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        Toleranz
        Substantiv (die) – Achtung und Duldung gegenüber anderen Auffassungen, Meinungen und Einstellungen. Synonyme: Aufgeklärtheit, Aufgeschlossenheit, Duldsamkeit, Entgegenkommen, Freizügigkeit, Großmut, Großmütigkeit, Liberalität, Menschlichkeit, Nachsicht, Offenheit, Verständnis, Vorurteilsfreiheit, Vorurteilslosigkeit, Humanität

        Akzeptanz
        Substantiv (die) – Substantivierung des Verbes akzeptieren, welches verstanden wird als annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein. Dementsprechend kann Akzeptanz definiert werden als Bereitschaft, etwas oder jemanden zu akzeptieren. Synonyme: Anerkennung, Annahme, Aufnahme, Echo, Einwilligung, Erlaubnis, Genehmigung, Resonanz, Sanktion, Zuspruch

        Wir leben in einer Welt voller geflüchteten Menschen, rebellierenden Jugendlichen, Parteien mit Revolutionsgedanken und Angst. Unsere Eltern fürchten sich davor uns Nachts auf die Straße zu lassen und das Pfefferspray wurde zum echten Verkaufsschlager. Terroranschläge, Selbstmordattentäter, Geiseln, haben wir schon den 3. Weltkrieg? In dieser Hinsicht habe ich schon lange den Überblick verloren.

        Aus der jetzigen Ausgangslage erweist es sich als schwierig über Wörter wie Akzeptanz und Toleranz zu sprechen, beziehungsweise zu schreiben. Das fängt bei schwierigen Fragen an und hört bei Kleinigkeiten auf. Muss ich die Montagsdemonstrationen in Dresden wirklich tolerieren? Akzeptiere ich meinen Lebensumstand, oder versuche ich eine geeignete Lösung zu finden? Bin ich intolerant wenn ich das Verhalten anderer Menschen verurteile, weil es mich verletzt?

        Mir fällt es selten so schwer wie jetzt die richtigen Worte zu finden, aber ich möchte es versuchen. Ich möchte euch zeigen warum diese beiden Eigenschaften sehr wichtig sind und unser Zusammenleben einzigartig machen. Auf der anderen Seite kann man es natürlich nie jedem Menschen recht machen und nicht jedes Verhalten, jede Tat tolerieren. Man muss seine eigene Grenze zwischen Toleranz und Intoleranz, zwischen Akzeptanz und Ablehnung finden. Schwieriger als gedacht.

        Ich möchte damit beginnen meine eigene Geschichte zu erzählen. Seit meiner Geburt könnte man fast schon Phasen über den Umgang meiner Mitmenschen mit mir erstellen.
        Anfangs hatte ich es nicht wirklich schwer. Meine Familie, mein Aussehen, mein Charakter – alles war mittelmäßig und nicht sonderlich auffällig. Ich ging in den Kindergarten, in die Schule, zum Sport. Niemand hasste mich und wollte mir böses. Die Gesellschaft hatte mich so akzeptiert wie ich war.

        Auf dem Gymnasium dann änderte sich etwas in mir und das bemerkten auch die Anderen. Ich suchte mir neue Vorbilder, schlüpfte in neue Kleider und räumte in meinem Leben auf. Und genau das bekam ich zu spüren. Tuscheleien und Lästereien öffentlich und hinter meinem Rücken, Kommentare über meinen Kleiderstil. Darüber habe ich euch hier schon einmal ausführlich berichtet.

        Davon unbeeinflusst machte ich weiter und zog mein Ding einfach stur durch. Die Leute um mich herum hörten auf über mich zu reden, vielleicht wurde es ihnen auch einfach zu langweilig. Sie begannen langsam meine neue Persönlichkeit, was heißt neue Persönlichkeit, meinen neuen Kleiderstil, zu tolerieren.
        Das war eine meiner größten Erfahrungen zu diesem Thema. Ich fühlte mich fast ein bisschen wie ihr Retter, denn mein Durchhaltevermögen hatte ihnen Toleranz und Akzeptanz gelernt.

        Die nächste Erfahrung sollte nicht lang auf sich warten lassen. Ich fing an meine Ohrlöcher zu dehnen und die Leute nahmen mir das richtig übel. Keiner konnte verstehen warum ich meinen Körper so „verunstalte“, jeder wusste das „sie nie wieder zuwachsen“ und Umwelt redete immer wieder auf mich ein. Vielleicht schreibe ich diesen Beitrag auch um ihnen das Thema etwas verständlicher zu machen.

