GALLERIES
        GO BACK
        TO MENU

         

        Wer sollte nach Neuseeland?

        Vor Beginn der großen Reise sollte man sich natürlich erst einmal überlegen, ob Neuseeland denn das richtige Reiseziel ist. Kurz zusammengefasst: Neuseeland ist was für Naturliebhaber. Auf euch warten unglaublich tolle Wanderungen, Strände, Seen und die Berge machen definitiv jedes Reiseherz glücklich, dabei ist das Leben in einem Auto, oder in Hostels aber eben doch kein purer Luxus und man muss einige Abstriche machen. Für mich war aber genau dieser Punkt unglaublich wichtig, da ich für eine Zeit fern vom Konsum und unserer Luxusgesellschaft leben wollte.

        Allein, oder zu Zweit?

        Nachdem man sich für das Land entschieden hat, stellt sich natürlich die Frage, ob man lieber allein oder zu zweit reist. Ich persönlich bin mit meinem Freund unterwegs gewesen (Wie das war? Hier entlang.), möchte euch aber an dieser Stelle die Angst vor dem allein Reisen nehmen. Denn man ist nie wirklich allein, wenn man nicht allein sein möchte. Vor allem in Hostels finden sich viele Fahrgemeinschaften, Wandergruppen und gute Freunde, sodass man nie auf sich gestellt ist. Man kann die anderen Backpacker immer um Rat fragen und oft haben sie auch ein paar gute Tipps parat.
        Für die ersten zwei Wochen meiner Reise war ich auch allein unterwegs und schon nach kurzer Zeit hatte ich eine gute Reisegruppe gefunden. Trotzdem kann es auch richtig gut tun einfach mal allein loszugehen, vor allem um sich selbst besser kennen zu lernen. Wem das immer noch nicht genügend Gründe sind, empfehle ich dieses Video:

        Mit oder ohne Agentur?

        Eine der Fragen die mir am häufigsten gestellt wird. Ich bin am Anfang mit der Agentur TravelWorks losgezogen die mir Dinge wie eine SIM-Karte, einen Termin bei der Bank und das Flugbuchen abgenommen haben. Außerdem gab es am ersten Tag eine kleine Einführungsveranstaltung und ich konnte meine Post in das Büro der Agentur liefern lassen. Sie hätten mir auch immer als Ansprechpartner zur Seite gestanden und helfen zum Beispiel bei der Jobsuche.
        In der Realität allerdings, habe ich nach der Einführungsveranstaltung nichts mehr von der Agentur gehört, da ich einfach allein zurecht gekommen bin. Ich bereue es mittlerweile mit ihrer Hilfe losgezogen zu sein, denn im Prinzip hätte ich auch alles allein geschafft.

        Trotzdem nimmt eine solche Agentur vor allem am Anfang etwas Nervosität und man trifft sich schon am Flughafen mit vielen Backpackern aus Deutschland und lernt diese besser kennen. Dadurch kann man bestimmt gute Reisepartner und Freunde finden. Ich würde euch eine Agentur also nur empfehlen, wenn ihr wirklich viel Angst habt, oder einfach zu chaotisch seid. Untereinander nehmen sich die Agenturen von den Angeboten her übrigens nicht viel. Mehr Informationen findet ihr hier.


        Das Visum

        Die Beantragung des Visas geht ziemlich einfach online. Man unterscheidet zwischen einem Besuchervisum (für 3 Monate) und einem Work&Holiday Visum (ein Jahr ab Tag der Anreise). Das Letztere ist nur gültig für Personen zwischen 18-30 Jahren und lässt sich hier beantragen. Einfach das Formular ausfüllen (auf englisch), auf eine Antwort warten und als E-Visa ausdrucken. Dies braucht ihr dann für die Einreise, zusammen mit einem Rückflugticket oder einem Geldnachweis auf dem Konto. Aber dazu später mehr. Mehr Informationen zu den Visas und Einreisebestimmungen findet ihr hier.  Die Kosten für ein Work&Holiday Visum waren bei mir umgerechnet zwischen 110-120€.

        Der Flug

        Über den Flug kann ich euch leider nicht allzu viel verraten, da er wie gesagt über meine Agentur gebucht wurde. Aber selbst dort hatte man die Auswahl zwischen den verschiedenen Airlines und konnte Zwischenstopps auswählen. Wenn ihr ohne Agentur reist, würde ich euch empfehlen einfach mal im Reisebüro nachzufragen, so hat mein Freund ein billiges Angebot gefunden.

        Wie viel Geld brauche ich?

        Natürlich lässt sich dies nicht pauschal beantworten, da jeder einen anderen Anspruch an seine Reise hat. Ich möchte euch aber trotzdem verraten, wie viel Geld ich am Anfang eingeplant habe, damit ihr euch eine grobe Vorstellung machen könnt.
        Insgesamt habe ich 2100€ für meine Agentur mit Hin- und Rückflug bezahlt und etwa 300€ für einen Rucksack und andere Dinge die ich mitnehmen wollte. Bei der Einreise muss man einen Kontoauszug dabei haben und mindestens 3.500€ (Achtung, dieser Betrag kann sich mit den Jahren ändern!) darauf haben, wenn man noch kein Rückflugticket besitzt. Der Kontoauszug darf dabei nicht älter als 3 Wochen sein. Genau dieses Geld habe ich dann später auf mein neuseeländisches Konto übertragen und für den Autokauf genutzt, außerdem war es auch nicht unbedingt schlecht einen kleinen Puffer als Rücklage zu haben.

