GALLERIES
        GO BACK
        TO MENU

        Manchmal hat man diese Momente in seinem Leben, in denen man sich umschaut, zurückblickt und sich wundert, was aus einem geworden ist. Auch ich hatte vor kurzem diesen kurzen Stillstand und fragte mich ernsthaft: „Was machst du hier eigentlich gerade?“
        Ich hatte zu dieser Zeit noch meinen Onlineshop, ich versuchte regelmäßig zu bloggen und ich fotografierte nebenbei noch ein paar Shootings. Mehr Erlebnisse schien mein Alltag nicht mehr für mich bereit zu halten, kurz gesagt – ich lebte nur noch online.

        Das mag sich jetzt erst einmal ziemlich komisch anhören, schließlich traf ich mich natürlich noch mit Freunden und unternahm andere Dinge, aber in mir herrschte immer diese innere Unruhe die mich einfach nicht loslassen wollte. Ich stand früh am Morgen auf um ein paar Pakete zu packen, ich beantwortete zum Mittag ein paar Mails und schrieb bis tief in die Nacht an neuen Blogeinträgen. Ich hangelte mich von einem Shooting zum nächsten und nahm die Menschen vor meiner Linse gar nicht mehr richtig wahr. Hier ein Foto und dort noch eins, mein Auslöser klickte wie wild, aber ich war nicht mehr richtig bei der Sache.
        Und dann kam er plötzlich über mich, dieser Moment und fragte mich entschlossen: „Was machst du hier gerade?“ Eine Antwort hatte ich nicht parat, aber fest stand auf jeden Fall, dass mich die damaligen Umstände einfach nicht glücklich gemacht haben.

        Ich muss vielleicht dazusagen, dass ich immer versuche eine gewisse Distanz zwischen mir und der Onlinewelt zu bewahren. Zum Beispiel achte ich immer darauf alte Freunde die nichts mit dem Bloggen am Hut haben nicht zu vernachlässigen, oder mir auch Auszeiten nur für mich zu nehmen. Einfach damit ich nicht in diese Blase rutsche, etwas Realität neben mir habe und den Boden unter den Füßen nicht verliere. Denn das geht ziemlich schnell.
        Aber der Sog hatte mich diesmal schon fest im Griff und ich beschloss auszusteigen, bevor es für mich zu spät sein würde. Als erstes schloss ich meinen Onlineshop, denn dieser raubte mir die meisten Nerven. Das ständige Fotografieren neuer Kleidung, das Pakete packen und sogar die Rechnungen brachten mir viel Spaß, bis ich einfach nur noch überfordert war. Ich hatte den Andrang und vielleicht auch ein bisschen die Arbeit einfach überschätzt und musste einen Schlussstrich ziehen.

        Kurz darauf musste ich ein paar Shootings auf Grund meines neuen Jobs absagen. Davor hatte ich ehrlich gesagt am meisten Angst, weil ich Konfrontationen gern aus dem Weg gehe und niemanden enttäuschen wollte. Immerhin hatte ich ein Versprechen abgegeben. Doch zu meiner großen Erleichterung reagieren wirklich alle sehr verständnisvoll.
        Und danach? Legte ich für 24 Stunden das Internet auf meinem Handy lahm. Ich weiß, dieser Punkt trifft ein Klischee und immer öfter lassen sich Menschen gerade online dafür applaudieren, nur weil sie ihrer Sucht für ein paar Tage den Kampf angesagt haben. Aber darum ging es mir gar nicht. Ich wollte einfach nur ein paar Stunden in meinem echten Leben verbringen.


        Mir fällt es vor allem in letzter Zeit immer öfter an mir selbst auf, dass ich den Sinn für die Realität verliere und mich auf anderen Blogs und Tagträumen im Internet verliere. Dann möchte ich auch in diesem Schein leben, Pakete zugeschickt bekommen, tolle Reisen unternehmen, oder einen eigenen Onlineshop führen. Aber diese Sachen habe ich hier schon oft mit euch besprochen – das bin einfach nicht ich.
        Ich liebe das Wandern, die Natur und Sommerabende am Grill. Ich bin manchmal gern unter Menschen, unterhalte mich mit ihnen und bin genervt, wenn beim Essen oder einer Konversation das Handy ausgepackt wird. Ich fotografiere gern und stöbere bis zum Umfallen auf Flohmärkten. Und ich blogge gern in meiner Freizeit. Was aber nicht mein Leben bestimmen sollte.
        Nach ein paar guten Gesprächen ohne flimmernden Bildschirm bin ich also wieder ein kleines bisschen angekommen, auf dem Fußboden der Realität. Und das kann ich jedem einzelnen von euch auch nur von Herzen wünschen.

