Weihnachten. Das Fest der Liebe, der Gemütlichkeit und der Besinnlichkeit. Aber vor allem ist es ein Fest der Familie. Alle treffen sich an diesem einen Tag, verbringen ein paar schöne Stunden zusammen und lassen ihre Familienstreitigkeiten für eine Weile ruhen.
Es macht mich zur Zeit traurig das Internet zu öffnen um strahlende Gesichter und gefüllte Nikolausstiefel zu sehen. Nicht, dass ich genervt wäre oder niemandem etwas gönne, ich wäre einfach gern selbst dabei. Für mich ist es ein komisches Gefühl am anderen Ende der Welt zu sitzen und dieses Jahr kein Teil vom Weihnachten in der Familie zu sein, sondern das Geschehen von Außen zu betrachten.

Bei mir ist bisher nicht einmal ein richtiges Weihnachtsgefühl aufgekommen, in Neuseeland ist eben gerade Sommer und als Europäer brauche ich etwas Kälte und Schnee für die richtige Stimmung. Weihnachten wird hier allgemein etwas anders angegangen. Und das ist auch gar nicht schlimm. Aber ungewohnt und fremd.
Mir fällt es schwer mir das einzugestehen, dass mich in diesen Tagen das Heimweh überkommt. Ich wäre gern dabei wenn die ersten Kekse gebacken werden und am Weihnachtstag der Baum geschmückt wird. Mir fehlt die Weihnachtsmusik und die gemütliche Stimmung im Haus während draußen der Schnee auf die Erde fällt. Und ein kleines bisschen vermisse ich meine sonst so nervige Familie.

Dieses kleine bisschen Melancholie welches in mir aufkommt bedeutet aber nicht, dass ich in Neuseeland todunglücklich wäre. Wann hat man denn schon einmal die Zeit ein Jahr lang Urlaub zu machen und einfach wegzufliegen? Ich möchte mich an dieser Stelle kurz erklären, denn ich glaube immer mehr neue Leser verstehen meinen Blog nicht richtig.
Ich schreibe gern über meine Gefühle und versuche dabei sehr ehrlich zu sein, egal ob diese gerade glücklich, wütend oder genervt sind. Immer wieder greife ich dabei Themen auf die mir im Alltag begegnen oder mich einfach schon eine Weile persönlich beschäftigen. Das Leben ist nicht immer fröhlich, meine Texte sind nicht immer fröhlich und jeder hat manchmal eine unglückliche Phase.

Bitte hört auf mir diese Ehrlichkeit vorzuwerfen. Das hier ist kein Blog über mein schön gelogenes Bloggerleben mit einem falschen Dauerlächeln im Gesicht und er wird es auch nie werden. Denn hinter diesem Blog steht auch nur ein normaler Mensch der schlechte Tage hat und sich im Bett verkriechen möchte. Ich glaube im Internet vergessen viele Leser genau diese Tatsache viel zu schnell. Ein Gedanke, ein kurzer Kommentar sind einfach viel zu schnell veröffentlicht und ihre Wirkung viel zu schnell unterschätzt. Und was mich daran am meisten nervt?
Wird dieses Problem im Internet öffentlich angesprochen ist der Veröffentlicher eine Memme und kann mit dem öffentlichen Druck nicht umgehen. Viel zu oft lese ich in letzter Zeit Kommentare, dass man sich gefälligst nicht so anstellen soll und diese Situation selbst herbeigerufen hat. Ja, hat man. Aber jeder normale Mensch braucht manchmal etwas Trost und will sich verstanden fühlen.

Mir geht es in Neuseeland gerade nicht gut woran verschiedene Dinge Schuld sind. Die Weisheitszähne, ein platter Reifen, das ständige Sparen und damit die Angst, dass das Geld nicht reicht sind nur einige davon. Aus diesem Grund sind meine geschriebenen Wörter zur Zeit vielleicht nicht die Glücklichsten, aber ich möchte daran auch gar nichts ändern.
Ich habe endlich verstanden wie ich meinen Blog führen möchte und eine passende Bezeichnung dafür gefunden – ich schreibe ganz einfach einen persönlichen Blog. Über mich, mein Leben und meine Gedanken. Geht es mir nicht gut, geht es auch dem Blog nicht gut. Ganz einfach. Ehrlich und persönlich. Ich bin auch bloß ein Mensch. Und keine Angst, irgendwann kommen sie wieder, die glücklichen Tage. Bis dahin möchte ich einfach nur verstanden werden.

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Ich mag deinen Blog genauso wie er ist!! <3