Mrz
22
17

„Du musst dir das Ganze wie einen hässlichen Auswuchs an deinem Körper vorstellen“, überkam mich eines Abends der Gedanke. „Dieser Auswuchs wird dich dein ganzes Leben lang begleiten und deine Aufgabe ist es das Beste daraus zu machen. Ihn anzunehmen und blühen zu lassen.“

Wisst ihr, es ist nicht einfach sein gesamtes Leben im gleichen Körper zu verbringen. Nicht ohne Grund durchleben wir verschiedene Phasen in denen wir unser Aussehen verändern, die Kleidung wechseln und immer das haben möchten, was wir gerade nicht haben. Wie oft habe ich mir schon Locken gewünscht, wie sehr eine braunere Haut.
Das Problem ist, dass unsere Wünsche in den meisten Fällen nicht wahr werden, oder aus genetischer Sicht schlicht unmöglich sind. Wir müssen lernen unseren Körper zu akzeptieren und zwar jeder auf seine eigene Weise.

Spätestens seit ich mich vor allem in meiner Figur (mehr dazu findet ihr hier, hier und hier) nicht mehr wohlfühle, bekam dieses Thema einen immer höheren Stellenwert in meinem Denken. Ich bearbeite Bilder von mir und verzweifle an den Aufnahmen, auf welchen meine Makel zu sehen sind. Ja, vielleicht sind sie nicht für jeden offensichtlich, aber mir springen sie dafür umso stärker ins Auge. Und genau diese Bilder zerstören mein positives Körpergefühl extrem.
Ich stehe jeden Tag mindestens einmal vor dem Spiegel und mustere mich kritisch. Den Bauch der schon wieder nicht definiert ist, die Zellulite an den Beinen, die breite Hüfte. Und genau dieser Anblick is es der mich jeden Tag wieder ein kleines Stück kaputter macht.

Unsere Gedanken verfolgen ein bestimmtes Schema, sie sind von Grund aus negativ – beziehungsweise prägen wir uns die negativen Sachen besser ein. Sie bleiben länger in unserem Kopf sitzen. Wir kennen das Wort „nicht“ nicht. Unser Gehirn fasst für uns gewisse Sätze anders auf.
Ich bin nicht dick.
Ich bin nicht hässlich.
Ich bin nicht fett.

Diese negative Seite in unserem Denken habe ich am Anfang mit dem hässlichen Auswuchs an unserem Körper darstellen wollen. Wie ein kleiner roter Teufel sitzt es auf unserer Schulter und versucht von Grund auf alles schlecht zu reden.
Ich habe mir in den letzten Wochen ziemlich viele Gedanken über dieses Thema gemacht (vor allem auch auf meinen Körper bezogen) und mir ist aufgefallen, dass wir viel zu sehr mit uns selbst beschäftig sind. Ich meine, eigentlich geht es doch darum seinen Körper zu fühlen.

Spiegel, Waagen, das böse Gewicht, Aussagen von anderen Menschen, perfekte Instagrambilder – das sind doch die Dinge, welche uns eigentlich zum zweifeln bringen. Wir sehen Menschen die eine perfektere Figur haben als wir und dann schauen wir in den Spiegel und versuchen uns einzureden, dass wir nicht dick sind. Daraus kann nur ein Teufelskreis werden.
Wir müssen es irgendwie schaffen, diesen hässlichen Auswuchs an unseren Körper anzupassen und daraus etwas wunderschönes zu erschaffen. Wir müssen ihn kennen lernen, mit ihm umgehen können und am Ende miteinander verschmelzen. Wir müssen unseren Körper wieder fühlen und nicht an irgendwelchen Daten oder Bildern festmachen.

