Feb
02
18

Seit ich vor 5 Monaten meine Koffer gepackt habe und von Dresden nach Leipzig gezogen bin, schaue ich, dass ich mich mit meinem Versuch des nachhaltigen Lebens nicht nur auf faire Kleidung, sondern auch auf andere Dinge festlege und ausprobiere. Die Küche war dabei ein sehr großes Thema für mich, weil allein in Deutschland jeder Mensch im Durchschnitt 617kg Müll produziert (Quelle) und 82kg Lebensmittel (Quelle) ungelesen dazu wirft.
Das kann nicht sein, habe ich mir gedacht und wieder einmal mit viel zu großen Schritten einen Umwandel begonnen. Ich wollte Müll vermeiden, verpackungsfrei einkaufen und dabei natürlich bio und regional. Dabei habe ich mich ordentlich übernommen und meinen Geldbeutel keinen großen Gefallen getan, aber jetzt, nach 5 Monaten, hat sich bei mir alles etwas eingependelt und ich möchte meine Tipps und auch etwas Einrichtung mit euch teilen.

Links: Bild „Arthurs Pass“ / Masken vom Flohmarkt / verschiedene Gläser (hier und hier) / Etiketten und Etikettiregerät

Rechts: Stühle, Tisch, Regal, Ikea / weißes Schild vom Flohmarkt / Kalender ist ein Eigendruck

1.Müll
Wir produzieren viel zu viel Müll, ich glaube das ist mittlerweile für keinen von uns ein Geheimnis mehr. Spätestens bei Bildern wir diesen hier wird mir persönlich schlecht und ich frage mich einmal mehr, was ich eigentlich dagegen machen kann.

Die erste Option liegt natürlich auf der Hand, verpackungsfrei einkaufen. Dafür gibt es spezielle Läden die mittlerweile eine große Auswahl haben die oft nicht viel teurer als in einem normalen Supermarkt ist. In Leipzig zum Beispiel kann ich euch Einfach Unverpackt empfehlen, aber natürlich könnt ihr euch auch lokal informieren.
Im Prinzip bringt man seine eigenen Gläser mit zum einkaufen und befüllt diese dann direkt im Laden. Da diese Lebensmittel in größeren Massen geliefert werden, als wir zum Beispiel eine Tüte Mehl im Supermarkt kaufen würden, wird durch diesen kleinen Schritt schon extrem viel Müll vermeidet, vor allem Plastikmüll.

Für mich sieht die Realität etwas anders aus. Ich schaffe es zu Fuß einfach nicht (was eine extrem schlechte Ausrede ist) und oft bin ich auch einfach zu faul jedes Mal 20 Minuten mit der Bahn einkaufen zu fahren. Deshalb habe ich mir am Anfang viele Vorwürfe gemacht, aber zur Zeit eine sehr gute Lösung gefunden, die vielleicht auch für euch interessant sein könnte, solltet ihr keinen Unverpackladen in eurer Nähe haben.
Ich gehe liebend gern bei Rewe einkaufen, weil dort viele regionale Produkte angeboten werden und nehme dafür immer kleine Stoffbeutel mit. Darin kann man zum Beispiel Pilze, Obst oder Gemüse richtig gut verpackungsfrei einkaufen. Manchmal nutze ich sie auch für den Markt der einmal die Woche in der Nähe ist, dort kann man auch super die VerkäuferInnen fragen woher das Essen kommt. Dazu aber später mehr.
Natürlich ist es nicht die optimale Lösung zum Beispiel Nudeln in der Verpackung zu kaufen und später in ein Glas zu füllen, aber ich arbeite an mir und diesem Problem. Im Moment zählt für mich jeder kleine Schritt.

2. Regionale Lebensmittel bedeuten nicht gleich gute Qualität.
Ein Satz der für mich eine Art Lebensmotto geworden ist. Natürlich ist es immer besser lokal einzukaufen, weil die Lebensmittel dadurch nicht weit transportiert werden müssen und viel CO2 Ausstoß vermieden wird. Deshalb gehe ich gern auf den Markt und kaufe dort frisch, oder achte wie gesagt bei Rewe auf regionalität. Aber auch ich musste lernen, dass regionales Obst und Gemüse nicht immer vom freundlichen Biobauern um die Ecke kommt und durchaus nicht nachhaltig gewachsen ist.
Für mich ist es immer ein schmaler Grad, die perfekte Lösung aus regional und bio gibt es nur sehr selten. Trotzdem versuche ich bei einer Auswahl immer zu regionalen Lebensmitteln zu greifen, in der Hoffnung sie damit positiv zu unterstützen und vielleicht auch bald von ihnen mehr Nachhaltigkeit zu bekommen. Ein sehr guter Vorreiter dafür ist zum Beispiel Permagold, die regional in Dresden aus Dresden kommen und mit einer Permakultur auf eine nachhaltige Landwirtschaft achten wollen.

