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        Das sich unsere Welt immer schneller dreht wissen wir spätestens seit dem olympischen Motto „citius, altius, fortius“, zu deutsch auch „schneller, höher, weiter“.  Fast Fashion und Fast Food dürften mittlerweile allen von uns ein Begriff sein.
        Und während der Großteil der Menschen fleißig schnell im Strom schwimmt, dem Stress kaum standhält und der Konsumgesellschaft völlig verfallen ist, hat sich eine Gegenbewegung entwickelt. Diese sieht ihr Leben etwas entspannter, verzichtet auch öfter mal und bezeichnet sich selbst als „slow“, übersetzt auch „langsam“.

        Diese kleine Gruppe hat sich langsam zum Trend entwickelt. Sie wollen die Umwelt schützen, setzen sich für Fairness in allen Bereichen ein und haben den Drang gesünder zu leben. Sie entschleunigen den Alltag für einen kurzen Moment, indem sie nicht zum nächsten Kiosk gehen und denken über den Sinn nach bevor sie etwas kaufen.
        In der Modeindustrie und auch in der Ernährungsindustrie hat diese Gruppe der langsamen Leute immer mehr Anhänger gefunden und auch ich bin ein begeisterter Fan. Denn die Gesellschaft, die immer schneller voranschreitet macht auf Dauer nicht glücklich. Oder wie lang freut ihr euch über 10 neue T-Shirts? Richtig, bis sie als Schrankleichen auf eurer Kleiderstange Platz nehmen.

        Die kleinen Dinge machen unser Leben schöner, diesen Satz hört man immer öfter. Und es stimmt. Kein Gegenstand der Welt macht glücklicher als ein gesundes, mit Freunden umgebenes Leben. Oder seht ihr das anders?
        Ich finde die entschleunigten Menschen sollten noch mehr Andrang bekommen und sich auch auf neuem Gebiet niederlassen. Der Musikindustrie.
        Täglich werden hunderte an neuen Lieder geschrieben und veröffentlicht. Und genau da liegt das Problem.
        Ich bin ein begeisteter Musikhörer und muss zugeben, dass die 90er Jahre eine meiner Lieblingsepochen waren. Aber das ist eine andere Geschichte.
        In der heutigen Zeit wird produziert und produziert und alles klingt irgendwie gleich. Die Instrumente rücken immer weiter in den Hintergrund und machen Bässen und technischen Klängen Platz. Soweit nicht schlimm, aber das ewige, gleiche Gedudel ist belastend für meine Ohren.

        Amoureuxee_Kolumne_Slow Fashion Slow Music Slow Food_Dresden_Mode- und Lifestyleblog 2

        Den Komponisten scheinen die Ideen auszugehen. Oder sie stehen unter Zeitdruck. Anders kann ich mir Texte wie „Die immer lacht“ oder „Work, Work, Work“ und mein heimlicher Favorit „Lalala“ nicht erklären.

        Die Musikindustrie sollte Slow Music produzieren. Lieder hinter denen eine Idee oder ein Gefühl steckt. Sänger die wissen wovon sie singen und an ihren eigenen Liedern mitschreiben. Und wenn es nur ein kleiner Anteil ist. Sie sollen sich für eine neue Platte Zeit nehmen und überlegen was sie damit erreichen wollen. Und damit meine ich keine Top 5 Platzierung.
        Ich möchte endlich wieder Musik hören, die von Menschen mit einer Seele und Gefühlen kommt und nicht aus irgendeinem blöden Computer. Es sollte mehr Adeles geben. Großartige Sänger und Sängerinnen die sich mit ihrer Musik weiterentwickeln.

        Für mich am schlimmsten zu verkraften sind DJ`s. Ja, es gibt auch gute, Kygo gefällt mir zum Beispiel richtig gut. Aber warum soll ich einen Typen feiern der hinter seinem Pult steht und ein paar Knöpfe dreht, wenn er am Ende nicht einmal selbst komponiert hat. Oder einfach wirkt als hätte er keine Ahnung und die Musik im Hintergrund ist Playback wie bei Robin Schulz?
        So richtig werde ich mit ihnen wohl nichts anfangen können, aber das ist Geschmackssache.

        Die Fast Music Industrie geht aber noch viel weiter. Es sind nicht nur MusikerInnen beteiligt, nein, auch wir. Wann genau haben wir eigentlich aufgehört die guten, alten CD´s zu kaufen und sind auf Spotify und Co. umgestiegen?
        Was spricht gegen die Musiksammlung im Regal und für eine dämliche Liste in einer App?  In diesem Punkt bin ich noch nicht mitgekommen. Auch hier sollte etwas entschleunigt werden.
        Natürlich muss man sich nicht jede CD kaufen, aber die Lieblingskünstler zu Hause stehen zu haben spricht nicht nur für einen guten Geschmack, sondern auch für die echten Musikfans.

        Also bitte liebe entschleunigte Gesellschaft, der nächste Kandidat auf eurer Liste darf die Musikindustrie sein. Rettet was noch nicht verloren ist!