Wie zur Hölle soll das gehen? – habe auch ich mich gefragt. Und ich habe ehrlich gesagt keine richtige Antwort darauf. Am Ende muss jeder seinen eigenen Weg gehen.
Ich für meinen Teil habe beschlossen die Waage weiterhin zu meiden und Spiegel für kritische Blicke mit dem Satz „Ich bin schön!“ zu bestreiten, um mir wenigstens ein bisschen Selbstwertgefühl zu erhalten. Aber vor allem möchte ich euch mit meinen Gedanken Mut machen, die perfekte Welt etwas aufbrechen und zeigen, dass kein Mensch perfekt ist. Ich möchte mehr Instagramposts wie diesen hier veröffentlichen, da sie nicht nur euch Menschlichkeit zeigen, sondern auch mir selbst unglaublich viel Stärke geben.

„Du musst dir das Ganze wie einen hässlichen Auswuchs an deinem Körper vorstellen“, überkam mich eines Abends der Gedanke. „Dieser Auswuchs wird dich dein ganzes Leben lang begleiten und deine Aufgabe ist es das Beste daraus zu machen. Ihn anzunehmen und blühen zu lassen.“
Für den Anfang ist er grün geworden. Aber ich bin sicher die Blüten zeigen sich noch.


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12 COMMENTS

Schöner und wiedermal so ehrlich geschriebener Post! Wie gut das es mal jemand auf den Punkt bringt und auch noch ehrlich dabei ist, denn mir und ich denke auch vielen anderen geht es da genau so wie dir. Man muss sich wirklich dazu zwingen die guten und schönen Dinge an seinem Körper zu sehen und dafür dankbar zu sein, dass man sie hat und noch viel wichtiger: das man Gesund ist! Wenn man sich immer einredet das man (nicht) dick ist, dann überhört das Unterbewusstsein das nicht. Deswegen muss man sich selbst bewusst machen und sagen was eben gut ist und das Wort nicht, ebenso wie das Wort müssen (in einem anderen Zusammenhang) streichen!
Liebe Grüße
Pauline

Das wäre doch schon einmal ein Anfang. Ich finde es schade, dass es vielen Menschen so geht wie mir und hoffe, wir finden alle schnell eine gute Lösung. Immerhin ist es viel zu schade seine Zeit mit solchen Gedanken zu verschwenden.
Liebst, Katja

Lexi

Es ist so schön auf deinem Blog immer das zu lesen, was ich denke und das Gefühl haben, nicht allein zu sein, mit seinen Zweifeln. Danke!

Was für schöne Worte, die jeden hier draußen, der gerade unzufrieden mit seinem Äußeren ist, Mut machen! Danke dafür 🙂 Du hast recht, jeder muss dabei seinen Weg finden, wie er das Beste aus der Situation und den Gedanken macht. Ich habe für mich beschlossen, dass ich mal endlich mehr Sport mache bzw. generell etwas aktiver werde und etwas mehr auf meine Ernährung achte. Und es ist echt eine Umgewöhnung, aber aller Anfang ist schwer! Doch ich hoffe, dass ich dadurch meinen Weg irgendwie mache und ich bin mir sicher, dass du deinen Weg finden wirst ♥

Übrigens danke für deinen Kommentar – habe mich sehr gefreut und dir auf meinem Blog geantwortet 🙂 Übrigens hat meine liebe Schwester die Fotos gemacht, hihi 🙂

Liebe Grüße ♥
Hang

http://www.hang-tmlss.de/

Immer gern. Vielleicht sollten wir zusammen Sport machen wenn ich wieder da bin 🙂
Deine Schwester hat richtig viel Talent!
Liebst, Katja

Ines

Wow! wirklich ein toller Post. Finde es so erfrischend auch mal was ganz anderes zu lesen! 🙂 <3
http://soglitteryandgolden.blogspot.de

„Mal was anderes zu lesen“, du entscheidest selbst was du im Internet lesen möchtest und kannst deinen Feed allein erfrischender gestalten. 🙂

Ein wirklich toll geschriebener Post und ich finde auch deinen Bildstil wunderbar.
Liebe Grüße, Mona

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