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Pauline: Vegane Ernährung (+Rezepte)

Warum sollte ich mich vegan ernähren und wie schaffe ich am besten den Umstieg? Weshalb können tierische Produkte schädlich sein? Das sind alles Fragen die mir zur Zeit durch den Kopf schwirren, nachdem ich mich etwas mehr mit meiner Ernährung beschäftigt habe. Dieses Wissen möchte ich mit euch in dieser kleinen neuen Blogpostreihe teilen, in der ich mehrere Menschen um ein paar Worte über ihre Sichtweise auf die vegane Ernährung, ihre Folgen und ihre eigene Ernährung gebeten habe.
Pauline (mind wanderer) wird heute damit den Anfang machen. Sie lebt wie ich schon eine Weile vegetarisch und möchte es irgendwann schaffen komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Hier ist ihre Geschichte:

„Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.“ -indianische Weisheit

Ich wollte schon als Kind kein Fleisch essen, bei dem man sieht, dass es mal ein Tier war. Heute weiß ich, dass ich auch keine anderen Tierprodukte essen möchte, auch wenn man nach der Verarbeitung schnell vergessen kann, dass es sich um ein einst lebendiges und fühlendes Tier handelte und es letztendlich für viele nur ein Lebensmittel darstellt.

Warum ich mich vegan ernähren möchte?
Es gibt unglaublich viele Gründe, weswegen man vegan leben sollte. Nicht nur, dass man mit dieser Entscheidung gegen die Misshandlung von Tieren und die Qualen, die mit unserem Konsum einhergehen stimmt, sondern eine vegane Ernährung hat auch viele weitere positive Auswirkungen auf unseren eigenen Körper und die Umwelt.
Über die Hälfte unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche wird für die Produktion von Tierfutter verwendet, obwohl so viele Menschen Hunger leiden. Ebenso werden hunderte von Badewannen voll Wasser benötigt um ein einziges Kilo Fleisch zu produzieren und auch Milch und andere tierische Produkte verbrauchen Unmengen an Wasser die man definitiv besser nutzen könnte.

Nirgendwo gibt es so viel Verschwendung wie bei Lebensmitteln. 54 Millionen Tiere landen allein in Deutschland im Müll, sie werde nicht gegessen, sondern weggeschmissen. Männliche Küken zum Beispiel werden in der Ei-Industrie nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert, da sie unbrauchbar sind.
Pro Minute werden fast 50-Fußballfeld große Regenwaldgebiete abgeholzt, wofür die Nutztierhaltung zu 90% verantwortlich ist, ebenso wie Nutztiere für den enormen CO2 Ausstoß verantwortlich sind, nicht die vielen Autos mit denen wir zu oft fahren.

Eine rein pflanzliche Ernährung würde aber nicht nur unsere Umwelt schonen, sondern hat auch einen großen positiven Effekt auf unsere Gesundheit. Es ist bereits wissenschaftlich belegt, dass eine vegane Ernährung die Krebszellenbildung hemmt und Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt (die häufigsten Todesursachen in Deutschland!) verhindert.
Die siebenfache Menge an Antibiotika die in einem Krankenhaus benötigt wird landet in der Nutztierhaltung, was wiederum an unsere Lebensmittel weiter gegeben wird und unseren eigenen Körper resistent gegen einige Medikamente macht, was fatale Folgen haben kann wenn wir genau diese Medikamente einmal wirklich benötigen.
Es gäbe immer noch weitere Gründe, aber ich denke der Standpunkt ist klar: vegan leben hat viele Vorteile, von denen die wenigsten Menschen wissen und das sollte geändert werden!

Es gibt bereits viele tolle Dokumentationen zum dem Thema die nicht nur sehr überzeugend sind, sondern auch noch viel mehr Wissen über vegane Ernährung weitergeben: 
earthlings // über die Behandlungen der Tiere bei der Tierhaltung und die Schlachtung dieser
Cowspiracy // über den Einfluss der Viehhaltung auf die Umwelt
Forks over Knives  // behandelt die enormen gesundheitlichen Schäden durch unsere durchschnittliche westliche Ernährung und die Vorteile der veganen Ernährung für die Gesundheit
What the health  // zeigt ebenfalls die gesundheitlichen Vorteile der pflanzlichen Ernährung auf und befasst sich ebenfalls mit der riesigen Lobby, die hinter der Milch-, Ei-, und Fleischindustrie steckt
101 Resons to go Vegan // eine unglaublich interessante und anschauliche Präsentation über alle Gründe für die vegane Lebensweise

Warum ich trotzdem nicht 100& vegan bin?
Ich lebe noch bei meiner Familie in der alle (mehr oder weniger) Fleisch essen, ich gehe zur Schule und habe daher nicht immer Zeit um essen zu kochen und vorzubereiten. Ich weiß, dass es trotzdem möglich wäre, komplett vegan zu sein, aber Essen ist auch immer etwas Genuss und Freude. Ich liebe es vegane Gerichte zu kochen und Rezepte auszuprobieren und möchte diese Freude nicht dadurch verlieren, dass es mit Alltagsstress und diesem „müssen“ verbunden ist, sondern ich will meinen Spaß dabei behalten.
Wenn ich selbst koche, backe oder Essen mache, ist es immer vegan, allerdings kocht oft auch meine Mama und das ist dann vegetarisch. Obwohl ich sie langsam auch immer mehr von der veganen Ernährung überzeugen kann.
Vielleicht werde ich mich irgendwann komplett vegan ernähren, aber gerade freue ich mich einfach über jede vegane Mahlzeit und jeden veganen Tag!