        Amoureuxee_Kolumne_Slow Fashion Slow Music Slow Food_Dresden_Mode- und Lifestyleblog 1

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        9 COMMENTS

        Du sprichst aus, was ich schon lange denke! Ich vermisse auch die „gute, alte“ Musik mit Charakter, die Musik mit Wiedererkennungswert, die Musik, die etwas ausdrückt, die wir auch gerne noch viele Jahre später hören. Immer und überall nur das Gleiche. Gehört wird es trotzdem – auch ich höre es, das geb ich zu. Aber ab und zu ist es dann doch schön, wieder in die Zeiten der 70er, 80er und 90er abzutauchen – auch wenn das für manche schon Oldies sind.. 🙂

        Liebe Grüße,
        Giulie

        http://onyvanow.blogspot.de

        Schöner Gedankenzug. Ich habe es immer geliebt wenn Musiker noch richtig spielen können, Instrumente oder ihr Instrument die Stimme beherrschen können und nicht nur digital was zusammenmischen was schnelllebig kurz gehyped wird. Deswegen bin ich auch heute noch eher in den musikalischen Nischen zu finden als Mainstream was das Radio hergibt 🙂

        Liebe Grüße, Mona

        Ich verstehe gut, was du meinst. Die Musik, die vorallem im Radio gespielt wird, klingt häufig seehr ähnlich. Deshalb höre ich das auch nicht mehr wirklich. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich bestimmt kein Musikkenner bin, sondern einfach quer beet höre, was mir gefällt. Zusätzlich spiele ich auch Cello, auch im Orchester, und da kann man die Musik dann selber machen. Die hat meistens in der Kompsition auch viel Hintergund und Gefühle mit im Spiel 🙂
        Liebste Grüße, Carlotta ♥♥
        http://sparklingforstars.blogspot.de/

        Hey, ich finde deine Post und deinen Blog echt gut und inspirierend, sodass ich dir jetzt mal folge.

        Hm, ich bin da mit dir ehrlich gesagt überhaupt nicht einer Meinung. Bzgl. Slow Food und Slow Fashion natürlich schon, auch ich lebe eher minimalistisch und versuche ständig noch mehr zu minimalisieren, denke sehr kritisch über Produktionsbedingungen, Verschwendung, Umweltverschmutzung etc. Aber in der Musikindustrie finde ich es eigentlich sehr gut, dass heutzutage vielen Künstlern die Gelegenheit geboten wird, von ihrer Passion zu leben. Es hört sich auch bei Weitem nicht alles gleich an – das liegt halt daran, dass du hier vom weichgespülten Bubblegum-Pop redest, der in den Standard-Radiosendern rauf und runter gespielt wird. Ich persönlich höre Metal und Metalcore und freue mich über jedes kleine Festival, auf dem tolle Bands spielen, die eigentlich noch keine Sau kennt, die aber so populärer werden können. Ich find’s klasse, wenn sie mit ihren tollen Musikstücken ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Und ich freue mich über neue Lieder und Platten.
        Übrigens wurde früher nicht weniger langsamer produziert und Menschen in dem Business nicht weniger verheizt. One-Hit-Wonder gab es immer und überall. Heute können sie mit ihrem One-Hit wenigstens ’n bisschen Kohle scheffeln.

        Natürlich ist es gut, dass so viele Künstler heute von ihrer Musik Leben können. Ich wollte eher darauf hinaus, dass viele MusikerInnen ihre Musik gar nicht mehr selbst produzieren oder an den Songs mitwirken und ich teilweise auch das Gefühl habe, dass sie ihre Lieder gar nicht richtig verstehen.
        Ich höre auch gern Rock und Metal und verstehe dich da voll und ganz. Mich würde es einfach freuen wenn Künstler wieder über ihre Botschaft und Musik nachdenken 🙂
        Liebst, Katja

        Leider kann ich da nicht so wirklich mitreden, weil ich nie Musik höre. 😀 Aber ich mache selber welche und spiele in einem Orchester – da wird noch alles von Hand produziert… 😛
        Herzliche Grüße,
        Marie <3

        Liebe Katja,
        Es wird nicht unbedingt schneller Musik produziert, das wirkt nur so, weil es heutzutage mehr Musiker gibt, bzw. deren Musik leichter für die breite Masse zugänglich ist. Das Internet bietet nämlich auch kleineren Bands eine Möglichkeit sich zu behaupten und man kann auch ohne Plattenfirma und Produzenten zum „Durchbruch“ gelangen. Oder eben einfach nur eine kleine Fangemeinde aufbauen. Und ist das nicht toll so? Klar, wir haben jetzt einen Haufen Interpreten, den wir durchstöbern müssen, bis wir vielleicht etwas finden, was uns gefällt. Aber dafür können wir unglaublich viel finden, das und gefällt! Und wenn dir etwas nicht gefällt, musst du es ja nicht anhören. Es gibt noch so viel mehr als die (blöde, das geb ich zu) Popmusik, die dauernd im Radio läuft. Richtig gute Leute, die man ohne das schnelle Internetzeitalter, vermutlich nur kennengelernt hätte, wenn es zufällig Studienkollegen gewesen wären.
        „Slow Music“ müsste meiner Meinung nach nicht unbedingt eine Veränderung der Musikindustrie bedeuten sondern vielleicht ein anderer Umgang mit Musik selbst. Und dafür ist ja jeder selbst verantwortlich.
        Liebe Grüße,
        Magda

        PS.: Nimm mir meine ganzen kritischen Kommentare nicht übel – ich diskutiere einfach sehr gerne! 🙂

        Huhu Madgda,
        ganz im Gegenteil, ich mag deine Kommentare weil sie immer so schön ehrlich sind 😀
        Ich denke schon, dass die Musik schneller produziert wird, weil man sonst auch schnell zum berühmten One-Hit-Wonder wird. Die kleinen Bands und Musiker mit Herz möchte ich da aber gar nicht mit in den Topf werfen.
        Mir gefällt eigentlich so ziemlich jede Musikrichtung und du magst Recht haben, das Radio vermiest einem mindestens die Hälfte davon durch übermäßiges spielen. Deinen Gedanken, dass wir den Umgang mit der Musik ändern müssen finde ich nicht schlecht, aber vor allem müssen uns die Musiker mit gutem Beispiel vorangehen, damit wir ihre Musik auch schätzen können wie sie ist.
        Liebst, Katja

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