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        Ich meine, wer mag keine Blumen? Wer findet die Vorstellung, dass aus einem kleinem Samen etwas wundervolles entstehen kann nicht unglaublich? Wem raubt es nicht den Atem? Der Phönix aus der Asche?
        Wisst ihr, ich schreibe oft darüber wie abgefuckt diese ganze Internetwelt mir erscheint, ich frage mich oft welche Rolle ich darin spielen soll und wundere mich immer wieder darüber, wie geizig, selbstverliebt und hartherzig Menschen sein können. Und jedes Mal, wenn ich mich wieder in Rage schreibe, wenn ich mich wieder verletzlich mache – jedes Mal vergesse ich einen wichtigen Punkt.

        Ich war auch einer dieser Samen unter der Erde. Vielleicht ein kleines bisschen schlaksiger als alle Anderen, aber ich kauerte schüchtern mit ihnen im Dreck und wusste nicht wohin mit mir. Ich hatte keine Ahnung. Selbstzweifel. Und manchmal hasste ich mich.
        Aber da gab es dieses Hobby. Meinen Kleiderschrank, die Mode, Flohmärkte und Second Hand Läden. Eine Leidenschaft die mich immer weiter vorantriebt. Die mich dazu brachte eine Kamera in die Hand zu nehmen und mich selbst zu zeigen. Zu präsentieren – und das mit stolz. Ein echter Samen braucht Wasser um zu wachsen, ich brauchte das Internet.

        Ja, das klingt verdammt komisch. Die Bestätigung anderer Menschen, das Finden von Gleichgesinnten und schlaflose Nächte vor dem Laptop haben mir etwas gegeben, was ich außerhalb dieser Welt nie gefunden hätte. Selbstbewusstsein.
        Denn ich habe mir hier etwas aufgebaut und diesen Satz kann ich mittlerweile voller Stolz verkünden. Ich habe gearbeitet, ich hatte etwas Glück, ich habe mich selbst bemitleidet, ich habe geliebt, gelacht, geweint und am Ende habe ich alles mit euch geteilt.

        Das alles hier ist immer weiter gewachsen. Ich habe meine Wurzel langsam in der Erde vergraben und bin standhaft geworden.
        Diese riesige Angriffsfläche die ich hier öffentlich zeige hat mich stark gemacht. Als erstes habe ich gelernt mich selbstbewusst zu zeigen und nicht immer schüchtern im Hintergrund zu stehen. Dann lernte ich, dass nicht jedem Menschen meine Arbeit gefallen wird und wie ich etwas Abstand davon bekommen kann. Wie ich mit nicht immer gut gemeinten Nachrichten und Worten umgehen sollte. Ich entwickelte mich immer weiter. Nicht nur äußerlich, vor allem innerlich.

        Und heute laufe ich selbstbewusst durch mein Leben, treffe mich mit Fremden und habe eine gute Zeit mit ihnen. Ich fotografiere, ich schreibe und ich brauche diese zweite Welt. Denn ich habe mir hier etwas aufgebaut und diesen Satz kann ich mittlerweile voller Stolz verkünden. Ich bin gewachsen. Ich blühe. Auch, wenn diese Welt nicht immer Realität sein kann – ich liebe diese Idee.

        2 COMMENTS

        Sehr sehr schön geschrieber Text! Ehrlich und schön!
        Der Text wird sicher den ein oder anderen ermutigen vom Samen zur Blume zu werden!

        Hey Katja.
        Toller Text. Ich weiß, was du meinst. Mir geht es ganz ähnlich. Ich blogge auch. Zwar nicht über die Dinge, über die du schreibst, aber trotzdem kann ich absolut nachvollziehen, was du meinst. Aber denkst du nicht, dass das mit dem Selbstbewusstsein auch mit deinen Dreads zusammenhängt? Zumindest war das bei mir so. Seit ich meine Dreads habe, fühle ich mich wirklich wie ich selbst und deshalb bin ich selbstbewusster geworden. Also, du bloggst ja schon länger, als du deine Dreads hast (oder?), aber vielleicht hängt es ja auch damit zusammen.
        Und ich glaube, dass dein Selbstbewusstsein nicht nur dich zum Blühen bringt, sondern auch andere. Ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass du für viele ein Vorbild bist.
        Also mach dir nichts aus denen, die deine Arbeit und deine Leidenschaft nicht wertschätzen und ignorier sie einfach 😉
        LG, Medea

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