Okt
04
17

Ich muss aufhören mich und mein Leben schlecht zu reden.

„Du redest aber auch alles schlecht.“, sagt sie zu mir und ich verliere vor Schreck den Satzanfang der mir eben noch auf der Zunge lag. Ich habe mich selbst immer als einen positiven und vor allem gutgläubigen Menschen gesehen, aber ihre Auffassung war scheinbar eine ziemlich verschiedene.
Dabei hatte alles ziemlich harmlos begonnen. Ich möchte die Geschichte an dieser Stelle auf Grund der Privatsphäre etwas kürzen, aber wir trafen uns, tauschten unsere Gedanken nach langer Zeit einmal wieder aus und unterhielten uns wie gute Freunde.

Alles was aus ihrem Mund kam hörte ich unglaublich erstrebenswert und perfekt an, dass ich mich nicht nur eingeschüchtert, sondern auch ein wenig minderwertig fühlte. Ich meine, was ist denn in der letzten Zeit bei mir passiert? Ich bin aus Neuseeland wiedergekommen und führe seitdem ein Leben aus Fernweh und Verpflichtungen, ich schrieb mich für ein Studium ein, weil ich Angst habe zu versagen und ich zog nach Leipzig in eine immer noch halbfertig eingerichtete Wohnung.
Je mehr sie erzählte, desto mehr ich mich mit ihr verglich, wurde meine Eigeneinschätzung immer schlechter, sodass es sogar ihr auffiel. Ich sah auf einmal alles in meinem eigenen Leben negativ, obwohl ich das überhaupt nicht machen muss.

Wir redeten noch eine Weile darüber und am Ende stellte ich fest, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg geht, nämlich genau den Richtigen für sich selbst. Mit allen Höhen und Tiefen.
Nur weil sie in meinen Augen gerade ein perfektes Leben führt, welches ich auch gern hätte, heißt es nicht meins kann nicht ebenfalls schön werden. Dafür bin ich ganz allein verantwortlich und auch, wenn diese Worte sehr abgedroschen klingen, steckt hinter ihnen doch viel mehr.

Vielleicht ist das eher unfreiwillig gewählte Studium genau der Schups in die richtige Richtung den ich gerade brauche, um herauszufinden was mir wirklich liegt? Vielleicht auch ein Text, um mich selber besser kennenzulernen? Vielleicht öffnet es mir ganz neue Türen die ich vorher nicht gesehen hätte?
Nichts passiert ohne einen Grund und auch, wenn man vielleicht nicht überzeugt von der Situation ist, kann man immer etwas daraus lernen, Kontakte knüpfen, oder man sammelt Erfahrungen. Ich muss nur lernen genau diese Tatsache zu akzeptieren, um das Beste daraus zu machen. Denn ohne Fehlversuche kann man das Leben nie erreichen.

Mein Leben ist nicht komplett beschissen und ihres auf keinen Fall perfekt. Wie immer hat alles etwas mit der richtigen Perspektive und dem richtigen Blickwinkel zu tun. Mir hat nur die richtige Entfernung gefehlt, um alles etwas differenzierter zu betrachten. Aber dafür hat man schließlich Freunde.
Jetzt weiß ich, dass ich auch in unglücklichen Situationen positiv sein kann und muss, um einen Schritt voranzukommen und weiterzugehen. Bis sich der richtige Weg für mich findet. Das versuche ich mir zumindest alles immer wieder zu verinnerlichen.

Location: Oberhaverbeck, Lüneburger Heide
Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: 24-105mm
Bildbearbeitung Tutorial (hier)

Outfitdetails
Hose: G-Star RAW (hier gibt es das Original (nicht nachhaltig), hier eine faire Alternative)
T-Shirt: Second Hand (hier gibt es eine faire Alternative)
Schuhe: Dr. Martens (hier gibt es das Original (nicht nachhaltig) aus Leder)

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2 COMMENTS
Marlene

Das ist wieder einmal ein wahnsinnig inspirierender Text von dir. Ich erkenne mich darin 100% wider.
Und ich denke, dass dein und mein Leben für andere auch viel einfacher aussieht als es tatsächlich ist. Wir sollten uns nicht vergleichen. Und schon gar nicht unsere Tiefs mit den Hochs von anderen Leuten.
Jeder lebt in seinem Tempo und jeden machen andere Dinge glücklich…

Ein, wie immer, sehr schöner Text Katja! Ich kann dich da wirklich gut verstehen, gerade wo mich die Schule einfach nur nervt und ich endlich fertig werden will, kommt es mir vor, als würde mein Leben nur noch aus Zwang und Verpflichtungen bestehen und ich will einfach nur endlich ein „anderes Leben“ (naja nicht ganz) einfach fertig sein, meine Freiheit haben und eben nicht mehr dieses Schul-Leben. Auch wenn ich weiß, dass es auch Vorteile hat.. Ich kann einfach nicht mehr, ich brauche etwas neues.
Aber da ich ein Optimist bin, oder es zumindest versuche zu sein und mich im positiven Denken übe, bringt es einfach nichts sich darüber zu beschweren usw. man muss es hinnehmen, das Beste draus machen und das zum positiven Ändern, was man verändern kann 🙂
Wenn du an sowas interessiert bist, kann ich dir sehr „Law of Attraction“ empfehlen. Ein „Lebensstil“ oder Glaubensrichtung (keine Ahnung wie ich das besser beschreiben soll) bei der es darum geht, dass man das bekommt, was man ausstrahlt 🙂 Sehr interessant und funktioniert wirklich!

Liebe Grüße
Pauline <3

http://www.mind-wanderer.com

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