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        Irgendwie hatte ich mir Neuseeland schöner vorgestellt. Aufregender. Ich stellte mir eine atemberaubende Landschaft vor, Instagram hat wohl sein übliches dazugetan, unglaublich nette Menschen und machte mich auf ein Jahr voller neuer Abenteuer gefasst. Ich wurde enttäuscht.
        Jeder Backpacker und wahrscheinlich auch jeder Mensch der schon einmal in Neuseeland und mich traf, erzählte mir mit glücklichen Augen von seinen Erlebnissen und würde am liebsten sofort noch einmal mitreisen. Immer wieder teilte ich ihre Euphorie und konnte meinen eigenen Flug gar nicht abwarten. Was ich mir vorstellte? Die erwähnte atemberaubende Landschaft. Was ich mir  nicht vorstellte? Regenwetter, hässliche Kleinstädte und tausende deutsche Backpacker.

        Es ist auf keinen Fall die Tatsache, dass man hier keine schöne Landschaft finden würde. Hinter jeder Ecke schlummert ein neuer Wasserfall, ein neuer Strand oder ein neuer Berg. Aber zwischendrin findet man auch sehr, sehr viel grün und Farmland. „Boring green New Zealand“, nannte es der einheimische Tony, bei welchem ich ein paar Tage wohnte.  Ich weiß nicht ob man sich an einer Art von Landschaft einfach sattsehen kann, oder ob die Eindrücke angefangen haben mich zu überwältigen, aber mein Kopf braucht etwas Abwechslung.
        Ich dachte, dass neben der schönen Aussicht auch etwas mehr Kultur in diesem Land liegt. Natürlich kann man von einer ehemaligen Kolonie nicht viel Geschichte erwarten, was sollte sich hier groß entwickelt haben? Aber jede Stadt gleicht hier einfach der Anderen (bis auf 2-3 Großstädte wie Auckland oder Wellington) und in jeder verdammten Stadt hat man die selben Geschäfte. Nicht, dass ich hier groß einkaufen wollte, aber ich kann einfach die Kultur hier nicht richtig erfassen.

        Die Backpacker geben ihr übriges hinzu. Egal wo man hinfährt trifft man ständig deutsche Muttersöhnchen, man hat ständig das Gefühl nur teure Touristenattraktionen zu besuchen. Was mich jedoch am meisten enttäuschte ist die Einstellung der Menschen hier. Immer wieder wurde mir gesagt wie gastfreundlich und zuvorkommend die Kiwis sind – und das kann ich auch bestätigen –  aber keiner erwähnte ihren schlechten Sinn für Essen und die Umwelt.
        Neuseeland wird immer als besonders grün und umweltfreundlich dargestellt, in den Köpfen der Menschen hier passiert jedoch das Gegenteil. Geht man in den Supermarkt hat man eher das Gefühl in einem amerikanischen Großverpackungsladen zu stehen und setzt man sich zu MC Donalds um mit seinen Eltern zu skypen, trifft man Oma und Opa beim Frühstück. Gesunde Ernährung, Bio oder ähnliche Worte habe ich hier noch nie gehört oder gelesen. Das soll nicht heißen, dass Bio gleich immer gut ist und vor allem Gemüse und Obst wird hier im eigenen Land angebaut und verkauft. Ich hatte mir einfach mehr erhofft.

        Autos sind hier 20-25 Jahre alt und verpesten die Umwelt. Tony sagte zu mir, dass die Neuseeländer auf keinen Fall darauf Rücksicht nehmen wie viel Abgas hinten rauskommt. Das Land wir genauso verpestet, kann aber durch seine wenigen Einwohner trotzdem noch als „grün“ bezeichnet werden, da sich ihr Schmutz auf eine größere Fläche verteilt.