Im Bild: Tasse SugarTrends (*prSample) / T-Shirt SugarTrends (*prSample)/ Brille TakeAShot (*prSample)

3. Die nachhaltige Einrichtung
Wir kennen es alle, nach dem Umzug wird der große Ausflug zu Ikea oder virtuell zu Amazon gemacht, um möglichst günstige und trotzdem qualitative Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Da ich erst später in die Wohnung gezogen bin, hatte ich bei der direkten Kücheneinrichtung nicht viel zu sagen, aber auch ich kaufte zum Beispiel meine Vorratsgläser voreilig bei Amazon.
Eine Leserin hat mich darauf hingewiesen, dass man auch super alte Pesto- oder Gurkengläser benutzen könnte und ich möchte an dieser Stelle noch den Flohmarkt ergänzen. Danke für die Kritik und das Feedback an dieser Stelle, auch ich lerne nie aus und bin über solche Tipps dankbar.

Auch für das Geschirr oder andere kleine süße Einrichtungsgegenstände möchte ich euch eine Empfehlung aussprechen, die Internetplattform SugarTrends. Dort findet man viele regionale Produkte und unter anderem auch Einrichtungsgegenstände, welche lokal produziert werden. Trotzdem solltet ihr euch informieren woher genau die Produkte kommen und wie sie hergestellt wurden, um noch einmal auf den vorherigen Punkt hinzuweisen, aber natürlich ist diese Plattform wunderbar, denn es werden kleinere Händler unterstützt und ihr könnt ein gutes Gewissen haben. Außerdem findet ihr auch eine vegane und eine nachhaltige Kollektion, welche ich persönlich richtig gut finde.

links oben: verschiedene Gläser (hier)

links unten: weißes Schild Flohmarkt / Kerzenständer Flohmarkt / verschiedene Schüsseln SugarTrends (hier und hier) (*prSample)

rechts oben: Platte mit Schüssel Sugar Trends (*prSample) / Tasse Sugar Trends (*prSample) / verschiedene Teller

rechts unten: Seife Sugar Trends (*prSample)

4. Verschwendungswahnsinn
Ich habe es schon in der Einleitung geschrieben, 82kg Lebensmittel wirft jeder Deutsche pro Jahr in den Müll. Auch ich habe es immer wieder zu Hause gesehen, oft wird einfach viel zu viel eingekauft und am Ende nicht gegessen bis es schlecht wird. Hier eine kurze Bemerkung zum Mindesthaltbarkeitsdatum, es heißt nicht umsonst MINDESThaltbarkeitsdatum. Es lohnt sich also auch bei abgelaufenen Produkten zu sehen, ob sie vielleicht noch genießbar sind.
Was mache ich also gegen dieses Problem? Die Lösung ist eigentlich ziemlich simpel. Ich kaufe öfter in kleineren Massen ein. Gerade wenn man allein wohnt bleibt nach dem Kochen immer etwas übrig, was ich versuche an den nächsten Tagen in Gerichten zu verarbeiten. Zwar gibt es dann manchmal eine Woche lang Gemüse, abwechselnd mit Reis, Nudeln oder Kartoffeln, aber oft kann man auch richtig kreativ werden und neue Dinge ausprobieren, wenn man zum Beispiel nur ein paar Pilze und Brokkoli übrig hat.

Ich versuche also immer schon im Voraus zu planen, wie viel und was ich die Woche über essen möchte und gehe dann meistens für 2-3 Tage einkaufen, um flexibel zu bleiben. Natürlich vergesse auch ich manchmal etwas Essen im Kühlschrank, oder komme nicht dazu alles aufzubrauchen, aber immerhin in eingeschränkten Maßen und im bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.
Wenn ihr in einer WG wohnt und es nicht schafft Lebensmittel aufzubrauchen kann man sich dabei übrigens super einteilen und ansonsten kann ich euch Foodsharing empfehlen. Dort könnt ihr an verschiedenen Stationen in eurer Stadt Essen abgeben, welches ihr nicht mehr schafft und es wird dann kostenlos für alle anderen zur Verfügung gestellt. Ganz nach dem Motto, wer es braucht, kann es haben.

