Wenn es eine Aussage gibt, welche ich immer wieder gelesen, aber nie wirklich verstanden habe, dann wäre das der Satz über die Einsamkeit und das Alleinsein. Anna erkannte den Unterschied schon vor einigen Jahren und als ich gerade diesen alten Beitrag las, musste ich kurz darüber schmunzeln, wie gut wir inzwischen befreundet sind. Keiner von uns beiden hätte wohl damals, als Anna ganz naiv zu mir nach Dresden gefahren ist, dass wir 2 Jahre später einen Podcast zusammen aufnehmen würden. Aber das ist eine andere Geschichte die wohl an dieser Stelle etwas unpassend wirkt.
Anna fand also schon damals die passenden Worte für den Unterschied zwischen des Alleinseins und der Einsamkeit, ein Thema welches sich unweigerlich und immer bedrängender in meine Gedanken geschlichen hat.

Ich fühle mich oft allein und ziemlich schnell einsam, in kleinen Situationen bei denen ich allein in der Küche zu Abend esse, oder in großen Situationen in denen ich wieder einmal zwischen Dresden und Leipzig hin und her fahre. An Tagen, an denen ich Morgens aufstehe, die leere Betthälfte neben mir sehe und mich dann allein vor den Laptop setzte, um zu arbeiten und mich nach einem Büro und einem Menschen sehen, mit welchem ich im Büro ein paar Scherze machen kann.

Was davon beschreibt jetzt jedoch für mich die Einsamkeit und wann möchte ich einfach nur mit mir allein sein?

Ich bin gern mit mir selbst allein. Wenn ich mich diesem hüpfenden Gefühl in meiner Brust am See entlang laufe, die Kamera und das Stativ für ein paar Selbstportraits im Rucksack, oder wenn ich am Abend gemütlich dem Sommergewitter am offenen Fenster lausche und ein Buch lese. Das Alleinsein ist für mich eine Auszeit in der ich mich wohlfühlen kann und etwas Balsam über meine Seele streiche, es ist eine Zeit die ich auch wirklich benötige, um nicht ständig genervt und mit rollenden Augen über die Straße zu laufen. Denn Menschen nerven mich auf längere Dauer extrem und so sehr ich auch die Zeit mit meinen FreundInnen genieße und für einen Moment in sozialen Gruppen sitze, so sehr habe ich einfach meine Ruhe vor diesem Stress.

Wahrscheinlich scheint es kein Zufall, dass ich jetzt über ein Mittelmaß zwischen dem Alleinsein, der Einsamkeit und sozialen Kontakten schreibe, kommen doch Anna und ich so gern zu diesem Entschluss in unserem Podcast. Vielleicht ist es dennoch genau diese Erkenntnis, welche wir auf so viele Situationen in unserem Alltag übertragen können, keines der Extreme wird je die richtige Wahl für uns sein.
Vielleicht müssen wir uns von Zeit zu Zeit einsam fühlen, um den Trubel mehr schätzen zu können und vielleicht müssen wir von Zeit zu Zeit allein sein, um uns selbst zu finden. Und je mehr wir diese zwei Begriffe mit unseren negativen Gedanken überfallen, desto weniger können wir wirklich diese Zeit genießen.

Deshalb hier noch ein kurzes abgewandeltes Zitat zum Abschluss von G. Radtke, welches ich mir zu Herzen nehmen möchte:

Die Einsamkeit hat mich gelehrt, dass das Zusammenleben mit anderen etwas ziemlich schönes ist und das Zusammensein mit anderen hat mich gelehrt, dass das Alleinsein etwas ziemlich schönes ist.

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KOMMENTARE

Ich bin so gerne allein, wirklich, ich brauche das. Gerade, weil ich mit vierzehn mit meinen Eltern lebe und deshalb oft jemanden um mich habe. Geschwister, zum Beispiel, würde ich nie wollen, liebe Kleingruppen auf Veranstaltungen und un Gruppenarbeiten und arbeite sowieso am liebsten alleine. Aber, manchmal ist da trotzdem dieser Wunsch nach Gesellschaft. Kompromiss: nur wenige und gute soziale Kontakte, Freunde, mit denen ich wirklich gerne Zeit verbringe. Allem anderen ziehe ich das Alleinsein vor.
Toller Text ♥

Hallo,
Ich weiß was du meinst… ich kenne das nur zu gut von mir selber… wenn ich lange unter Leuten bin, muss ich mich immer irgentwann zurückziehen und alleine sein weil ich sonst verrückt werden würde aber wenn ich zu lange alleine bin, sehne ich mich manchmel so sehr nach Gesellschaft das es weh tut… ich glaube das sind solche phänomene die jeder kennt; )

Ich bin auch sehr gerne alleine und mag es mich mit mir selbst und meinen Gedanken zu beschäftigen. Alleine kochen, essen, spazieren gehen… aber ich bin mir trotzdem sehr sicher, dass ich mich auf meiner Solo-Reise bestimmt hin und wieder einsam fühlen werde und Heimweh haben werde. Nicht nach zu Hause, sondern nach den Menschen zu Hause und diesem Gefühl von Geborgenheit. Ich bin schon sehr gespannt, was auf mich zukommen wird und das Zitat ist sehr passend, denn es ist eben die Abwechslung zwischen den Beiden Gefühlen, die für uns am angenehmsten ist und jeder hat dort selbst Vorlieben wie viel von was er sich wünscht.

Liebe Grüße
Pauline <3

https://mind-wanderer.com/2018/08/14/13-reasons-why-i-love-summer/