Über Weihnachtsgeschenke

5. Dezember 2015

Weihnachten. Das Fest der Liebe. Schon Wochen vor dem 24. Dezember schmückt sich unser Leben in rot, gold und silber. Überall funkeln die Weihnachtssterne, Bäume leuchten bunt und „Last Christmas“ ist unser ständiger Wegbegleiter. Schon Wochen vor dem 24. Dezember, man kann fast schon sagen Monate, beginnt der Lebkuchen- und Schokoladenweihnachtsmannverkauf und wir fragen uns jedes Jahr wieder: „Was schenke ich bloß meinen Liebsten?“.
Die perfekte Antwort darauf scheint es nicht zu geben. Jedes Jahr wieder rennen wir verzweifelt durch die Menschenmassen in der Stadt und können uns nicht entscheiden. Sind hilflos. Ratlos. Verloren.
Inmitten von unzähligen Weihnachtsschnäppchen und Angeboten stehen wir zwischen anderen Menschen, die ebenfalls dem Shoppingwahn verfallen sind. Und ich stelle mir eine Frage. Wozu das Ganze?

Wozu der ganze Stress, die Quälerei, wenn am Weihnachtsabend das Geschenk geöffnet wird und man doch nicht den richtigen Geschmack getroffen hat? Oder mal ganz anders gefragt. Wozu der ganze Stress und die Quälerei zum Fest der Liebe, an welchem wir die Familie wieder sehen, uns freuen beisammen sitzen zu können? Haben wir vergessen worum es an Weihnachten überhaupt gehen soll?
Schon seit Wochen scrolle ich durch verschiedene Blogs und sehe immer wieder Wunschlisten,
Geschenkideen und Inspirationen. Alle affilinet verlinkt, das heißt der Blogger dahinter zieht seinen Profit aus unserem Kaufverhalten. Genauso wie die Firmen. Weihnachten hat aufgehört das Fest der Liebe zu sein, man sollte es in Fest des Profit oder Geldes umbenennen. Denn ich habe das Gefühl alle Menschen scheinen nur noch Gewinn aus uns herausbekommen zu wollen. Hauptsache wir kaufen unnötige Geschenke, aus dem Ärmel gezogen, worüber sich der Beschenkte nur mit einem halben Lächeln freuen kann. Aus Höflichkeit.

Damit ihr mich nicht falsch versteht, ich habe keineswegs etwas dagegen seinen Liebsten eine Freude zu machen. Ich beschenke selber gern und schau mir die Gesichter beim auspacken an. Hoffe die funkelnden Augen und die Freude zu entdecken. Aber irgendwo muss eine Grenze
gesetzt werden.
Ich glaube die Menschen haben aufgehört sich über kleine Aufmerksamkeiten zu freuen und erwarten hinter jeder Verpackung ein neues, tolles, besseres und teureres Geschenk. Ein Erwartungsbild welches sich fest in unseren Köpfen verankert hat. Spätestens am ersten
Schultag nach den Ferien wird die Prahlerei wieder losgehen. Vor allem in den jüngeren Klassen fiel mir dies in den letzten Jahren auf. Auf einmal hatte jeder ein neues Handy.

Dieses Bild passt perfekt in unsere Konsumgesellschaft. Immer nur kaufen, kaufen, kaufen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden wie sinnvoll dieser Kauf jetzt ist oder was er für Folgen birgt. Hauptsache man hat eingekauft. Einfach weil mans kann.
Ich finde das sehr traurig und weiß aber natürlich auch, dass dies nicht auf jeden zutrifft. Trotzdem sollte sich jeder einmal an die eigene Nase fassen und überlegen, wie lange er dieses Spiel noch mitspielen möchte. Wann es richtig ist auszusteigen ohne geizig zu sein und wann der Punkt erreicht ist an welchem man einfach mal lieber den Geldbeutel für etwas Schöneres und Wertvolleres spart. Ziehen wir doch lieber unseren eigenen Profit aus dem Weihnachtsgeschäft und freuen uns über das gemütliche Beisammensein. Über die kleinen Dinge.
Ich wollte hier eigentlich noch mein laufendes Gewinnspiel verlinken. Aber irgendwie ist mir der Sinn danach vergangen.

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2 Comments

  • Reply Caro Itr 5. Dezember 2015 at 21:08

    Sehr schöner Post!
    Ich kaufe sehr gerne Geschenke für meine Liebsten, schaue aber auch immer darauf ob sie es wirklich brauchen. Wenn ich mal nicht weiß was ich einer Person schenken soll bevorzuge ich selbst gemachte Sachen wie Kekse oder ähnliches. Es soll immerhin nur eine kleine Aufmerksamkeit sein, dass man diese liebt. Man sollte sich wirklich keinen Stress machen und den materiellen Wert sollte man auch mal ganz vergessen.

    Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit
    Caro
    http://perfectionofglam.blogspot.de

    • Reply Katja Heinemann 6. Dezember 2015 at 11:27

      Finde ich auch! Und über ein paar selbstgemachte Plätzchen freut man sich am Ende doch auch viel mehr, als über unnötig teure Sachen 🙂
      Liebst, Katja
      Dir auch eine schöne Weihnachtszeit und einen schönen 2. Advent!

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