Sep
29
17

Minimalism: Wir müssen wieder damit anfangen Menschen zu lieben und Dinge zu benutzen, umgekehrt macht das alles keinen Sinn.

So, oder so ähnlich lautet der letzte Satz der Dokumentation „Minimalism“ der mir nicht mehr aus dem Kopf geht und mich vor allem während meines kurzen Aufenthalts in der Lüneburger Heide nicht mehr los ließ.
Ich fuhr heraus aus einer Stadt in der an jeder Ecke neue Geschäfte ihre neuen Angebote anpreisen und Menschen ihre Wohnungen mit jeglichem Kitsch und Ramsch vollstellen und landete erneut an einem Ort, an welchem sehr einfach, aber trotzdem voller Zufriedenheit gelebt wird.

Zugegeben, ich reiste das gesamte letze Jahr mit genau diesem Minimalismus an das andere Ende der Welt, aber gerade jetzt wo ich umgezogen bin, war es schön noch einmal daran erinnert zu werden.
Vor allem daran wie viel wichtiger Gesundheit, Menschlichkeit und auch Herzlichkeit sind und wie egal es sein kann, welche Statussymbole man zu Hause stehen hat.

In uns allen klafft dieses Loch, welches allem voran in unserer modernen Gesellschaft immer versucht wird durch einen hohen Konsum gefüllt zu werden, aber genau das macht uns immer unzufriedener. Weil man sich Glück nur für einen kurzen Moment kaufen kann und die neue Errungenschaft auch nicht dabei hilft im Leben anzukommen, etwas zu erreichen, oder neue Erfahrungen zu sammeln. Und genau das sind ein paar der Dinge die uns tatsächlich über einen längeren Zeitraum glücklich machen.
Gute Gespräche mit Freunden, Abenteuer, Erlebnisse, ein herzerfülltes Lachen, oder einfach nur eine Person von der man sich auch in schlechten Momenten einfach verstanden fühlt. Alles, was ich hier besaß, neben der unglaublich schönen Natur die mir gefehlt hatte und alles, was mich hat aufblühen lassen.

Damit möchte ich nicht einmal sagen, dass nur soziale Kontakte Freude und ein erfülltes Leben bringen, tatsächlich genoss ich genauso viele Momente allein im Freien, wie unter Freunden und nichts könnte mich gerade glücklicher machen, als der seichte Windhauch der mir um die Nase weht, während ich diese Worte mit einem Stift niederkritzle.

Sobald man für sich selbst diese Basis an Dingen und Gegenständen geschaffen hat mit der man gut Leben kann, sollte man aufhören seine innere Leere weiterhin mit Konsum zu füllen und sich auf die Suche nach mehr begeben.
Nicht mehr und nicht weniger habe ich die letzten Tage gemacht und beschlossen, dass ich aufhören möchte noch dies und das für unsere Wohnung zu kaufen, was überhaupt nicht notwendig ist. Denn wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, fehlt in meinem Zimmer nichts weiter als ein Bett (was hoffentlich bald ankommt) und der Sitzecke darunter, um Freund einzuladen.

Jede Wohnung und jeder Mensch ist leer, wenn man es nicht schafft die Leere mit Leben zu füllen. Und diese kauft man sich nicht mit neuen Gegenständen oder Dingen, sondern mit Herzlichkeit, einem Lächeln und in meinem Fall auch mit dem nächsten Zugticket Richtung Natur.

Outfitdetails
Schuhe: Dr. Martens (hier, Leder, nicht fair produziert, aber ihr findet auch gebrauchte über Kleiderkreisel)
Hose: Dr. Denim (hier gibt es eine faire Alternative)
Pullover: Second Hand (hier und hier gibt es faire Alternativen)

Location: Alter Schafstall, Nähe Oberhaverbeck, Lüneburger Heide
Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: 24-105mm
Bildbearbeitung Tutorial (hier)

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8 COMMENTS

Ich finde schon, dass ein bisschen gemütlichkeit in eine wohnung durch gegenstände oder licht ebracht werden kann, aber grunsätzlich hast du natürlich recht

Wie gesagt, jeder Mensch braucht gewisse Dinge um sich wohlzufühlen, einzig und allein die richtige Menge für sich selbst ist entscheidend 🙂

Lilly

Hey 🙂

Schöner Text und mir gefällt der Satz sehr, aber warum schreibst du kurz danach woher deine Kleidung sind. Geht es nicht um die Natur und die Kunst der Fotografie. Warum muss dort wieder der Konsum seinen Platz finden?

Geht es auch 🙂 Aber ich werde oft danach gefragt und ganz oft sind Leute auch speziell auf der Suche nach etwas. Ich möchte auch immer noch eine Modeinspiration sein und was man am Ende des Tages kauft, muss und kann man immer noch allein entscheiden 🙂

Merri

Hey liebe Katja ! 🙂

Ich kann das voll und ganz unterschreiben was du schreibst und das Thema ist gerade auch ziemlich präsent in meinem Leben. Im Grunde tragen wir schon alles in uns um glücklich zu sein, leider leben wir in einer Konsumgesellschaft und es ist nicht gerade einfach nicht dauernd unnötiges Zeug zu kaufen, wenn einem dauernd suggeriert wird man braucht noch dies und das. Aber ich bin auch gerade in dem Prozess minimalistischer zu leben, gehe auch bewusst nur noch sehr selten in die Stadt, miste regelmäßig Sachen aus, die ich nicht „liebe“ – und es fühlt sich verdammt befreiend an. Auch fair fashion ist mittlerweile ein großes Thema in meinem Leben und ich finde es super, dass du auf „faire“ Alternativen aufmerksam machst. 😉 (und hey, ich war jetzt glaube ich einen Monat nicht mehr bei H&M, was für mich echt ein Meilenstein ist, so blöd das auch klingt)

Ich ziehe wahrscheinlich auch bald um und befasse mich ebenfalls damit was ich nun „wirklich“ brauche und was überflüssig ist. Kannst du vielleicht sowas wie eine Roomtour machen ? 🙂 Würde mich echt mega interessieren, aber natürlich nur, wenn es nicht zu persönlich ist.

Was ich eigentlich sagen wollte: Mach weiter so ! Ich finde mit den Themen die du in deinen Texten ansprichst, sollten sich wirklich mehr Leute befassen.

Liebste Grüße

Merri

Ohh toll, ich habe vor 2 Tagen einen mega Vortrage genau zu diesem Thema gesehen!! Sehr empfehlenswert:

https://www.youtube.com/watch?v=b-zV8aGDCTE
lg
Esra

Sami

Your blog post is spot on i am really feeling the same way. People make our lives happier and spending time with eachother. Keep up the lovely down to earth posts. PS ich kann deutsch aber auf englisch kann ich mich besser äußern:)

Sami

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