Jan
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18

Was es bedeutet glücklich zu sein.

Ich würde lügen, wenn ich diesen Text mit den Worten beginne, dass mich das Glück schon eine Weile verfolgt, denn obwohl ich oft darüber nachdenke, bin ich doch eher von dem Gegenteil des Gefühls eingenommen. Die Glückseligkeit ist es, welche ich noch nicht gefunden habe und so oft suche, dass ich selbst mit dem Zählen der unzähligen Versuche aufgehört habe. Wäre ich glücklich, wäre mir das alles nicht passiert.
Dann hätte ich auch wieder diese lodernde Flamme in mir die ich oft voller Neid bei anderen Menschen beobachte, wenn sie neben mir in der Bahn sitzen und ihre Mundwinkel grundlos ein Stück nach oben ziehen, wenn sie sich unterhalten und ihre Augen dabei dieses Leuchten tragen, wenn sie sich gegenseitig lachend auf die Schultern klopfen und über ihr eigenes Glück freuen. Dann wäre ich auch ein Teil von ihnen und müsste nicht von außen zusehen, während mich meine innere Dunkelheit Stück für Stück weiter auffrisst.

Man könnte meinen ich bin gerade ein bisschen depressiv, zumindest entsteht für mich dieser Eindruck nachdem ich Texte lese die aus meiner Feder kommen sollen und die tiefen Augenringe im Spiegel betrachte, aber diese Genugtuung, diesen Stempel möchte ich mir selbst nicht aufdrücken, deshalb schreibe ich lieber über das Glück, vielleicht bekommt es Mitleid mit mir und nimmt sich mit auf in seinen Kreis aus engen Vertrauten.
Nun, was würde das aber bedeuten, was bedeutet es glücklich zu sein, sind die Fragen mit denen ich euch herangelockt habe, aber ich muss euch enttäuschen, eine Antwort die ihr euch abschreiben könntet habe ich auch nicht parat. Was für eine Überraschung, schließlich hast du dieses Hochgefühl noch nicht selbst erlebt, denkt ihr euch vielleicht jetzt gerade, aber lasst mich meine Gedanken trotzdem mit euch teilen.

Jeder Mensch findet anscheinend seinen eigenen Weg zu diesem Zustand den wir die Glückseligkeit nennen, so weit waren meine Gedanken auch schon vor ein paar Jahren. Manche finden es vielleicht im Geld, im Erfolg, in der Macht, manche geben sich wie ich etwas genügsamer hin und wären damit glücklich einfach diese innere Zufriedenheit zu spüren. Dieses Gefühl, welches aufkommt wenn man am Abend etwas angetrunken von seinen Freunden nach Hause fährt und sich dankbar schätzt sie zu haben, wenn man sich als Teil eines guten Gesprächs fühlt, wenn man etwas aus eigener Hand erreicht hat, wenn man lacht, im Leben ankommt, das Gefühl verspürt nicht noch weiter nach seinem Sinn suchen zu müssen, was weiß ich schon.
Ich glaube, dass es etwas zu tun haben muss mit dieser ständigen Suche die ich gerade führe und die mich nicht weiterbringt. Etwas fehlt in meinem Herzen und ich muss es suchen, bis ich angekommen bin und mich endlich zur Ruhe begeben kann, um mich zurückzulehnen und glücklich auf meinen Weg zu schauen, vielleicht auch auf andere traurige Kreaturen, um mir zu denken: „Sie finden es auch irgendwann.“

Das Glück ist etwas, was meinem Leben den Sinn geben soll, damit ich einen Antrieb finde um am Morgen aus dem Bett zu steigen und in einen guten Tag zu starten, voller Vorfreude auf alles was passieren könnte und ganz ohne die Gedanken die mich zur Zeit tagtäglich quälen, nämlich die nach dem `warum`. Warum mache ich das hier alles? Warum füllt es mich nicht aus, warum habe ich den Teil noch nicht gefunden der mir fehlt, warum drehe ich mich im Kreis, warum geht es mir schlecht, warum kann ich nicht glücklich sein?