        Der Rucksack

        Wie zur Hölle soll ich ein ganzes Jahr mit einem kleinen Rucksack leben, habe auch ich mich verzweifelt gefragt. Das Packen war nicht einfach und hat mich viele Nerven gekostet, weshalb ich darüber noch einen einzelnen Beitrag schreiben möchte. Sobald er online ist verlinke ich ihn an dieser Stelle.

        Versicherungen

        Als ich nach Neuseeland losgeflogen bin, habe ich meine deutsche Krankenversicherung gekündigt und eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Diese kann man ebenfalls über die Reiseagentur buchen, falls man sich dafür entscheidet, ich wollte aber bei meiner eigenen bleiben. Habt ihr die Versicherung abgeschlossen, müsst ihr unbedingt eine Bestätigung für die Einreise und kommende Arztbesuche ausdrucken und mitnehmen. Preislich liegt man bei einer Agentur zwischen 30-50€ pro Monat, bei mir wurden die Versicherungen aber von meinen Eltern abgedeckt.
        Solltet ihr dann einmal zum Arzt gehen, müsst ihr in Vorkasse gehen und die Rechnungen unbedingt aufheben, um sie später einzuschicken. Dann bekommt ihr auch euer Geld zurück.
        Daneben hatte ich noch eine Haftpflichtversicherung, denn man weiß ja nie.

        Dokumente & die Einreise

        Ihr braucht für die Einreise unbedingt einen gültigen Reisepass, das ausgedruckte Visum, die ausgedruckte Krankenversicherung und den Geld- beziehungsweise Rückflugnachweis. Außerdem lohnt es sich Kopien vom Reisepass und dem Visum für die Erstellung eines Bankkontos und die Beantragung der Steuernummer dabei zu haben. Ich hatte dazu noch einen internationalen Führerschein (Kosten zwischen 15-20€, nur gültig mit Vorlage des originalen Führerscheins) und meinen Impfpass dabei.

        Bei der Einreise selbst darf man keine Lebensmittel mitführen und außerdem wird das gesamte Gepäck durch einen Bio-Security Check geschickt. Dabei drohen Strafen bis zu 200 NZD. Es lohnt sich also die Einreisebestimmungen zu lesen.

        Bankkonto & Steuernummer

        Ich habe mein Bankkonto bei ANZ eröffnet, dort zahlt man das erste Jahr keine Gebühr. Für die Eröffnung selbst braucht ihr eine Kopie des Reisepasses und eine „proof of address“, die ihr aber in jedem Hostel in dem ihr schlaft bekommt. Einfach mal an der Rezeption fragen. Die Eröffnung selbst geht dann ganz einfach, ihr könnt sie in jeder Filiale machen, ich würde euch aber empfehlen in eine Filiale außerhalb größerer Städte zu gehen, um Wartezeiten zu verkürzen.

        Die Steuernummer braucht ihr zum Arbeiten und sie kann ganz einfach auf einer Post beantragt werden. Hier braucht ihr wieder die Kopie des Reisepasses und die „proof of address“. Habt ihr die Nummer dann einmal beantragt, wird sie euch innerhalb von 2 Wochen per Mail oder SMS zugesendet.

        SIM-Karte

        In Neuseeland hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Handyverträgen. Ich bin von meiner Agentur aus mit 2degrees gestartet, aber schon nach kurzer Zeit zu Spark gewechselt. Dort hat man das gleiche Paket zum gleichen Preis, kann aber Spotify und Telefonzellen an denen man 1GB Internet pro Tag bekommt, gratis nutzen. Ich kann euch Spark also nur weiterempfehlen, SIM-Karten bekommt ihr in jedem Supermarkt für 5NZD. Trotzdem ist hier noch einmal eine Übersicht aller Anbieter.


        Arbeit

        Viele von euch die mir schreiben, haben Angst keine Arbeit zu finden und dann früher als gedacht nach Hause fliegen zu müssen. Das kann ich aber nicht bestätigen. Natürlich muss man sich auf die beschissenen Jobs einstellen, es sei denn man hat schon eine Ausbildung hinter sich, oder extremes Glück. Ich zum Beispiel habe auf zwei verschiedenen Kiwi-Farmen gearbeitet und einen Campingplatz geputzt. Beide Jobs hatte ich aber auch innerhalb von 2 Tagen und teilweise wurde nicht einmal die Bewerbung gelesen.
        Jobs für Backpacker findet ihr zum Beispiel auf Backpackerboard, ich würde euch empfehlen schon in Deutschland eine englische Bewerbung zu schreiben und ausgedruckt mitzunehmen. Die Neuseeländer melden sich allerdings nur selten per Mail, viel besser ist es einfach zum Telefonhörer zu greifen, oder persönlich vorbeizugehen. Sie wollen einfach gute und zuverlässige Menschen einstellen und achten in den meisten Fällen bei Backpackern nicht sonderlich auf Qualifikationen.
        Weiter Infos zum Lebenslauf in Neuseeland findet ihr hier und hier gibt mehr über die Jobsuche. Es lohnt sich übrigens auch mal in den Bibliotheken vorbeizugehen und nach einer Liste für die Orchards zu Fragen, dort bekommt man oft alle Telefonnummern. Wenn ihr anfangt zu arbeiten braucht ihr unbedingt eine Steuernummer und ausgezahlt wird wöchentlich auf das Konto.