        Vermutlich habe ich gerade eine deprimierte Phase in diesem Land und muss nun meinen Ärger daran auslassen. Ich wünschte mir jedoch jemand hätte mir vorher gewarnt, mir auch die schlechten Seiten aufgezeigt. Denn Neuseeland ist wohl landschaftlich gesehen eines der schönsten Länder die ich bisher gesehen habe, auch in seiner Vielfältigkeit. Wenn ich jedoch die Menschen hier sehe habe ich eher das Gefühl im schlechten Teil von Amerika zu sitzen und eine Art Kultur konnte ich auch noch nicht erfassen. Selbst die Maori (Ureinwohner) wirken wie eine Touristenattraktion.
        Leben und leben lassen, heißt es so schön und die Neuseeländer sind wirklich glücklich hier. Ich für meinen Teil werde die restliche Landschaft noch in vollen Zügen genießen, freue mich aber auch darauf auf zu Hause in seiner vollen Gemütlichkeit.

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        9 COMMENTS

        Hi Katja, ich bin gerade auch mit einer Freundin in Neuseeland und wir hatten tatsächlich am Anfang ähnliche Eindrücke wie du und waren ein bisschen enttäuscht. Wir wussten auch nicht wie wir mit dieser Enttäuschung umgehen sollen und erklärten uns diese einfach damit, dass wir zu große Erwartungen hatten. Mittlerweile hat sich das ganze aber gewandelt. Ich sehe die ganze Reise mit anderen Augen, und versuche aus jeder Erfahrung das Beste zu lernen.

        Liebe Katja
        Es ist natürlich immer so, dass man von etwas eine Vorstellung hat. Enttäuscht zu sein davon, ist absolut legitim, finde ich. Umso schöner ist es doch, wenn man im Nachhinein sagen kann, es war toll, aber nicht meins…
        Wir waren schon verschiedene Male zum Campen in Kitzbühel, St. Tropez und auch auf Sylt. Alle Orte ein Traum, die Menschen sehr nett und hilfsbereit. Wieviele Male mussten wir hören, was ihr fahrt zu diesen arroganten Snobs? Vielfach von Leuten die noch nie da waren und keine Ahnung was die ja jetzt wem nachbabbeln. Mir kann ein Ort, ein Land noch so gut gefallen. Das heisst noch lange nicht, dass es dem nächsten genau so gehen muss. Mich ärgern einfach die Leute die etwas in die Welt setzen und gar nicht wissen von was sie sprechen! Gehen nicht nach USA wegen der Politik, sorry so krank! Da müsste man nicht zu uns in die Schweiz und auch nicht nach Deutschland, wenn das Kriterien wären! Wir gehen wegen der unbezahlbaren, wunderschönen Natur, die einfach ein Hammer ist – Punkt!
        Wünsche dir noch viiieeele wunderschöne Momente, die kommen wieder, ich bin überzeugt;-)!
        Herzensgrüsse aus der trüben, nassen, kalten Schweiz ( ich liebe diese Zeit;-))!
        Monika

        Du bist in letzter Zeit so wahnsinnig unsympathisch geworden… wirklich nur am rummeckern und rumnölen. Heute passt dir die Einstellung der Neuseeländer nicht, gestern der Umstand dass Leute mehr über deine Dreadlocks erfahren wollen (beschwerst dich dass immer die gleichen Fragen kommen, lustig – als ob eine Person zufällig wüsste was eine andere dich vielleicht einen Tag vorher zu deinen Dreadlocks gefragt hat), und so lässt sich das fortführen. Deinem Blog kann man echt nur noch folgen wenn man Lust auf schlechte Laune hat.

        Hey, vielleicht solltest du deine Worte nochmal kurz überdenken. Vielleicht mag mein Blog gerade etwas in die traurige Phase schwenken, aber er ist nunmal sehr persönlich und ich schreibe darüber wenn es mir schlecht geht – keine heile Bloggerwelt. Jeder kann am Ende davon halten was er möchte und sich eigene Gedanken darüber machen.
        Die Neuseeländer sind weder unfreundlich, meine Vorstellungen waren einfach nur anders. Und die Dreads waren der Punkt an dem ich begann über die Oberflächlichkeit nachzudenken. Denk mal daran wie du dich fühlen würdest wenn immer nur auf deine Haare geschaut wird und die Person dahinter egal ist.
        Wie auch immer, keiner zwingt dich meine Texte zu lesen wenn du sie langweilig findest.
        Liebe Grüße, Katja