Outfitdetails
Schuhe: Dr. Martens // hier aus Leder (!)
Hose: Armedangels // nachhaltig hier
Pullover: Second Hand // nachhaltig hier

Location: Radebeul
Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: 24-105mm
Bildbearbeitung Tutorial (hier)
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10 COMMENTS
Annika

Hallo liebe Amoureuxee!
Ich kann dieses Gefühl sehr gut nachvollziehen irgendwie nicht angekommen zu sein und sich so rastlos zu fühlen. Ich glaube der Schlüssel zum Glück ist nicht eine Beziehung, eine Freundschaft, ein Job oder sonst was, der Schlüssel zum Glück ist man selbst. Man darf nicht auf äußere Einflüsse warten, die das Glück herbeizaubern, sondern mit sich selbst anfangen. Ich bin selbst ein Mensch der sehr viel nachdenkt aber ich glaube genau darin liegt das Problem. Denn Glück ist ein Gefühl, etwas irrationales. Ich glaube man erreicht es, indem man versucht die ständigen Gedanken und Fragen in seinem Kopf einfach einmal abzuschalten und im Hier und Jetzt den Monent zu genießt, kleine Dinge funder die einen glücklich machen. Ich glaube das Gefühl angekommen zu sein entsteht dann irgendwann ganz von allein.

Alina

Das hast du unendlich schön beschrieben Annika! Ich bin absolut deiner Meinung.
Und liebste amourexee! Ich fühle absolut mit dir. Ich habe oft auch diese Tage wie du sie beschreibst. Fühle mich alleine, unglücklich, und frage mich wie ich da raus komme. Aber ich versuche dann wie Annika das Glück nicht außerhalb von mir zu finden sondern in mir selbst. Du brauchst nichts und niemanden als nur dich um glücklich und vollkommen zu sein!

Lilly

Für mich ist die Sicht Weise eine andere .
In jeden deiner Beispiele ist dein Glück an andere gebunden oder an einen Zustand. Dann ist es aber immer shwankend, weil sich Situationen verändern. Wenn du aber an dir selbst arbeitest und mit dir zufrieden bist, ruhe bewahrst, im Moment bist, dann kann das Glück zu dir kommen. Ich lese grade viel über mindfulness und finde es sehr interessant, es verändert Alltags Situationen. 🙂 lg Lilly

Hannah

Hey Katja, ich glaube ich weiß, wie du das meinst und ich glaube auch dieses Gefühl in mir spüren zu können. Trotzdem glaube ich, dass wir bzw jeder Mensch sich erstmal damit glücklich schätzen kann, dass es uns so „gut“ geht, wie es ist. Also dass wir glücklich sein sollen, einfach weil wir zum Beispiel gesund sind, was meiner Meinung nach schon ein Grund ist jeden Morgen aufzustehen. Denn viele Menschen können das nicht sagen, weil sie krank sind. Ist jetzt wahrscheinlich von einer anderen Seite betrachtet als du es beschrieben hast, weil ich glaube du sprichst von einer anderen Art des Glücks, die die manche schon gefunden haben und die wo du (ich glaube ich auch) noch nach suchst.
Aber vielleicht kannst du es ja auch mal von der anderen Seite betrachten.
Liebe Grüße, Hannah☺

Laura

Liebe Katja,
ich bin schon seit einiger Zeit stille Leserin des Blogs und noch länger große Bewunderin deiner Fotos. Darin bist du ein kleines Vorbild für mich. Was die Sache mit dem Glück angeht, kann ich dir vielleicht einen Tipp geben: da, wo du bist, war ich vor ca. 2 Jahren auch. Und ich wage zu behaupten, dass ist kein Einzelschicksal – im Gegenteil – ich kenne kaum jemanden Anfang 20, der nicht wenigstens ab und an so fühlen würde. Wir stellen jetzt die Weichen für unser späteres Leben, oder zumindest reden und das alle ein, wir wollen nichts falsch machen und vergessen unsere eigenen tiefen Wünsche über diesen Zwang.
Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand immer glücklich ist. Zwei Dinge gibt es aber, die mir geholfen haben:
1. Nimm dir Zeit für dich. Wirklich für dich. Ohne, dass eine Musik oder Serie den Hintergrund bereits beschallt, ohne gleich weiter zu müssen, und fühl mal, was du gerade möchtest. Schreib es auf, oder tue es gleich. Hör mal richtig rein in dich und gib dir dabei auch Zeit. Denn zumindest ich habe dabei nicht gleich was gehört.
2. Freu dich für das Glück anderer. Ich will dir keinen Egoismus vorwerfen, doch im Test klang es ein wenig so als würde das Glück anderer Menschen dir stets nur das Fehlen des eigenen Glückes aufzeigen. Dreh doch den Spieß mal um! Überleg dir, warum dieser Mensch in der Bahn lächelt – vielleicht hat er gerade die Frau/Mann fürs Leben kennengelernt, seinen Traumjob bekommen oder einfach nur die ersten Sonnenstrahlen des Jahres auf der Nase spüren dürfen. Und ist das nicht etwas, was auch dein Herz etwas leichter macht? 🙂
Mit herzlichen Grüßen aus Potsdam (und der Hoffnung, dass du diese Worte nicht als Maßregelung sondern als kleine Anregung empfindest),
Laura
…und wenn du mehr von diesem und anderem Palaver hören möchtest, bist du herzlich eingeladen einmal auf http://www.phoenixfedern.wordpress.com vorbeizuschauen.
Stress dich nicht und sei sanft zu dir! 🙂

