Nov
23
17

Sie überkommt mich immer wieder, diese Wanderlust, dieses Gefühl nach draußen gehen zu müssen, dieser Moment in dem man einfach für einen Tag aus dem Alltagstrott ausbrechen will. Die Abstände dieser Phasen werden immer kürzer und ich merke, dass es Zeit wird in die Ferne zu reisen, aber dieses Mal musste ich mich mit einem bepacktem Rucksack voller Schokolade und warmer Kleidung und der Sächsischen Schweiz zufrieden geben.
Wobei ich nicht einmal zufrieden geben schreiben möchte, denn selbst dieser kleine Ort, eine halbe Stunde Zugfahrt von meiner alten Heimat entfernt, überrascht mich immer wieder auf ein Neues. In die Bastei sollte es diesmal gehen, wer schon einmal die Aussichtsplattform besucht hat, wird an dieser Stelle wissend mit dem Kopf nicken, wenn ich genervt über Touristenmassen und Selfiesticks schreibe.

Ich habe noch nie verstanden, warum man mit dem Auto an eine wunderschöne Aussicht fährt, sich neben andere Touristen quetscht, um dann durch ihre Hinterköpfe ein Foto zu schießen und dann später am Imbiss nebenan einen kleinen Snack zu essen, bis es wieder nach Hause geht. Diese überlaufenen Orte waren noch nie richtig mein Ding, die Bastei wollte ich aber trotz aller Warnungen mit eigenen Augen sehen. Wegen den Bergen, nicht wegen der Touristen.
Was soll ich sagen, auf dem Hin- und dem Rückweg übertraf sich die Sächsische Schweiz wieder einmal selbst, wir waren fast allein unterwegs und genossen eine kleine Auszeit. Ich weiß nicht, ob euch schon einmal aufgefallen ist wie leise die Natur im Gegensatz zu der Stadt sein kann, wenn man für einen kurzen Moment die Luft anhält. Alles scheint stillzustehen und auf die eigene Seele zu warten, die sich in meinem Fall wieder langsam mit Leben füllt.

Am Ziel angekommen, hatte man neben vielen Hinterköpfen und Kamerabildschirmen auch die Aussicht auf die unglaubliche Bastei, ein kleiner Traum der mir schon seit einiger Zeit im Kopf herum schwebte. Damit war ich wohl nicht die Einzige und ich kann jedem empfehlen zum Sonnenaufgang, oder den letzten Sonnenstrahlen am Tag hinaufzusteigen, denn neben dem schöneren Licht scheint man zu dieser Zeit auch eine freie Sicht zu haben.
Ich habe den Anspruch an mich selbst, jeden Tag etwas Neues dazuzulernen und an diesem Tag war es definitiv wieder eine großartige Lektion über mich selbst. Jeder Ort kann schön sein, solange man ihn in seiner vollen Schönheit sehen kann. Überfüllte Aussichtsplattformen gehören bei mir nicht mit auf die Liste, aber die herbstlich gefärbten Bäume und die klare Luft haben mich das alles wieder vergessen und einen wunderschönen Tag erleben lassen.

Location: Sächsische Schweiz
Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: 24-105mm
Bildbearbeitung Tutorial (hier)

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4 COMMENTS

Sehr schöner Beitrag! Ich habe auch immer weniger Lust auf überfüllte „Must-See‘s“
Liebe Grüße,
Arunika von quarterlife.blog

Traumhafte Bilder die mich kurz in eine andere Welt abtauchen lassen, in Kombination mit deinen so schönen und leichten Worten ein angenehmer Wind in meinen Ohren, als wäre ich selbst dort. Danke 🙂

Pia

Die Sächsische Schweiz steht auch noch auf meiner Liste! Ich habe es bis jetzt leider noch nie geschafft, mir die wundervolle Natur dort anzusehen. Dank deiner Bilder entführst du mich direkt an den Ort. Am liebsten würde ich direkt meinen Rucksack packen und loslaufen.
Einfach danke! <3
Alles Liebe, Pia

Das solltest du unbedingt noch einmal machen und viel Spaß dabei 🙂

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