        Mich hat das Verhalten vieler Menschen in meinem Umfeld enttäuscht. Wie zurückgeblieben muss eine Gesellschaft sein um die Entscheidung eines Menschen über seinen eigenen Körper nicht zu tolerieren. Immerhin war es meine freie Wahl die Ohrlöcher zu dehnen und die Aussage: „Mir gefällt das eben.“, wird nur halb bis gar nicht ernst genommen.
        Immer wieder durfte ich mir anhören wie hässlich ich jetzt aussehe und das ich später einmal keinen Job finden würde.

        Liebe Leute, schaut euch bitte einmal auf der Straße um. Ist euch schon einmal aufgefallen wie viele Menschen gedehnte Ohren haben und aus welchen Verhältnissen sie kommen? Richtig, von überall. Und sie haben alle einen Job. Und ja, es gibt wirklich Menschen denen gefällt das.

        Diese zweite Erfahrung hat Zweifel in mir hinterlassen. Warum kann mich wegen meines Aussehens eine bestimme Gruppe von Menschen nicht mehr akzeptieren? Meine inneren Werte sind die Selben geblieben und mir ist aufgefallen, dass immer wieder „die gleichen Menschen“ etwas an meinem neuen Stil auszusetzen haben.
        Oft erkennt man auch sie am Aussehen. Normale Jeans, einfaches T-Shirt, bequeme Schuhe und zurückhaltend. Der typische Biedermaier.

        Das soll wirklich nicht beleidigend sein, aber ich möchte aber nicht so sein wie sie. Ich akzeptiere ihren Stil und sie sollen meinen tolerieren. Dreht man die Sache einmal um, möchten sie bestimmt auch nicht jeden Tag von mir zu hören bekommen wie langweilig ihr neues T-Shirt ist (nur als Beispiel gedacht, damit möchte ich niemanden angreifen oder schlecht machen).  Denkt mal an den Ethikunterricht, die goldene Regel: „Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu.“ Ist doch gar nicht so schwer.

        Im Gegenteil zu dieser Kritik bekam ich nämlich auch viel Zuspruch. Ich wurde gefragt wie das Ganze funktioniert, Menschen zeigten ihr ehrliches Interesse. Manche sagten mir auch höflich, dass es nichts für sie wäre und das finde ich okay. Andere wiederum machten mir sogar Komplimente.

        Ich denke anhand meiner Geschichte lässt sich gut nachvollziehen, warum ich für mehr Toleranz und Akzeptanz in unserer Gesellschaft plädiere. Jedoch gibt es auch noch unzählige weitere Beispiele, nicht nur zwischen verschiedenen Menschengruppen, sondern auch in der Politik.

        Damit möchte ich auf keinen Fall sagen man sollte jede politische Meinung akzeptieren, vor allem nicht wenn sie rassistisch ist. Aber man sollte hinterfragen warum genau diese Menschen daran glauben und dafür kämpfen. Man sollte mit ihnen reden und den Versuch starten sie zu verstehen. Erst dann kann man sie tolerieren oder abweisen. Ich finde es jedoch falsch ohne Hintergrundwissen über einen Menschen zu urteilen und ihn zu verurteilen. Diese Oberflächlichkeiten sind bei uns viel zu oft verbreitet.

        Wir müssen nicht jedes Verhalten tolerieren, aber wir sollten uns immer fragen warum dieser Mensch auf diese Art und Weise handelt und was ihn dazu bewegt. Erst wenn wir versuchen ihn zu verstehen, können wir uns auch eine Meinung über ihn bilden. Diese muss auch nicht immer positiv sein. Aber viel schlimmer ist es Menschen nach ihrem Äußeren oder nach Handlungen abzustempeln.

        Bei uns ist es außerdem zur Gewohnheit geworden, anderen Menschen unsere Ansichten beibringen zu wollen. Haben wir einen Versuch der Annäherung gewagt und dieser war zum Scheitern verurteilt, reicht es uns nicht die Meinung anderer zu akzeptieren, nein, wir müssen sie von unserer eigenen überzeugen. Ich frage mich warum? Was wären wir ohne Meinungsvielfalt? Wie würde unsere Gesellschaft aussehen wenn jeder einer vorgegebenen Linie treu bleibt und durch diese aufhört sich selbst zu verwirklichen?