        Mit dem Schreiben eines Blogs, oder auch als Influencer kann man unglaublich schnell den Bezug zum Normalen verlieren. Wie soll man nicht verrückt werden, wenn als Werbebotschafter in einem riesigen Konsumhaufen sitzt und nur noch Freunde hat denen es ähnlich ergeht? Wie soll man das, wenn man auf eben diesen Konsum angewiesen ist, weil man sein Geld damit verdient?
        Ich auf jeden Fall habe aus dieser Sache wieder einmal gelernt, dass ich nicht hauptberuflich an einem Blog arbeiten möchte. Weil ich gerade beobachte, wie sich Menschen für eine Kooperation verbiegen, oder nur über ein Produkt schreiben, weil sie das Geld zum überleben brauchen. Das hier ist mein Hobby, hier steckt mein Herz drin und hier möchte ich machen, worauf ich gerade Lust habe.

        Also, was mache ich hier eigentlich gerade?
        Ich bin wieder glücklich mit meinem gespaltenem Herz, zwischen On- und Offlinewelt.



        Outfitdetails

        Schuhe: Dr. Martens // Hemd: Second Hand // Pullover: Mango (alt) // Kopftuch: Second Hand






        18 COMMENTS

        Was ich mich schon länger frage beim Durchstöbern deines wunderbaren Blogs: Benutzt du ein Stativ, wenn du Fotos von dir selbst machst oder hast du immer eine zweite Person mit dabei ? 🙂

        Also das ist ganz unterschiedlich. Manchmal gehe ich mit meinem Stativ los und manchmal habe ich Freunde oder Familie mit dabei 🙂

        Ein Post, den ich gerade nur beim herumstöbern entdeckt habe und der aber perfekt zu meiner Situation heute passt… Ich bin gerade aus dem Urlaub zurück, somit gibt es viel für den Blog zu tun, aber ich kann mich einfach nicht motivieren, habe keinen Spaß dabei und will es nur hinter mich bringen weil ich es „muss“ (für mich selbst natürlich). Aber das ist nicht das, was ich eigentlich mit meinem Blog will. Ich will damit meine Zeit sinnvoll und mit Liebe in etwas stecken was mir Spaß macht und wo ich meine Kreativität ausleben kann. Ich will mich nicht zwingen. Und auch wenn deine Gedanken ein wenig aus einer anderen Richtung kommen, stehen wir trotzdem letztendlich am selben Punkt, wenn wir merken, dass es nicht das ist was wir täglich machen wollen um uns nicht verbiegen zu müssen bzw. zwingen zu müssen. Und das bemerke ich schon nach nur ein paar Tagen Zeit die ich „nur“ mit meinem Blog verbringen könnte. wenn ich es wollen würde. Deswegen freue ich mich jetzt auf die nächsten Tage ohne Gedanken daran, die ich im offline Leben leben werde.
        P.S. witzig wie viele Leute einfach nur Toller Beitrag & #habenwollen kommentieren 😀 Meinen sie nicht, dass es auffällt, dass sie keine Zeile gelesen haben…echt schade.

        Liebe Grüße
        Pauline <3

        http://www.mind-wanderer.com

        Haha, man merkt das du aus dem Urlaub zurück bist, ich habe deine Kommentare schon vermisst. Du bist eine der wenigen die regelmäßig kommentieren und das finde ich richtig gut.
        Ich glaube es ist einfach dieser innere Druck den man sich macht, wenn man einmal mit dem Bloggen anfängt, weil man eine gewisse Regelmäßigkeit einhalten will. Für die Leser und vor allem auch für sich selbst. Und das ist eine verdammte Zwickmühle.

        Und zu deinem PS: Das fällt mir auch immer wieder auf. Ich mache die Gewinnspiele auch oft, damit die Leute überhaupt auf meinen Blog aufmerksam werden, denn die meistern folgen leider nur blind einem Instagramaccount und ihnen fällt die Person dahinter gar nicht auf. Dafür gibt es aber auch immer richtig schöne Kommentare von sonst stillen Mitlesern, oder Menschen die den Blog entdecken und das macht mir umso mehr Freude 🙂

        Wow, ich bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen und ganz verliebt in deinen wunderbaren Schreibstil und die tollen Bilder! Danke für die Inspiration 🙂 Mit mir hast du auf jeden Fall einen neuen Fan und eine neue Leserin! 🙂

        Alles Liebe,
        Anna
        #habenwollen

        Hey ☺️
        Ich bin eigentlich gerade erst so richtig auf deinen Blog gestoßen (bzw habe diesen ersten Artikel gelesen ☝🏼) und bin jetzt schon begeistert, denn du sprichst mir mit diesen Zeilen teilweise echt aus der Seele. Werde hier auf jeden Fall noch öfters vorbeischauen ☺️
        Liebe Grüße! #habenwollen