Pauline

Hey Katja,
ich hatte dir ja schon auf Insta geschrieben, aber nachdem ich jetzt den kompletten Text gelesen habe, möchte ich noch etwas hinzu fügen.
Ich kann es verstehen, dass du „auf der Suche bist“ nach etwas was du glaubst, dass es dir fehlt und dass du dann glücklich sein kannst. Aber ich denke (bzw. habe bei mir selbst festgestellt) dass es nicht darum geht vollkommen glücklich und zufrieden zu sein. Ich habe nicht alles, ich bin noch nicht an meinem Sinn angekommen, es gibt noch so viel vor mir was ich erleben/sehen/fühlen möchte und was mich glücklich machen würde/wird. Aber ich warte nicht darauf nur um dann glücklich zu sein, sondern ich bin es jetzt schon – oder versuche es zumindest weitgehend. Es gibt so so viele Kleinigkeiten, die einen glücklich machen und an denen man sich festhalten muss. Ich habe mich bewusst dazu entschieden JETZT glücklich zu sein, weil die Sonne schein, weil eine Tasse Tee vor mir steht der gut schmeckt und von dem ich zwischen dem Schreiben einen Schluck nehme, weil ich unten in der Küche höre wie meine Mama leckere Kürbissuppe zubereitet auf die ich mich freue, weil meine Katze neben mir liegt und schläft… es gibt so viele kleine Sachen an denen man sich festhalten muss und als ich das festgestellt habe, musste ich mich auch zunächst „dazu zwingen“ glücklich zu sein. Mir bewusst machen was alles schön ist und auch jetzt lächle ich bewusst und wirklich, wenn ich an etwas schönes denke – probier das mal – das macht das Gefühl noch viel stärker und fühlt sich so so gut an.
Ich glaube Glück kann man nicht finden, es kommt nicht nur weil etwas in seinem Leben besser ist – das vergesse ich auch oft wenn ich daran denke, dass ich bald nicht mehr zur Schule gehe und dann machen kann was ich will, ich denke dann ist alles besser und einfacher und freier und schöner, ich kann reisen und arbeiten, aber das ist es nicht – ich bin auch jetzt glücklich (oder versuche es)
Mein Papa sagt immer: „Glück und Leid beginnt im Kopf“ und dieses Sprichwort ist so so so wahr. Rede dir ein, dass du glücklich und froh bist und führe es dir richtig vor Augen warum (es können auch banale Kleinigkeiten sein, aber dir wird dann viel bewusster wie schön maches ist und wie selbstverständlich wir es nehmen) und rede dir nicht ein, dass du unglücklich bist, alles gerade nicht läuft und es erst in Zukunft besser wird – sonst fängt dein Kopf und dein Körper an es zu glauben.

Ich hoffe ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken und ich hoffe wirklich, dass du es mal probierst und siehst wie es funktioniert! Das wünsche ich dir von ganzem Herzen…

