Sep
24
16

Literatur: Polarstern

Ich saß allein in meinem Auto und mir stiegen die Tränen ins Gesicht. Draußen war es dunkel, nur eine einsame Straßenlaterne leuchtete durch die Scheibe, andere Autos fuhren ab und zu im Schnelltempo an mir vorbei. In diesem Moment schien mir die Decke auf den Kopf zu fallen, alles stürzte über mir zusammen und ich fühlte mich allein.
In Wahrheit hatte ich mich noch nie so allein und verlassen gefühlt. Was war ich schon? Wer war ich schon? Ein dummes verzweifeltes Menschenwesen, welches nichts auf die Reihe bekommt. Verloren in der großen Welt, austauschbar, verlassen.

Manchmal habe ich das Gefühl nichts von mir aus auf die Reihe zu bekommen und dann kommen im falschen Moment diese Gedanken über mich. Dann weiß ich nicht mehr wohin mit mir und würde am liebsten im Selbstmitleid versinken. Und dann bin ich froh.
Froh darüber, seinen helfenden Anruf zu bekommen, um ihn dann wenige Minuten später winkend am Straßenrand einzusammeln. Froh über seine Umarmungen und aufbauenden Worte. Denn auch wenn Anna vor kurzer Zeit schrieb, dass wir öfter allein sein sollten, ich kann das nicht.

Ich brauche einen Menschen an meiner Seite der mich in die richtige Richtung lenkt und immer für mich da ist. Ich brauche Freunde, Rat und Bestätigung in meinem Rücken. Ich brauche Personen die mich kennen und verstehen.
In diesen Momenten der Einsamkeit, der Verzweiflung überlege ich, was ich alleine machen würde.  Ich hätte wahrscheinlich gar keinen Plan parat. Wäre verloren in der großen Welt. „Du bist für dich allein verantwortlich“, wurde mir gelehrt, aber wie kann ich dieses Leben ohne fremde Hilfe bewältigen? Muss ich erst in das kalte Wasser geschmissen werden um zu lernen, ohne seinen helfenden Anruf? Oder möchte ich vielleicht gar nicht selbständig leben, sondern verlasse mich gern auf eine warme, schützende Schulter zum anlehnen?

Manchmal fühle ich mich, als würde ich allein meine Orientierung nicht finden können. Und während ich ihn einstiegen lies und wir zusammen durch die Nacht fuhren, wurde mir eines klar. Polarstern. Er zeigt mir den Weg und ist für mich da, er ist meine Orientierung. Und auch wenn es absurd klingt sich auf eine Person auf diese Weise zu verlassen, ist er das was ich im Moment brauche, denn selbst wenn er einmal nicht da ist, sehe ich ihn am Himmel. Meinen Stern.

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2 COMMENTS

Alleinsein kann sehr schön sein und ist manchmal sogar ganz besonders wichtig, an dem Gedanken halt ich fest. Aber einen ganz besonders lieben Menschen, einen Polarstern zu haben, das ist unersetzlich. Ich freue mich sehr für dich, dass du deinen gefunden hast 🙂 ?

Ja, das stimmt ab und zu ein bisschen Zeit für mich möchte ich auch nicht missen. Aber einen Rückhalt zu haben wenn es hart auf hart kommt und einen Menschen an meiner Seite der immer für mich da ist, ist mir auch sehr wichtig 🙂
<3

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