Die Idee des Teilens gefällt mir richtig gut und schränkt den Verschwendungswahnsinn enorm ein. Ich weiß auch von vielen Menschen, dass sie Containern gehen und damit Lebensmittel retten die sonst im Müll gelandet wären, aber da ich ein kleiner Angsthase bin habe ich das noch nicht ausprobiert. Solltet ihr euch aber dafür interessieren, kann ich euch den Podcast von Angela sehr ans Herz legen.

Jetzt am Ende sind es nur 4 Punkte, mit denen ich versuche meine Küche etwas nachhaltiger zu gestalten und dennoch sind sie teilweise mit mehr, teilweise mit weniger Aufwand verbunden. Ich hoffe auf jeden Fall, dass dieser Beitrag informativ für euch war und ich euch einen kleinen Einblick geben konnte, wie ich versuche damit umzugehen. Natürlich habe ich noch viel Luft nach oben und möchte stetig versuchen mich zu ändern, aber mittlerweile kann ich euch aus Erfahrung sagen, dass das nicht von heute auf morgen passiert.
Genau deshalb würde es mich auch interessieren, welchen Weg ihr gegangen seid und ob ihr vielleicht noch etwas ergänzen möchtet, was ich vergessen haben sollte. Zum Schluss möchte ich euch noch 2-3 Menschen empfehlen die in meinen Augen ein großes Vorbild sind und es schaffen, bewusst und nachhaltig zu Leben und zu kochen.

Stöbert gern bei:

Wasteland Rebel

Going Zero Waste

DariaDaria

Original Unverpackt Blog

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8 COMMENTS
Lea

Hey! Hast du schonmal versucht “trockene“ Lebensmittel (Reis,Nudeln etc) beim türkischen/asiatischen Supermarkt zu kaufen. Die haben auch oft riesige Säcke da, wiegen nach Gramm ab und wenn man nett fragt, füllen die das auch in mitgebrachte Dosen. Vielleicht eine gute Alternative, wenn man keinen unverpackt Laden in der Nähe hat.

Lea

Hey! Hast du schonmal versucht trockene Lebensmittel (Reis, Nudeln etc) in türkischen und asiatischen Supermärkten zu kaufen? Die haben die oft in riesigen Säcken und füllen dir das dann nach Gramm ind Papierverpackungen ab. Wenn man nett fragt füllen die das auch immer in mitgebrachte Dosen. Vielleicht wäre das eien Alternative, wenn man keinen unverpackt-Laden in der Nähe hat.

Hey, meinst du diese 10 Kilo Säcke? Da habe ich ehrlich gesagt immer ein bisschen Angst vor 😀

Lea

Ich meinte nicht, dass du einen 10 kg Sack kaufen sollst 🙂 Ich meinte, dass solche Supermärkte oft auch Lebensmittel wie Reis und Nudekn „lose“ verkaufen, und dir die gewünschte Menge in dein mitgebrachtes Gefäß abfüllen 🙂

Pauline

Ich finde das Thema mega interessant und versuche meine Familie auch immer so weit wie Möglich mitzuziehen und sie zu animieren mitzumachen, oder zumindest ein gutes Vorbild zu sein. Meist werde ich zwar eher belächelt, weil ich sehr sorgfältig ein Glas auskratze usw. aber letztendlich rette ich damit jedes Mal einen halben Teelöffel Aufstrich (oder was auch immer) und wenn man das jedes Mal wegschmeißen würde macht das schon was aus!
Wenn ich irgendwann alleine wohne und selbst einkaufe, würde ich auch versuchen noch mehr darauf zu achten, aber gerade ist mir das leider noch nicht möglich. Was ich aber unbedingt noch kaufen will, sind solche kleinen Baumwollbeutel für Obst und Gemüse, die ich meiner Mama zum Einkaufen mitgeben kann 🙂

Liebe Grüße
Pauline <3

http://www.mind-wanderer.com

Ich finde es wirklich stark, wie du da immer hinterher bist und versuchst deine Familie aufzuklären.
Alles liebe an dich!
Katja

Johanna D.

Super inspirierender Blogpost 👌🏻 Wie finde ich denn den Podcast den du erwähnt hast?

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