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        Seit wir angefangen haben in Fox Glacier zu arbeiten, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht am Abend ein kleines Stück zu laufen. Einfach die Kopfhörer aufsetzen, etwas gute Musik hören und den Tag Revue passieren lassen. Schon zu Hause habe ich mir gern eine Jacke geschnappt und bin einfach losgegangen.
        Mir gefällt der Gedanke, noch einmal kurz Frischluft zu schnuppern und über alles nachzudenken. Meistens laufe ich hier die Straße aus dem Dorf heraus und sehe die Gletscher in der Abendsonne verschwinden. Ein wunderschöner Anblick.

        Während dieser Anblick allerdings das letzte Mal an mir vorbeizog und ich ihn tatsächlich kaum wahrnahm, da sich meine Gedanken um andere Sorgen drehten, kam mir zum ersten Mal in den Sinn wie „normal“ sich Neuseeland mittlerweile anfühlt.
        Klar, ich bestaune immer noch atemlos die unglaubliche Landschaft und muss mich manchmal selbst kneifen, um zu realisieren was hier passiert. Aber diese Momente sind seltener geworden. Ich habe angefangen Dinge zu unternehmen die man normalerweise nicht im Urlaub oder auf einer Reise unternimmt. Meinen abendlichen Spaziergang zum Beispiel.

        Es ist schwer dieses Gefühl zu beschreiben, aber ich habe begonnen mich heimisch zu fühlen. Ich kenne mich aus, kann anderen Leuten den Weg erklären und meckere lautstark über langsame Touristen in ihren Wohnmobilen. Und ehrlich gesagt kam mir der Gedanke der Normalität nicht wie beschrieben in den Sinn, sondern mein Kopf sagte mir leise: „I´m used to it.“
        Ich habe mich an Neuseeland gewöhnt. An die Freiheit, die Unabhängigkeit und auch an die Selbstständigkeit. Ich staune immer noch über die Landschaft, aber ich bin nicht mehr überrascht, sondern nur noch positiv beeindruckt. Und selbst meine Gedanken haben einige englische Wörter automatisch aufgenommen, was mir übrigens ziemlich lustige Momente verschafft hat. Denn gern hüpft auch ein deutsches Wort in einen englischen Satz.

        Ich weiß, dass dieser Beitrag für viele eine falsche Wirkung haben könnte. Das mir das Land nach meiner großen Enttäuschung jetzt zu langweilig ist, oder ich meine Reise nicht richtig genießen kann. Aber genau das Gegenteil spielt sich in mir ab. Ich habe lange gebraucht um die neue Kultur und auch das neue Land zu akzeptieren und mich darin wohlzufühlen. Jetzt, einige Monate später bin ich verliebt.
        Mit Normalität meine ich einfach nur, dass ich mich daran gewöhnt habe in einem Auto zu leben und keine feste Unterkunft zu haben. An die Freiheit immer wieder woanders zu sein, obwohl ich sie am Anfang hasste. Es ist für mich normal geworden meine Eltern nur über den Computerbildschirm zu sehen, auch wenn ich sie manchmal vermisse. Und es fühlt sich sogar normal an eine vierstündige Autofahrt auf sich zu nehmen um Lebensmittel einzukaufen.

        Ich glaube, dass mir diese Normalität gefehlt hat um endlich richtig genießen zu können. Durch die Schnapsidee vielleicht ein Buch über meine Reise zu schreiben, habe ich alte Einträge gelesen und gemerkt wie unsicher und verzweifelt ich hier am Anfang war. Wie viel Angst ich hatte sobald etwas nicht nach Plan verlief, obwohl sich sicher eine Lösung gefunden hat. Ich war nicht entspannt und konnte meine Augen durch diese ständige Angst nicht für das Schöne öffnen.
        Ihr seht, Normalität ist okay und gibt mir Sicherheit. Ich möchte nur nie diese Momente verlieren in denen ich trotzdem mit offenem Mund dastehe und mich kneifen muss. Denn auch wenn es sich im Moment anders anfühlt, meine Reise ist auf keinen Fall normal und ich sitze gerade am anderen Ende der Welt.


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        Outfitdetails // Pullover: Pull&Bear // Rock: Topshop // Schuhe: Dr. Martens

        11 COMMENTS

        Wow die Bilder sind traumhaft schön ! Da kriegt man direkt Lust sofort seine Koffer zu packen und weg 🙂

        Liebste Grüße

        Sarah

        Ja, das glaube ich dir 🙂 Dankeschön!
        Liebst, Katja

        Wunderschöne Bilder. Gefallen mir wirklich gut, dein Stil, deine Haare, der Hintergrund. Top!
        Ich glaube ich verstehe was du meinst und ich glaube es ist ein gutes Gefühl sich im Urlaub heimisch zu fühlen. Es öffnet einen für ganz andere Dinge die Augen denke ich.
        In einen Jahr bin ich wenn alles klappt auch in Neuseeland 🙂

        Liebe Grüße
        http://freigeist.pl/

        Es fühlt sich ehrlich gesagt gar nicht mehr richtig an wie Urlaub. Ich bin einfach schon zu lange weg. 😀
        Ich wünsche dir auf jeden Fall auch ganz viel Spaß hier.
        Liebst, Katja

        Katja diese Bilder sind der Wahnsinn!
        Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich denke es braucht einfach Zeit, bis man sich auf eine völlig neue Situation eingestellt hat. Der eine gewöhnt sich schneller daran, der andere langsamer. Das hört sich überhaupt nicht so an, wie wenn du keine Lust mehr hast, eher wie wenn du langsam richtig „angekommen“ bist.
        Alles Liebe, Nina.

        Genau so fühlt es sich an und ich bin froh überhaupt angekommen zu sein.
        Liebst, Katja

        Unglaublich schön die Bilder und ein interessante Bericht.
        Finde ich sehr gut mit mit viel Herz geschrieben.

        Alles liebe

        Wunderschöner Beitrag und wahre Worte. Ich kenne dieses Gefühl va aus NZ sehr gut und ich vermisse es unglaublich. Genieße deinen Zeit ! LG Eleni

        Ich glaube jeder der dieses Jahr gemacht hat vermisst es am Ende 🙂
        Liebst, Katja

        Tolle Worte und bezaubernde Fotos! Ich kann dich verstehen. Für Menschen, die das nocht nicht erlebt haben mag dies schwer sein.
        Hab noch eine ganz wundervolle Zeit!

        Liebst, Pia

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