Liebe Grüße
Pauline <3

http://www.mind-wanderer.com

Sophie

Hallo amoureuxee,
Erstmal hast du meinen Respekt dafür, dass du deine Gedanken mit anderen teilst und so ehrlich mit so einem Thema umgehst. Ich kann mich gut mit dem was du geschrieben identifizieren. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass es so etwas wie richtige Innere Glückseligkeit gibt. Zumindest nicht in unserem Alter. Ich persönlich kenne nur temporäres Glück, was ich in der Liebe oder auf Reisen empfinde. Das Letztere kann man jedoch auch als eine einfache Flucht vor seinen Problemen sehen und ich glaube es ist viel bewundernswerter im Alltag bzw. in dem Umfeld in dem man lebt glücklich zu sein. Das habe ich bisher noch nicht geschafft. Ich glaube dafür muss man sein Umfeld erstmal so umgestalten, dass es überhaupt möglich ist dieses andauernde Glücksgefühl zu finden. Und die Antwort auf diese ‚Warum’ Fragen muss meiner Meinung nach jeder für sich selbst finden und. Selbst wenn die Erkenntnis vielleicht manchmal nur ganz simpel ist und zwar dass man einfach keine Antworten hat sondern diese erst noch im Laufe des Lebens finden wird und man dieses Bedürfnis für sich mit guten Gewissen erstmal zurückstellen kann. Das hört sich jetzt vielleicht komplizierter an als es ist aber mir hilft es sehr sich mit den Ursprüngen dieses Unglücklichsein in Form einer Therapie auseinanderzusetzen, da man so, einen komplett anderen Blickwinkel auf Dinge bekommt und die Chance hat sich selbst besser zu verstehen, da sich viele Gefühle auf ganz einfache Dinge zurückführen lassen, auf die man alleine trotzdem nie gekommen wäre. Das macht diese Gefühle nicht unbedingt besser oder weg aber ich habe dort viel über mich gelernt, was mir im Leben aufjedenfall weiterhelfen wird. Das soll jetzt keineswegs Werbung für Psychotherapien sein. Das ist einfach nur mein Weg, so viele Erkenntnisse wie möglich zu sammeln, die mir helfen irgendwann mal mein Glück zu finden. Ich bin da optimistisch und gebe Annika da auch auf jeden Fall Recht, das alles bei sich selbst, der eigenen Einstellung anfängt. Nur mit dem Unterschied, dass man diese Gedanken durch denken irgendwann entkräftet. Sprich sich genau mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen. Lange Rede kurzer Sinn letztendlich macht das sowieso jeder auf seine eigene Art und Weise aber vielleicht hilft das ja mal andere Ansichten zu hören.

Johanna

Hey du 🙂
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass die zwanghafte Suche nach Glück einen noch unglücklicher macht. Ich war immer so Neidisch auf die anderen, denn es sah für mich immer so aus wie wenn sie ein perfektes Leben haben und glücklich sind. Aber das Glück finde ich nicht in anderen. Das Glück finde ich bei mir, jetzt! Genau in diesem Moment wenn ich aufhöre nachzudenken was nicht alles besser sein sollte. Auch wenn das ein Weg ist den ich jeden Tag von neuem Einschlagen und ein Stück gehen muss. Es zahlt sich aus, weil es sich gut anfühlt.
Ich wünsch Dir ganz viel Erfolg dabei, endlich bei dir anzukommen! 🙂

Annalinda

Hey 🙂 Ich weiß so genau, was du meinst! Mir geht es momentan auch so – also, was heißt momentan, eigentlich schon seit vielen Monaten. Ich habe letztes Jahr die Schule beendet und bin jetzt im Ausland. Ich dachte immer, ich finde den Sinn hier, beim Reisen und erwachsen werden, aber das war wohl nichts. Ich frage mich, ob ich den Sinn jemals finden werde… Jedenfalls ist es so gut und beruhigend, zu lesen, dass ich nicht das einzige Geschöpf auf Erden bin, dem es so geht. Manchmal denke ich, es ist so unfair, dass es Menschen gibt, die scheinbar einfach glücklich sind, und dass es Menschen wie mich (und wahrscheinlich auch dich) gibt, die alles über-denken. Danke für diesen wundervoll ehrlichen Text! Liebe Grüße von Anna

Julia

Ach Leute, Leute, wenn ich mir das alles so durchlese, da bekommt dieses, eh viel zu inflationär herumgereichtes Wort schon fast einen bedrohlichen Antlitz. Als wäre das Glück eine Art Prothese und wenn man sie nicht hat, dann tritt man auf der Stelle, kommt nicht weiter. Oder humpelt bestenfalls den vermeintlich Glücklichen, wie ein angeschossenes Huhn hinterher. Das ist doch purer Masochismus! Wir alle, die hier schreiben, haben doch das beschissenste Los überhaupt gezogen. In einer so privilegierten Lage zu sein, uns erlauben zu können, die Frage nach dem Sinn (des Lebens?) zu stellen. Ich, für meinen bescheidenen Teil, dilettiere mich so durchschnittlich durch den Alltag, mal besser mal schlechter und habe diese Suche ad acta gelegt. Denn, wenn ich etwas finden würde, hieße es ja, ich wäre abgeschlossen, fertig verpackt und abgestempelt, also quasi für die Bahre bereit. Das will doch keiner, fertig sein. Außerdem ist dieser verzweifelte, halbgare Zustand die Quelle aller Kreativität schlechthin.

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