        Im großen und ganzen verstehe ich, was du meinst, allerdings finde ich auch, dass dieser Eindruck, den du hier beschreibst, vor allem aufkommt, wenn man reist. Ich weiß nicht genau, was du gerade machst, aber es klingt immer so, als ob du in Moment viel unterwegs bist, oder? Ich würde dir vielleicht empfehlen, mal in eine Familie oder so zu gehen und mit ihnen zu leben- klar, auch da gibt es große Unterschiede in der Einstellung, vor allem gegenüber Umweltschutz usw, aber es gibt auch relativ viele eher „alternativ“ eingestellte Leute.
        Und vielleicht hast du das auch schon mal gehört, aber ich finde es stimmt: nach Süden hin wird die Landschaft immer beeindruckender, ich habe mich auch erst in den Alpen wirklich wohl gefühlt, die Nordinsel kam mir irgendwann auch nur noch wie eine Aneinanderreihung von Stränden vor.
        Wie lange bleibst du denn überhaupt bzw was sind noch so deine Pläne?

        Ja, ich freu mich auch schon super auf den Süden! Wir versuchen schon eine Familie zu finden und ich habe auch allein schon bei Einheimischen gewohnt, eine skurrile aber sehr schöne Erfahrung.
        Genaue Pläne haben wir noch nicht, Ende Dezember geht’s dann erstmal auf die Südinsel und wir hoffen dort Arbeit zu finden. Hast du noch irgendwelche Tipps was man auf der Nordinsel noch gesehen haben muss?
        Liebst, Katja

        Familien zu finden, ist meiner Meinung nach wirklich das beste, um sich ein echtes Bild von den Menschen zu machen, die in einem Land leben- aber auch da kann man mit einer unglaubliches Pech oder auch unglaubliches Glück haben. Erst durch die „Masse“ kann man sich dann ein kleines Urteil erlauben, wie ich finde.
        Aber touristisch gesehen dürftet ihr schon recht viel gemacht haben, was ich auch empfehlen würde… Außer vom tongariro crossing habe ich noch nichts gesehen, habt ihr das noch vor? Wenn ja, dann seid vor den Menschenmassen gewarnt, obwohl es Anfang Dezember wahrscheinlich noch geht. Es lohnt sich aber auf jeden Fall trotzdem! Und das Te Papa in Wellington ist natürlich auch richtig gut.
        Liebe Grüße, ich hätte jetzt auch gern die frühsommerlichen neuseeländischen Temperaturen! 😉

        Das klingt für mich so als hättest du dir vor deiner Reise keine Gedanken darüber gemacht hast es natürlich nicht nur rosige Aussichten gibt – in keinem Land. Klar tragen, wie du schon sagt, Pinterest, Instagram & Co ihren Teil dazu bei. Schließlich sieht man da nur das schönste vom schönsten aber mal ehrlich – wo ist denn bitte alles großartig? Und das die Neuseeländer, ähnlich wie die Australier, nicht viel von Umweltschutz halten ist ebenfalls keine geheime Information. In meinem Jahr in Australien war ich einzig und allein von der fehlenden Kultur überrascht. Überrascht, aber nicht enttäuscht. Wenn man bedenkt das beide Länder aus Kolonien entstanden macht die fehlende eigene Kultur wieder Sinn. Aber wieso enttäuscht das? Denk doch bitte daran das du da grade eine Reise unternimmst die kaum jemandem möglich ist. & das du da einfach verantwortlich für dein eigenes Glück bist. Sei nicht enttäuscht von so einem spektakulären Land sondern nimm es als Lehre sich vorher genauer zu informieren um diesen Enttäuschungen so gut es geht zu entgehen. So kannst du deine Reise viel mehr genießen und klarer sehen wie wunderschön doch eigentlich alles ist. Wäre ja schade wenn dein großes Abenteuer nun damit endet, darauf zu warten wieder nach Hause zu reisen 🙂

        Also vieles was du schreibst kann ich auch nachvollziehen, aber was gesunde Ernährung angeht sehe ich das total anders. Ich lebe hier in einer gastfamilie und die achten total darauf was sie essen und das habe ich hier auch schon von vielen gehört, dass es viel Gemüse und so zum Essen gibt. Und von der Kultur hier habe ich auch schon viel erlebt, aber das liegt wahrscheinlich daran das ich jetzt schon 4 Monate in der Familie lebe

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