        Autokauf – Verkauf

        Alles Wissenswerte über den Autokauf und -verkauf, sowie was man sonst noch beachten sollte, habe ich euch hier schon einmal zusammengefasst.

        Spartipps

        Neuseeland ist ein sehr teures Land, vor allem wenn es um Lebensmittel geht. Am günstigsten kommt ihr den den Läden Pak´n´Safe oder Countdown, oder auch auf Farmermärkten in der Stadt. Auch bei Campingplätzen kann man viel sparen, darüber habe ich schon in diesem Beitrag berichtet. Dort findet ihr auch einige hilfreiche Apps. Weiter Tipps findet ihr hier.

        wwoofing

        Eine günstige Alternative um etwas Geld zum Sparen ist das Wwoofen. Dabei wohnt man kostenlos bei Einheimischen, bekommt Essen von ihnen und arbeitet im Gegenzug 4-6 Stunden pro Tag. Solche Angebote findet ihr zum Beispiel hier und hier. Man muss sich zwar für eine kleine Gebühr auf den Seiten anmelden, aber das lohnt sich. Ihr solltet dabei aber unbedingt auf die Bewertungen achten, denn viele Familien nutzen einen wirklich nur aus, oder leben ziemlich dreckig. Auch die deutschen Hygieneansprüche sollte man etwas herunterfahren. Dafür kann man aber unheimlich nette Menschen und ihre Kultur kennen lernen.


        Kultur & Kriminalität

        Wie in diesem Beitrag schon geschrieben, war ich am Anfang ziemlich enttäuscht von Neuseeland. Natürlich gab es dort unglaublich schöne Landzüge, aber Kultur findet man nur sehr wenig. Man kann einige Maori-Dörfer und Museen besuchen, daran hat man sich aber auch schnell satt gesehen. Ich brauchte eine Weile um zu verstehen, dass die neuseeländische Kultur sehr britisch ist und vor allem in den Gärten der Häuser oder Farmen stattfindet. Der typische Neuseeländer baut gern und viel, hat eventuell ein paar Schafe und steht auf Rugby.
        Auch zur Kriminalität lässt sich nicht viel sagen, denn die Neuseeländer sind unglaublich liebe Menschen. Uns ist auf der gesamten Reise wirklich nichts passiert und wir wurden im Gegenteil immer mit herzlichen Worten Willkommen geheißen.

        Unsere Route

        Über unsere Reiseroute und ein paar Tipps möchte ich noch einen extra Beitrag schreiben. Er wird dann an dieser Stelle verlinkt, meine Lieblingsorte auf der Nordinsel findet ihr aber schon hier. 

        Ich hoffe, dass ich einige Sachen klären konnte und wünsche euch eine gute Reise. Sollten noch ein paar Punkte offen geblieben sein, könnt ihr eure Fragen gern in die Kommentare schreiben und ich beantworte sie.


        5 COMMENTS

        Super Beitrag! Habe selber 2 Jahre in Neuseeland gelebt und würde so gerne wieder zurück… Die Menschen und die Natur sind einfach perfekt (: Schade, dass du den Blogpost noch nicht vor 2 1/2 Jahren online hattest, der hätte mir bestimmt weitergeholfen. (: Danke für die vielen schönen Fotos aus dem traumhaften Neuseeland (:
        Ganz liebe Grüße Alissia
        Achso, und würde ganz gerne an deiner Verlosung teilnehmen, da meine Hülle seit kurzen kaputt ist 🙁 #habenwollen

        Super Beitrag! Bin gerade dabei mein Auslandsjahr nach Neuseeland zu planen. Allerdings erst in 1 1/2- 2 Jahren. Und es ist immer wieder toll Beiträge darüber zu lesen, denn jeder hat ein anderen guten Tipp 🙂

        Sehr gern und viel Spaß auf deiner Reise 🙂

        Vielen lieben Dank für diesen schönen Eintrag. Die Tipps scheinen wirklich goldwert zu sein und allgemein auch sehr nützlich, da du sie ja selbst in der Praxis ausgenutzt hast. Du hast mich wirklich sehr inspieriert ein solches Work&Travel Programm zumachen, oder zumondest es schon einmal einzuplanen. Es sind immerhin imense Kosten, jedoch kann man wohl in der Begeisterung, in der du über deine Reise berichtest, feststellen, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Vielen Dank, das hat mir ziemlich meine Zukunftspläne versüßt. 😊😊

        Leave a Comment

        Your email address will not be published. Required fields marked *