das Geld was ich in eine 10. Jacke investiere, könnte ich genauso gut viel besser nutzen.
        Ich habe also einen Plan geschmiedet für meinen Kleiderschrank, ich möchte mich testen. Das ich nicht viel zum überleben brauche habe ich im letzten Jahr herausgefunden, aber wie viel Kleidung in unseren Luxusleben nötig ist und wie kreativ mein Kopf mit weniger Auswahl umgeht, möchte ich in den nächsten Wochen herausfinden.

        Da ich bald umziehe kommt dieses persönliche Experiment wie gerufen, denn ich möchte die nächsten 3 Monate keine neue Kleidung kaufen und kann dadurch gleichzeitig Geld für den Umzug sparen. Ich habe meinen Kleiderschrank gestern aussortiert, um so wenig wie möglich mit in die neue Wohnung zu nehmen und werde versuchen nichts Neues hinzuzufügen. Ausgenommen von Kleidung die mir zugeschickt wird, oder für die ich werben soll, aber diese wähle ich ohnehin mit Bedacht und die Anzahl hält sich in Grenzen.
        Die nächsten Monate werden für mich vielleicht für den Anfang eine Herausforderung, aber sie sollen mir einfach noch einmal zeigen, dass es sich lohnt in zeitlose Klassiker zu investieren und nicht wieder dem Kaufwahnsinn zu verfallen. Denn oft verschwindet getragene Kleidung nach ein paar Jahren auf riesigen Mülldeponien (wo es niemanden mehr interessiert wie sie produziert wurde), was für unsere Umwelt sehr belastend ist.

        Ich werde euch natürlich auf meinem Weg mitnehmen und berichten, wie sich das Experiment auf mein Gemüt, meine Kombinationskreativität und meinen Geldbeutel ausgewirkt hat. Außerdem würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr auch ein kleines Experiment wagt, den Zeitraum kann man schließlich flexibel für sich selbst festlegen. Ich kann nur sagen, dass mir beim kurzen Überschlagen vom Geld was ich für Kleidung ausgebe und meinem Anblick in dem riesigen Klamottenhaufen kurz schlecht wurde ich definitiv noch weiter an mir arbeiten muss. Ich bin gespannt wie viel Kleidung ich wirklich brauche.

        PS: Wenn ihr euch im Zuge des Experiments eine Liste wünscht, wie viel ich noch in meinem Schrank hängen habe schreibt gern einen Kommentar und ich versuche einen Beitrag darüber zu schreiben.

        10 COMMENTS

        Danke für deinen Beitrag! Das Thema beschäftigt mich momentan auch sehr. Ich neige dazu viel online zu shoppen wenn ich Langeweile habe. Oft kaufe ich mir Dinge, und habe direkt danach ein schlechtes Gewissen. Ich habe schon sehr viel aussortiert und immer noch super viel Kleidung. Ich möchte auch weiter daran arbeiten und versuche mich dir etwas anzuschließen. Ich möchte fünf weitere Kleidungsstücke aussortieren und schreibe mir eine Liste mit fünf Dingen, die ich in den nächsten Monaten noch brauche/kaufen möchte. Ich hoffe sehr, dass mir das hilft! 🙂

        Danke, dass es dich gibt und somit deine tollen, hilfreichen Beiträge zu diesem Thema! Ich habe auch schon immer viel zu viele Klamotten besessen aber stand bzw stehe dennoch vor dem Schrank, weil ich nichts anzuziehen finde. Seit dem ich deine Texte dazu gelesen habe, bin ich wach gerüttelt. Sofort konnte ich paar Sachen aussortieren. Aber dennoch habe ich zu viel und ständig denke ich mir „irgendwann ziehst du das bestimmt nochmal an“. Und nein, das tue ich leider nicht. Also kann ich nochmal aussortieren. Aber wohin mit den Sachen? Zum wegwerfen zu schade und bei Kleiderkreisel zb möchte sie niemand haben. Nun interessiert mich natürlich, mit wie wenig Klamotten du auskommst und was du mit deinen aussortierten Sachen machst. Ich glaube, ich nehme nun auch an deinem Experiment teil und kaufe nun auch für bestimmte Zeit keine Klamotten mehr! Nun wird erst mal wieder aussortiert 😉 Und danke nochmal fürs wach rütteln! LG, Janin

        Oh, ja, die Situation kommt mir sehr bekannt vor… Immer dieses „Ich habe nichts anzuziehen!“ – Ehm, doch, Madame. Du hast einen 3m-Kleiderschrank, der bis oben prall gefüllt ist. Du hast sehr wohl etwas zum Anziehen. Aber, wenn man online stöbert und in der Stadt in zig Läden geht…findet man natürlich immer Dinge, welche man „so“ selbstverständlich nicht besitzt und dann „muss“ man sie ja haben. *Facepalm*
        Ich möchte auch einen ähnlichen Versuch wagen, von welchem ich dann ebenso auf meinem Blog berichten werde. Ich bin auf das Experiment gespannt.

