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        Manchmal frage ich mich was ich hier eigentlich mache. Klingt es nicht absurd auszusprechen, dass ein fast erwachender Mensch sein gesamtes Leben im Internet veröffentlicht? Klingt es absurd in euren Ohren, dass ein Mensch voller Selbstzweifel im Impuls Texte verfasst und ihr diese Worte lest? Ja, auch kann das alles nicht verstehen.
        Und dabei mache ich genau das. Ich bade gern im Selbstmitleid und schreibe meine Gedanken einfach nur auf. Immer wieder wenn ich mich durch alte Worte aus meiner Feder klicke möchte ich weglaufen, schäme mich für meine eigenen Sätze. Aber damals, aus dem Impuls heraus waren es eben einfach die Richtigen.

        Ich finde es fast schon krank wie viele Menschen, Leser, man im Internet findet die gleiche Gedankengänge teilen. Es ist als wäre man ihnen näher als im echten Leben und man kann mit ihnen einfach viel leichter auf eine Ebene kommen. In der Internetblase geht alles und alles ist anders. Komplizierter. Aber auch einfacher.
        Ganz ehrlich, wer interessiert sich für die Gedanken eines fremden Halberwachsenen? Auf der Straße würden wir uns wahrscheinlich nicht einmal in die Augen sehen. Und hier? Hier im Internet suchen wir Zuflucht. Menschen die uns verstehen und bei denen auch die falschen Sachen irgendwie richtig klingen.
        Aber das Internet ist auch ein Ventil geworden. Manche müssen ihre Wut auslassen, ich muss meinen Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen. Sie klingen falsch diese Worte, aber um nichts anderes geht es hier. Ich verstehe es selbst nicht ganz.

        Während nach getaner Arbeit der Laptop aufgeklappt wird und alle durch die neusten Nachrichten scrollen, begegnen einem viele wichtige Themen, egal ob Politik, Wirtschaft oder ein neuer Skandal einer eigentlich unwichtigen Person, Klatsch und Tratsch. Ich frage mich wer bei dieser Welle an Informationen darauf kommt man müsse private, kleine und eigentlich unwichtige Gedankengänge von mir lesen. Ehrlich, draußen geht die Welt unter und Menschen lesen über mein gescheitertes Leben. Obwohl es eigentlich gar nicht scheitert, diese Sichtweise lass ich hier nur öfter blicken.
        Ich fühle mich unwichtig und klein in der großen Internetblase, manchmal frage ich mich ob es nicht besser ist einfach auszusteigen, auch wenn man nie komplett austreten kann. Doch dann sehe ich andere Blogger und weiß, dass ich sie nicht einfach weitermachen lassen kann wie bisher. Ich möchte meinen Senf ordentlich dazugeben und zeigen, dass es im Leben auch um andere Dinge als Schminke und Mode geht, dass eine Bloggerin nicht unbedingt das hübsche und glückliche Mädchen ohne Gefühle und Probleme sein muss.

        Ich sollte meine Selbstzweifel für mich behalten, aber ich kann nicht. Ihr solltet euch um die wichtigen Fragen und Probleme im Leben kümmern gehen, aber anscheinend könnt auch ihr nicht. Also werden wir dieses verrückte Spiel wohl noch eine Weile fortführen. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht zwischen den schlechten Nachrichten einen ehrlichen und impulsiven Text zu lesen, auch wenn er in der nächsten Minute schon wieder unwichtig erscheint, einfach um sich für einen kurzen Moment verstanden zu fühlen. Denn anscheinend bekommen wir dieses Verständnis nicht mehr in der realen Welt und genau das ist es, was mich am meisten verwirrt.

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