GALLERIES
        GO BACK
        TO MENU

        Fragte man sie nach dem Anfang dieser Geschichte, wusste sie keine richtige Antwort. „Vor ein paar Wochen“, murmelte sie dann leise und fand keine Worte. Ja, vor ein paar Wochen. Ihre eigene Geschichte ging ihr am schwersten über die Lippen, immer wieder wenn sie versuchte einen Anfang zu finden und mit einem ernüchternden Abschluss endete, kam ihr das eigene gesprochene Wort unreal und absurd vor.
        Vor ein paar Wochen war sie auf einer kleinen Lichtung spazieren gegangen, der Hund freute sich neben ihr an der Leine über den kleinen Ausflug und schnupperte an den vorbeikommenden Blumen. Auch bei ihrer Geschichte war der Anfang, wie bei vielen anderen auch, ein normaler Nachmittag. Die Sonne entfaltete ihre letzten Strahlen, die Hundebesitzer lächelten sich freundlich zu und der Sommer hing in der Luft.

        Der Hund und sie gingen den selben Weg wie jeden Abend, beide achteten aber gar nicht besonders auf ihn. Während der Hund fröhlich spielte war sie in ihren eigenen Träumerein gefangen und merkte erst nach ein paar falschen Schritten, dass sich die Farbe des Grüns änderte und die Blumen schon lange hinter ihnen lagen. Vor den Beiden lag jetzt ein kleines Tal, der Weg auf welchem sie hierher gelangt waren führte direkt hindurch.
        Und auf einmal war da diese Stimmung die immer in der Luft liegt, wenn aus einem normalen Spaziergang etwas seltsames entsteht.
        Sie stand noch ein wenig verwirrt vor dem einsamen Weg durch das Tal, während der Hund schon langsam an der Leine zerrte und die Sonne langsam verschwand. Der Mond schien jetzt hell am Himmel und vereinzelt hörte man Hundegebell, ein leises jaulen Richtung des Mondes kam auch aus der Schnauze ihres Hundes, bevor dieser sich losriss und davonrannte. Das hatte er noch nie gemacht, aber sie interessierte sich schon lange nicht mehr für ihn.

        Nein, ganz im Gegenteil. Vielleicht hatte sie nicht einmal sein verschwinden bemerkt, denn ihre Augen waren die ganze Zeit über auf den Mond gerichtet. Sie schaute ihn an, wie man seine erste Liebe anschaut und wurde von ihm magisch angezogen, wie Mücken von einer hellen Lampe. Und als würde er ihr den Weg weisen machte sie sich, ohne den Blick von der leuchtenden Kugel am Himmel abzuwenden, langsam auf den einsamen Weg durch das Tal.

        Moonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater Darkness

        Da lief sie nun ein paar tausend Schritte in die Richtung, vor welcher der Hund noch einige Minuten vorher panisch ausgerissen war. Ohne große Gedanken, ohne eine Ahnung wohin dieser Weg auch führen würde, ohne eine warme Jacke gegen die eisige Kälte, welche sie in dem Tal erwartete. Blind, stur und rücksichtslos war ihr Gang.

        Es passierte nicht oft, dass jemand diesen Weg nahm. Niemals jedoch hatte auch nur eine Menschenseele ihren Weg zurückgefunden. Die Menschen fürchteten sie vor dem einsamen Weg im Tal, es wurden Geschichten erzählt und Mythen gesponnen. Man nannte die verlorenen Seelen im Geheimen „Mondkinder“. Immer wieder wurden vereinzelte Einsame magisch von der verkraterten Kugel angezogen und nie wieder gesehen. Aber wie immer bei Geschichten über welche geschrieben wird, nahm ihre hier noch kein Ende.
        Sie erinnerte sich nicht mehr an die Stunden, Tage und Wochen nach diesem Abendspaziergang mit ihrem Hund. Sie erinnerte sich nicht an das Tal, an den Weg und was darin passiert war. Dieser Mythos sollte für immer bestehen bleiben. Vergleichbar wäre vielleicht eine Nacht voll erholtem Schlaf, aber statt in ihrem Bett, wachte sie eines Tages auf der Blumenwiese auf und hatte eine Lücke in ihrem Gedächtnis. Alles was an dieses magische Licht erinnerte war ein kleiner schwarzer Halbmond an ihrem Unterarm.

        Ganz würde sie über diese Geschichte nie hinwegkommen, manchmal ging sie am Abend allein spazieren und schaute in den Himmel. Aber da war nichts. Und da würde für sie auch nie wieder etwas sein. Alles was ihr blieb war der schwarze Halbmond und die absurden Worte aus ihrem Mund, welche über dieses magische Licht berichteten. Sie war jetzt eine der verlorenen Seelen. Mondkind.

        Moonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater DarknessMoonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater DarknessMoonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater DarknessMoonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater DarknessMoonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater DarknessMoonchild Amoureuxee Fashion und Lifestyleblog aus Dresden Dreads Dreadlocks Vintage Sweater Darkness

        4 COMMENTS

        Wunderschöner Text!
        Mir gefällt wie du durch nur wenig Worte so viel Emotionen und Gefühle vermitteln kannst… großes Talent hast du da meine Liebe❤

        Ich würde mich total freuen wenn du damit anfangen würdest über Fotografie zu schreiben, also Tipps zu geben, wie du deine Bilder bearbeitest und eure Ausrüstung 🙂 Ich liiiiebe einfach deine Bilder und könnte noch sooo viel von dir lernen 🙂
        Das wäre wirklich toll und ich bin sicher es gibt noch mehr Leute die sich darüber freuen würden 🙂
        Liebste Grüße
        Pauline 🙂

        Hey, so viel gibt es da nicht zu berichten, ich bearbeite einfach nur mit ein paar Lightroom Presets 🙂

        Kannst du vielleicht kurz erklären wie das funktioniert mit den Lightroom Presents? Brauche ich auch für kostenlose Loghtroom Presents das richtige Lightoom 4 oder 5? oder kann man das auch umgehen? 🙂
        Vielen lieben Dank :*

        Leave a Comment

        Your email address will not be published. Required fields marked *