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        Ich weiß nicht genau, wie ich es am besten beschreiben kann, aber ich fühle mich gerade unglaublich glücklich, zufrieden, erschöpft und gleichzeitig stolz wenn ich meinen Blick aus dem Fenster werfe und dem Regen zuschaue, wie er langsam zu Boden fällt. Denn noch vor ungefähr 2 Stunden war ich in meiner persönlichen Hölle.
        Das dieser Weg hoch zum Roys Peak nicht unbedingt einfach werden würde wusste ich, seit eine Freundin ihn „anstrengender als das Tongariro Alpine Crossing“ beschrieb. Und trotzdem habe ich ihn als meine Herausforderung gesehen, denn die 16 Kilometer sollten zu einem der schönsten Blicke auf Wanaka führen.

        Ehrlich gesagt war ich am Morgen des geplanten Tages gar nicht mehr sicher, ob ich überhaupt aus dem Bett steigen möchte. Der Wecker klingelte pünktlich 6:00 Uhr und der Regen prasselte laut aus das Autodach. Nicht unbedingt der schönste Tag für eine Wanderung dachte ich mir und schlief wieder ein.
        Eine Stunde später machte der Regen jedoch eine kurze Pause und ich wusste, dass es endlich an der Zeit war etwas unvernünftiges zu machen. Also überredete ich kurzerhand meinen Freund und etwas später standen wir hochmotiviert auf dem Parkplatz um uns auf dem Weg zu machen. Im Regen.

        Die Landschaft war wirklich atemberaubend und während der ersten Stunde war ich übermutig damit beschäftigt den Auslöser meiner Kamera zu drücken. Ich bemerkte den Regen kaum, was mir später zum Verhängnis wurde. Die meisten der Bilder haben nämlich einen fetten Wassertropfen in der Mitte. Aber das war mir in diesem Moment egal, denn obwohl der Weg ziemlich steil nach oben führte, war ich voller Begeisterung.
        Dann wurde der Regen immer heftiger, meine Beine immer schwerer, der Atem immer schneller. Ich hatte keinen Bock mehr, versuchte mich immer wieder aufzuraffen, aber irgendwann half nicht einmal mehr ein Schokomuffin (einer der Vorteile ohne Eltern zu wandern, es gibt keine unvernünftige Kleidung und auch kein unvernünftiges Lunchpaket).

        Ich hatte auf einmal einen ziemlich großen Hasse in mir. Ich hasste den bescheuerten Berg der immer noch ziemlich steil war, ich hasste das Wetter, meinen Freund und die Tatsache, dass es langsam ziemlich nass und kalt wurde. Aber am meisten hasste ich mich dafür, dass ich schon wieder aufgeben wollte. Ich wollte umdrehen, mich ins Bett verkriechen und mich dafür schämen, dass ich zu schwach war.
        Mit vielen guten Worten und diesem Hass der mich dann doch voran trieb, erreichten wir dann aber schließlich die Spitze. Und es war – okay.

        Der Wind war ziemlich heftig da oben und ein paar Wolken verdeckten einen großen Teil der Aussicht. Wir machten nur kurz ein paar Fotos und gingen dann wieder nach unten, weil es einfach zu kalt war.
        Aber das ist egal, denn ich habe diesen Weg am Ende nur noch für mich selbst bestritten. Um nicht wieder wie ein Versager im Bett zu liegen und sich schlecht zu fühlen, sondern um jetzt ein kleines bisschen stolz aus dem Fenster zu schauen. Und dafür hat es sich definitiv gelohnt.

        10 COMMENTS

        Einfach grossartige Bilder und ich kann dir nachfühlen. Ich habe beim erwähnten Tongariro Crossing beinahe die Nerven verloren. 🙂 Neuseeland ist wunderschön und du packst diese Schönheit wirklich megamässig in Bilder ein!

        Das glaube ich dir, das ist nicht ohne! Danke dir 🙂

        Wie immer richtig tolle und beeindruckende Bilder…gut, dass du dich doch noch motivieren konntest trotz Regen 🙂

        Schön, dass ihr es am Ende wirklich bis nach oben geschafft hab (16km sind ja schon eine ordentliche Nummer!) und du deinen Schweinehund überwunden hast. Ich kann dich sehr gut in dieser Situation verstehen, dort befinde ich mich beim Wandern oder Mountainbiken auch manchmal… aber nach einer warmen Dusche und was zu essen ist mann dann doch sehr froh und stolz, dass man es durchgezogen und geschafft hat 🙂
        Und die Bilder zeigen ja, dass es sich definitiv gelohnt hat! Die sind wirklich so wunderschön und mit deiner gelben Jacke und der orangen Mütze passt du farblich auch perfekt in die Landschaft 😀 sieht einfach atemberaubend aus! Und die Bilder mit den Schafen sind auch richtig cool 🙂

        Liebe Grüße
        Pauline <3

        http://www.mind-wanderer.com

        Eine warme Badewanne wäre perfekt gewesen! Aber es hat sich wirklich gelohnt und manchmal muss man eben seinen Schweinehund überwinden, sie du schon sagst ?

        Ich freue mich wirklich für dich – Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine solche Wanderung bei solchem Wetter überhaupt in Angriff genommen hätte. Das du es durchgezogen hast, finde ich toll. Genauso wie die Kulisse deiner Fotos. Einfach magisch. Und wunderschön. Und all die Quälerei bestimmt wert.

        xx Seline
        Mein Blog: SEL’S CLOSET

        Ich bin auch überrascht, dass wir losgelaufen sind ? Dankeschön und ja, das war es ?

        Die Aussicht ist so unglaublich schön! Eigentlich finde ich es auch gerade so toll morit dem Regen, weil er dem Ganzen eine so besondere Atmosphäre gibt – aber ich kann verstehen, dass er beim Wandern nicht besonders angenehm war…
        Ich finde übrigens, dass man dir auf den Bildern das Glücklichsein wirklich ansieht!
        Ganz liebe Grüße ?

        Wandern in den Wolken ist sowieso was ganz besonderes. Ich freue mich übrigens so sehr, dass du wieder auf deinem Blog schreibst ☺️

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