        Grüße
        Ekuase

        Nebenbei: Ich habe dich auf Instagram gefunden und finde deine Beiträge sehr cool. 🙂

        Ich bin momentan gerade auf der Suche nach einem guten Flohmarkt bei mir in der Nähe, auf dem ich ganz viel unnötiges Zeug verkaufen will, das sich angesammelt habe. Ich bin sowieso eine sehr sparsame Person, weil ich mein Ziel: Australien vor Augen habe, aber trotzdem ist es einfach angenehmer ein wenig minimalistischer und dadurch auch geordneter zu leben! Ich fühle mich da gleich befreit und viel viel besser!

        Liebe Grüße
        Pauline <3

        http://www.mind-wanderer.com

        Liebe Katja,

        du sprichst mir da echt aus der seele, ich besitze leider auch unendlich viel mehr klamotten als ich eigentlich brauch, die hälfte davon trage ich nie trotzdem wird es leider meist mehr als weniger, eben weil ich auch immer mal hier mal da was kaufe 🤦🏻‍♀️ Da ich auch im moment total aufs shoppen verzichten möchte, bin ich echt gespannt, wie es dir dabei geht, ich wünsch dir auf jeden fall viel erfolg und einen starken willen

        liebe grüße lola

        Ich bin fasziniert von deinem Versuch und bin auch dabei.
        Ab nächsten Monat möchte ich mit dem Shopper kürzer treten und das Geld lieber sparen und für einen schönen Urlaub sparen.

        Liebe Katja,
        Ich finde deine Idee super. Ich hab erst vor kurzem damit begonnen, mich mit Nachhaltigkeit und Minimalismus zu beschäftigen. Ich sortiere oft meinen Kleiderschrank aus, aber trotzdem habe ich viel zu viele Klamotten, die mich überfordern. Ich versuche, so wenig wie möglich zu kaufen, aber manchmal hat man einfach den Drang, etwas neues zu besitzen. Ich will dann aber versuchen, bewusst zu kaufen und genau darüber nachzudenken was ich bereits hab und was ich wirklich benötige. Ich kenne auch das Problem, sich durch Klamotten ausdrücken zu wollen und immer wieder anders auszusehen. Mein Stil ist leider keineswegs einheitlich sondern eine bunte Mischung verschiedener Stilrichtungen, was das Ganze nicht gerade einfacher macht. So wirklich einen guten Weg dafür hab ich leider noch nicht gefunden…
        Mich würde eine Liste der Kleidung die du mitnimmst sehr interessieren!
        Liebe Grüße 🌹

        Liebe Katja,
        das hört sich nach einem tollen Experiment an! Ich bin selbst auch bei dieser Einsicht angelangt: ich besitze viel mehr Kleidungsstücke als ich eigentlich brauche. Jetzt versuche ich darauf zu achten nur noch etwas zu kaufen, wenn ich es wirklich brauche. Das fällt mir einfacher, als mich später von Kleidung zu trennen. Diese Trennung fällt mir persönlich sehr schwer und ich bewundere das sehr, wenn jemand das gut kann: loslassen. Über einen weiteren Artikel von dir zu dem Thema würde ich mich sehr freuen. 🙂
        Viele Grüße,
        Ina

        wow. find ich supi! mir ging es vor ein paar Tagen genauso! Immer wieder hab ich mir ausreden überlegt um es doch behalten zu können! aber ich hab mir jetzt such stop gesagt, den umso weniger klamotten an besitzt umso weniger stress hat man und die auswahl fällt nicht all zu schwer aus! wünsche dir viel Glück!! & ein Post über deine Kleidung würde mich sehr interessieren 🙂
        Liebe Grüße Marina

        Mir ging es genau gleich, als ich vor 2 Wochen meinen Kleiderschrank ausgemistet habe. Mir wurde ganz mulmig, als ich sah was ich trotz Ausmisten alles noch in meinem Kleiderschrank hängt. Davon vieles was ich noch nicht ein einziges Mal getragen habe. Da fragte ich mich auch „Wie können manche mit nur 3 Hosen leben aber ich brauche 20..?“ Dein Blogeintrag hat mich echt motiviert, auch zu versuchen für mehrere Monate keine neue Kleidung zu kaufen 🙂

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