Hier ein paar meiner Lieblingsrezepte:

Gnoccis in Avocadocreme mit caramellisierten Kirschtomaten


Zutaten: italienische Gnoccis (auf Zutatenliste nachsehen, ob sie wirklich vegan sind!), reife Avocado, Kirschtomaten, Agavendicksaft, Salz, Pfeffer

Gnoccis in einer beschichteten Pfanne goldbraun anbraten. In der Zwischenzeit das Innere der Avocado mit einer Gabel zerdrücken und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Kirschtomaten klein schneiden. Die fertigen Gnoccis zu einer Seite der Pfanne schieben und auf der anderen die Tomaten kurz erhitzen und mit Agavendicksaft beträufeln. Die Avocadocreme unter die Gnoccis mischen und zum Schluss auch die Tomaten verteilen!
Das Rezept funktioniert ebenfalls mit normalen Nudeln oder Schupfnudeln, anstelle der Gnoccis

Zoodels mit Tomatensauce

Zutaten: mittelgroße Zucchini, gekaufte Tomatensauce (oder selbstgemacht aus pürierten Fleischtomaten), Bio-Ketchup (mit Rohrzucker), italienische Gewürze, Pfeffer

Mit einem Spiralschneider (oder einem normalen Schäler) Spaghetti aus den Zucchinis machen und diese in einer Pfanne mit einem Schluck Wasser und etwas Salz garen. Die Tomatensauce mit Ketchup, Pfeffer und italienischen Gewürzen abschmecken und erhitzen. Die Tomatensauce über den Zucchini-Nudeln verteilen und mit Gewürzhefeflocken (als Parmesanersatz, sehr gesund!), veganen Klopsen oder Hack oder Basilikum servieren.

Auch in diesem Fall eignet sich die Sauce wunderbar für normale Spaghetti und man kann sie nach Herzenslust mit weiterem Gemüse erweitern.

Pasta mit grünem Pesto und Gemüse

Zutaten: Nudeln, 2 Basilikum Büsche, Pinienkerne (und/oder Cashews), gutes Olivenöl, Gewürzhefeflocken (als Parmesanersatz, optional), Erbsen und Möhren (oder anderes Gemüse), Salz, Brühwürfel, italienische Gewürze

Nudeln nach Packungsaufschrift kochen. Basilikum-Büschel pflücken und mit Nüssen und einem Schwung Olivenöl in einem Mixer zu Pesto mixen und die Gewürzhefeflocken unterrühren und mit Salz und italienischen Gewürzen abschmecken. Das Gemüse mit etwas Brühwürfel garen. Das Pesto unter die Nudeln rühren und mit dem Gemüse servieren.

Klassisches Pancake-Grundrezept

Zutaten: 120g Mehl, 200ml Pflanzenmilch, 50ml Sprudelwasser, ½ Banane

Die Halbe Banane zu einem Brei pürieren. Mehl und Flüssigkeit unterrühren und zu einem glatten Teig mixen. Den Teig für 5-10 Minuten stehen lassen. Dann die Pancakes in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun anbraten und mit beliebigen Toppings genießen.

Pancakes sind so vielseitig! Man kann dieses Grundrezept super einfach mit etwas Zimt und dünnen Apfelscheiben zu Apfel-Zimt-Pancakes, mit ungesüßtem Bio-Kakaopulver und veganer Schokocreme darüber zu Double-Chocolate-Pancakes oder mit Blaubeeren darin und Agavendicksaft obendrauf zu süßen Blaubeer-Pancakes machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Ich wünsche euch einen guten Appetit!

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4 COMMENTS

Tolle Rezepte. Da werde ich sicher einige ausprobieren. Ich selber lebe nicht vegan, aber probiere gerne neue Rezepte aus auch vegane. Einfach auch mal den eigenen Horizont erweitern 😉 Das ist immer wieder spannend etwas neues auszuprobieren.

Viele liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

Jennifer

Ich selbst habe eine ganze Weile vegetarisch gelebt und war auch kurz davor komplett auf vegan umzusteigen. Mittlerweile esse ich wieder Fleisch, allerdings möchte ich wieder zur vegetarischen Ernährung zurück. Ich würde mich über weitere Beiträge zu dieser Thematik freuen.

Liebe Grüße

Ein toller Beitrag! Ich habe auch diese vielen eindrücklichen Dokumentationen gesehen und nehme mir seit langer Zeit vor vollkommen auf die vegane Ernährung umzusteigen. Vegetarisch bin ich schon und das ist auch unter Freunden/Familie bekannt und akzeptiert. Darauf wird Rücksicht genommen. Jedoch fällt es mir schwer in Gegenwart anderer mich vegan zu ernähre und habe keine Lust mich immer zu rechtfertigen oder darüber zu diskutieren. Wenn ich allein bin ist es kein Problem und es macht Spaß, ich fühle mich gut. Bin ich jedoch z. B. bei Verwandten zum Essen eingeladen möchte ich nicht sagen „dies und jenes esse ich nicht“, was dann wahrscheinlich so ziemlich alles wäre. Mir kommt es unhöflich vor. Leider habe ich keine Freunde die vegan leben oder sich überhaupt dafür interessieren. Und auch dieses „müssen“ wie du es beschreibst kenne ich und hat mich oft unter Druck gesetzt oder ein schlechtes Gewissen hinterlassen, wenn ich nicht vegane Lebensmittel zu mir genommen habe. Jedoch werde ich weiterhin mein Bestes geben. Liebe Grüße 🙂

Toll ein paar meiner eigenen Worte auf deiner Seite zu lesen Katja! Ich freue mich wirklich riesig einen Gastbeitrag für dich verfassen zu dürfen und das auch noch zu einem Thema welches mir wirklich am Herzen liegt und das ich, auch ein wenig an deine Leser weitergeben konnte 🙂

Liebe Grüße <3
Pauline

http://www.mind-wanderer.com

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