        Richtig toller Beitrag! & #habenwollen für meine Freundin

        Liebe Katja,
        die wenigsten reflektieren ihre Handlungen so kritisch und versuchen es besser zu machen, seltsamerweise gerade in einer Welt, die auf Überoptimierung ausgerichtet scheint. Weiter so! Behalte deinen klaren Blick, rosarote Brillen gibt’s schon genug 🙂
        P.S.: #habenwollen

        Ich liebe deinen Styleao sehr😻 #habenwollen

        Ohhhhh wie sehr ich mich in deine Bilder und deinen Stil verliebt habe! Weiter so ich bin begeistert! #habenwollen

        Ich folge dir noch gar nicht so lange und bin sonst auch eher eine ’stille‘ Followerin, aber ich muss das jetzt mal loswerden. Ich liebe deine Art dich auszudrücken und wie ehrlich und offen du über Gefühle schreibst. Und deine Bilder sind auch wirklich so schön!
        Ganz liebe Grüße!
        p.s. #habenwollen :b

        Hey, ich mag deinen Blog sehr. Vorallem deine Bilder sind immer sehr schön. Ich könnte ewig durch deinen Blog stöbern. Mach weiter so!🌸
        LG Lea
        #habenwollen

        Liebe katja,
        Ich habe dich erst vor kurzem auf instagram entdeckt und muss sagen, dass ich schon jetzt einfach nur begeistert von dir und deiner art bin! Du bist eine so ehrliche und echte person und das auf einer so unehrlichen plattform! Das gibt es leider nicht oft und damit schenkst du leuten wie mir wahnsinnig viel liebe und glück und auch einen teil deiner stärke, weil du eben auch alles so ehrlich teilst! Danke dafür! Und an dem gewinnspiel nehme ich natürlich auch gerne teil! #habenwollen und eine dicke umarmung an dich!

        Toller Beitrag und #habenwollen

        Hey Katja,
        Ich erkenne mich da (leider) 100%ig wieder. Mir fällt immer wieder auf, dass ich viel zu viel im Internet bin und so. Vor Allem jetzt im Urlaub bin ich so viel an meinem Blog und bei anderen Blogs und am Handy und auf Insta und WhatsApp und weiß ich nicht alles. Dabei sollte man doch gerade im Urlaub nicht so viel online sein oder? Aber wenn die anderen (in meinem Fall meine Eltern und Schwester) dann zum Beispiel in der Mittagspause schlafen und ich selbst nicht will, dann setze ich mich ganz schnell an meinem Laptop und stöbere auf anderen Blogs und schreibe selber Blogposts oder sammele Ideen für Blogposts oder bin auf Instagram etc.
        Dabei fällt mir auch immer wieder auf, dass ich die Offline-Welt evtl vernachlässige.
        Das soll sich ändern. Ich werde jetzt das Handy auch mal öfter aus der Hand legen.
        Danke, dass du mich wachgerüttelt hast!
        #NICHThabenwollen 😉

        #habenwollen. Nun komme ich auch mal dazu zu kommentieren. Sonst denk ich mir immer, dass ich mir das auch sparen kann, weil andere es ja auch schon zu Wort bringen. Dein Blog ist toll. Ich erkenne mich so oft in deinen Einträgen wieder. Ich fühle mich so verstanden. Das ist toll. Danke! Mach weiter so! Btw die handy Hülle ist traumhaft!!!!

        Liebe Katja,
        ich finde es so bewundernswert, dass du immer die richtigen Worte triffst! Du sprichst das aus, was mich täglich beschäftigt. Besonders durch meine Reise habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die Offline-Welt nicht zu vernachlässigen. (Ganz zum Leidwesen meiner Mama während meiner Zeit in Neuseeland. Ich beschloss einfach, das Internet für eine Woche nicht zu nutzen, hatte ihr aber nichts gesagt. Zum einen, weil ich es einfach vergessen habe und zum anderen, weil ich einfach im Jetzt leben wollte, den Anfang meiner Reise genießen wollte.)
        Deine Fotos sind echt toll, ich mag deinen Stil total gern. 🙂
        Hab einen tollen Start in die Woche!
        liebste Grüße,
        Pia
        PS: #habenwollen 🙂

        Liebe Katja, ich liebe es wie ehrlich du deine Gefühle über deine Lebenssituation mit uns teilst, es kostet eine Menge Mut sich selbst einzugestehen dass man mit einem bestimmten Job oder so nicht glücklich wird, vielen Dank dass du uns ermutigst unser Leben kritisch zu hinterfragen und achtsam zu bleiben.

        #habenwollen

        Leave a Comment

        Your email address will not be published. Required fields marked *