        Richtig, nichts. Also ich bitte euch, akzeptiert eure Mitmenschen, versucht sie zu verstehen und wenn sie nach einem ordentlichen Gespräch eure Meinung nicht annehmen wollen, lasst sie in Ruhe. Ihr erwartet doch genau dies auch von ihnen. Toleranz und Akzeptanz sind gerade heute sehr wichtig.
        Was sagt ihr dazu? Habt ihr schon Erfahrungen dieser Art gemacht, oder seid ihr vielleicht einer völlig anderen Ansicht? Mich würde eure Meinung interessieren. PS: Vergesst nicht das laufende Gewinnspiel.

        Was für ein toller Beitrag. Du hast so recht. Toleranz und Akzeptanz sind zwei der wichtigsten Werte in unserer Gesellschaft.
        Findet man heutzutag viel zu selten 🙂

        Liebe Grüße
        Susanne

        Wunderbarer Post, du hast sowas von Recht! Ich kenne das mit der Toleranz und Akzeptanz aus der Zeit, als ich (auch offen) begetarisch bzw. vegan gegessen habe. Jeder Fleischesser erwartet, dass man als Veganer ihre "Essweise" akzeptiert. Im Gegenzug halten sie dir dann aber ständig den Schinken vor die Nase (wortwörtlich!) und versuchen, dich wieder zum Fleischessen zu bekommen. Soviel zur Toleranz.
        Im Übrigen (bezogen auf den Post über deinen Kleidungsstil) bist du für mich sozusagen das Mädchen aus der Trainingsgruppe, ich fand dich schon faszinierend, als ich dich zum ersten Mal bei Kleiderkreisel gesehen habe. 😉
        Und noch was ganz anderes: Ich liebe deine Schuhe.

        Liebe Grüße
        Rona von DIYrona

        Liebe Katja,
        Ich teile deine Ansicht, schön, dass das wieder mal jemand gesagt hat. Ein weiteres Schlagwort, das sehr eng mit Toleranz und Akzeptanz verknüpft ist, ist die Oberflächlichkeit. Viele Menschen denken in Klischees und das ist ja auch okay, wenn man auch bereit ist diese wieder zu verwerfen. Bloss machen das die wenigsten. Schade.

        Beste Grüsse,

        Lexi
        Von LEXILIKE
        http://www.lexilike.blogspot.ch

        Schöner Blogpost mit süßen Bildern und vielen Gedanken. Ich bin der Meinung jeder sollte es selbst so machen, wie er sein Leben für gut und richtig hält. 🙂
        Jeder sollte akzeptiert und respektiert werden!

        Alles Liebe,
        Lara

        http://www.lara-ira.de

        Ein schöner Post mit vielen Gedanken… Ich glaube jeder Mensch sollte sein Leben so gestalten, wie er es für gut hält. Ich finde es nicht schlimm, wenn eine Person unauffällig durch die Weltgeschichte läuft, solange er mich mit meinem Ladylook ebenfalls laufen lässt…
        Liebe Grüße
        http://www.instylequeen.de/

        Huhu..

        Sehr schöner Bericht und sehr süße Bilder von dir 😉
        Ich Akzeptiere jeden Mensch. Ist doch egal woher man kommt und wie man aussieht. Ich finde es allerdings extrem schade, wie viele Menschen gegen Beispielsweise "Ausländer" sind.

        Hallo Katja,

        vorab ein dickes Kompliment für Blogaufbau und Schreibstil! Gerade Dein aktuelles Thema begleitet mich nun seit gut einem Jahr. Mein Freund ist Nubier und ich wandere ende des Jahres nach Ägypten aus. Mein Umfeld ist somit schwer mit Toleranz und Akzeptanz "beschäftigt" und ich natürlich auch. Ich habe viele Ansichten komplett über den Haufen geworfen und mich auch von einigen "Freunden" getrennt – allein schon aus Selbstschutz…
        Mach weiter so…..
        Lg Amy (nubienlovelife.de)

        Hallo Amy,

        ich wünsche dir ganz viel Kraft, du überstehst das schon. Es ist wirklich sehr schade wenn man sich dann auch von guten Freunden abwendet, weil die Einstellung einfach nicht mehr passt.

        Liebst, Katja

        Du bist einfach wahnsinnig sympathisch und man merkt dir einfach an, dass du Freude an dem hast was du tust <3
        Ich wünsche dir das es so bleibt!

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