Aug
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Literatur: Ein altes Haus.

Sie war gern in alten Häusern unterwegs, obwohl sie gar nicht richtig wusste warum. Vielleicht war es der alte Zaun, das „Betreten Verboten“, welches den Besucher abschrecken sollte, oder die unglaubliche Aussicht vom Dach. In alten Häusern fand sie ihren persönlichen Rückzugsort und konnte in Ruhe nachdenken. Allein.
Sie verstand nicht warum die Menschen das Alleinsein nicht schätzen konnten. Einfach in der Stille sitzen, nur mit seinen eigenen Gedanken und Träumen. Die Außenwelt hinter sich verschließen und die Seele im endlosen Meer treiben lassen.

Es regnete auf leise auf das Dach von dem alten Haus, weshalb sie sich heute ein ruhiges Plätzchen im Trockenen suchte. Vereinzelt plätscherte der Regen in kleine Pfützen unter undichten Stellen und sie beobachtete ihn eine Weile.
Er erinnerte sie an eine große Menschenmasse und immer wieder fielen neue Menschen hinein. Sie nahmen die gleiche Meinung ein und vertraten die gleichen Interessen. Verschiedene Lager hatten sich gefunden und die Pfützen blieben unterschiedlich groß, wie auch die Massen der Menschen unterschiedlich groß waren. Für einen kurzen Moment musste sie über diesen Vergleich schmunzeln, dann aber schaute sie weiter dem Regen zu.
Ein Wasserhaufen erschien ihr besonders laut und groß zu sein. Nur noch ein Tropfen, dachte sie, dann läuft das Fass über, so sagt man das doch.

Der eigentliche Grund für ihren Besuch heute war die Flucht. Die Welt da draußen war ihr zu laut und stürmisch geworden. Menschen die über andere urteilen ohne sie zu kennen, Beleidigungen und das ewige anonyme Versteckspiel in der technischen Welt. Fast, als wolle jeder Mensch nur noch für sich allein kämpfen, egal um welchen Preis.
Diese Welt gefiel ihr nicht mehr. Kein Nachfragen mehr, nur Vorurteile. Angst, Hass, hilflose Menschen, geflüchtete Menschen Terror und Nachrichten die solche Themen immer wieder aufpuschen um Schlagzeilen zu landen. Was ist bloß los da draußen? Was darf man noch glauben und was nicht?

In einer Schulstunde hatte ihr Lehrer sie gefragt, was sie von ihrer Zukunft erwarten. Ihr einziger Gedanke war Angst gewesen. Angst vor dem Ungewissen und der Entwicklung, denn im gleichen Atemzug lehrte die Schule über Diktaturen, Weltkriege und Hass. Was, wenn sich unsere Gesellschaft noch einmal in diese Richtung bewegt? Haben die Menschen nichts gelernt, oder verschließen sie ihre Augen nur vor der Wahrheit um Problemen aus dem Weg zu gehen? Es gibt doch immer einen Grund um unzufrieden zu sein, warum dies nicht für den eigenen Vorteil nutzen?

Nein, sie wollte nicht dahin zurück, dies war nicht mehr ihre Welt. Viel lieber blieb sie allein in der Stille und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Aber es ging nicht. Noch ein Wassertropfen, dachte sie, dann läuft das Fass über. Und dann?

Amoureuxee Fashion und LIfestyleblog aus Dresden Literatur Diaryblogger Altes Haus Fotoshooting Dreads

Outfitdetails // Kleid: Storets // Uhr: Dan&Deer // Schuhe: Zara

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Photos von Martin Stier Photography, vielen Dank!

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10 COMMENTS

Ich freue mich immer sehr über deine „Literatur“-Texte. Die sind so einzigartig in der Bloggerwelt und immer wieder schön zu lesen. <3
Und die Fotos heute – WAHNSINN!

wunderschöner Text 🙂 mehr bleibt da nicht zu sagen!

Wahnsinn deine Fotos sind der hammer 😀 Ich bin wirklich beeindruckt, allem voran aber natürlich der Text, dem einfach nichts hinzuzufügen ist 🙂

Ein wunderschöner Text und die Bilder passen einfach perfekt dazu! Ich persönlich finde so alte Häuser ja immer sehr gruselig. Respekt, dass Du dich da reingetraut hast.

Liebste Grüße,
Marina von Love & Fashion

Wow, einfach wunderschön! 🙂
Liebst,
Vanessa

Einfach wunderbar. Dickes Kompliment!!

Liebste Grüße
Claudia von minnja.de

Wunderschöner Text und tolle Bilder! Die Belichtung ist absolut großartig <3

Die Fotos sind wirklich toll geworden. Aber auch der Text ist super! Einige Gedanken habe ich geteilt und man denkt auf jeden Fall darüber nach 🙂

Ein wahnsinnig toller Beitrag und die Bilder sind so so schön <3

Liebste Grüße,
Janine von Traummelodie

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