Ich hatte mich auf zu Hause gefreut. Wirklich. Denn auf meiner Reise musste ich immer wieder zurückstecken. Ich kaufte sehr wenig Kleidung oder andere Sachen zum Beispiel - was ich auch wirklich gern gemacht habe - aber mein Kleiderschrank hat mir wirklich gefehlt.
Also freute ich mich vor allem die letzten Wochen in Neuseeland darauf, endlich wieder einzutauchen in die Modewelt und alles neu zu entdecken. Ich wollte vor dem Spiegel stehen und mich jeden Tag neu erfinden, ich wollte meine alten Sachen wieder tragen und mich zu Hause fühlen.

Und dann kam ich nach Hause. Ich betrat das erste Mal mein Zimmer. Wusste nicht richtig was ich anziehen sollte und trug am Ende diese halbherzigen Sachen. Ich fühlte mich nicht wohl in meinem Zimmer, in meiner Kleidung, in meiner Haut.
Nach einem kurzen Ausflug kam ich zurück in meine Wände und wurde erdrückt von all´den Dingen die ich vor ein paar Monaten noch für wichtig erachtet habe. Gegenstände die mir eigentlich nichts bedeuten, die unnütz herumstehen und mir einfach viel zu viel vorkamen.

Nach ein paar Worten und der Bestätigung meiner Freunde, wusste ich was zu tun war. Ich fing an auszusortieren. Und das sofort. Denn die Erfahrungen waren noch frisch, das Vanleben lag mir noch in den Knochen und ich wusste, dass ich später doch noch Ausreden finden werde, um weiterzuleben wie vorher.
Ich fing bei meinem Kleiderschrank an und arbeite mich bis heute durch das gesamte Zimmer. Angefangen habe ich mit einfachen Dingen wie kaputten Socken, oder alter Unterwäsche, dann kamen die ungeliebten eingestaubten Sachen, danach die Kleidung bei der ich mir einredete sie vielleicht noch einmal zu tragen, die Wahrheit aber wie immer anders aussah.

Ich arbeitete mich durch alte Schulhefter, schlechte Klausuren, Zeitschriften, Kinderbücher und eingetrocknete Pflanzen. Alles wurde aus den Regalen gerissen und aussortiert. Schminke und Nagellacke die ich nie benutzte, Pappkartons von alten Paketen und selbstgetöpferte Vasen die ich nur aus Mitleid vor dem Mülleimer gerettet hatte.
Am Ende stand ich da, mit großen Tüten voller Müll, Kisten voller Dinge für den Flohmarkt und hätte am liebsten noch meine Möbel ausgetauscht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Deutschland erdrückt mich gerade mit seinem Konsum. Ich stehe in meinem Zimmer und frage mich, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe so viel sinnloses Zeug zu sammeln. Ich laufe durch die Stadt, gehe an Geschäften vorbei und frage mich, wer dieses Billigzeug noch kauft. Ich öffne unseren Kühlschrank und schäme mich, dass am Ende der Woche einiges davon im Mülleimer landen wird. Weil wir zu viel kaufen.
Mein Zimmer und mein Kleiderschrank sind fast leer und fühlen sich trotzdem noch viel zu voll an. Also habe ich einen Entschluss gefasst - diesmal werde ich nicht scheitern.

Um die Begriffe Second Hand und Fair Fashion habe ich mich schon immer herumgewunden, Minimalismus stand dafür noch nie auf dem Programm. Weil ich einfach nicht verstehen konnte, wie Menschen auf diese Weise leben können. Weil mir der Besitz immer wichtiger war.
Aber Neuseeland hat mir gezeigt, wie wenig Besitz eigentlich notwendig ist um ein erfülltes Leben zu haben. Wie einfach es sein kann den Überblick zu verlieren, Sachen zu kaufen die man überhaupt nicht braucht und einfach nichts mehr richtig zu schätzen. Weil man sowieso zu viel hat.

Ich weiß, dass das Internet uns schon seit einiger Zeit damit predigt, aber bei mir hat die Erkenntnis einen etwas größeren Anstupser gebraucht, über den ich unglaublich glücklich bin. Nachdem ich mich von vielen Gegenständen halbwegs befreit habe, mich aber immer noch erdrückt fühle, möchte ich euch diesmal mitnehmen auf meinem Weg. Um euch den Anstupser zu geben, um euch zu inspirieren und um jemanden zu haben der mich immer wieder daran erinnert, warum ich diesmal nicht scheitern möchte.
Seid ihr dabei?

Outfitdetails // Schuhe: Zara // Hose: Topshop // Pullover: Second Hand // Uhr: Kerbholz (gesponsert)

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21 COMMENTS
Kea

Toller Artikel mit guter Message. Es freut mich dass du auf diesem Weg festgestellt hast was du wirklich brauchst und was nicht. Mach weiter so! 🙂

zweifellos mondbetont

warum braucht dieser Artikel Fashion-Fotos mit gesponserter Uhr?

maria

die gedanken und das handeln ist alles io.was ich sehr paradox finde fashion bilder , die sicher den nutzen haben die uhr an den mann zu bringen -gefolgt von links , die zeigen, wo man die kleidung konsumiert.wenn man von marken gesponsert wird , dann lebt man ebensfalls im konsumkreislauf.minimalismus bedeutet auch kein leben für das internet.lebe für dich selbst und nicht für andere… ich finde deine gedanken und dein handeln gehen nicht überein. ich hatte deshalb deine entwicklung beobachtet. paradox.

Jenni

Sowas von dabei!
Ich freue mich, dass du nun in diese Richtung gehen möchtest und für dich persönlich dorthin gefunden hast – großartig!
Ich bin gespannt auf weitere Beiträge zum Thema!
Liebe Grüße
Jenni

UNBEKANNT

Irgendwie kann man dir das nicht wirklich abkaufen wenn der Artikel mit Werbung und Fashion endet.

Pauline

Ein schöner Gedanke. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich die ganzen Sachen zu Hause einfach erdrückt haben, denn wenn man 9 Monate aus dem Rucksack lebt ist es ungewohnt wieder in einem Haus voller „Zeug“ zu sein. Ich persönlich miste deswegen auch total gerne aus. Ich mag das befreiende Gefühl danach und habe das eine Zeit lang wirklich 2 Mal im Jahr gemacht. Allerdings ist das letzte mal entrümpeln schon eine Weile her und es könnte mal wieder in Angriff genommen werden.
Ich wünschte auch, dass unsere Gesellschaft weniger unnötiges kaufen würde. Damit meine ich nicht mal unbedingt Klamotten, die man sich selbst kauft und auch trägt, sondern vor allem Geschenke, die man sich nie gewünscht hat und die man eigentlich gar nicht braucht bzw. haben möchte. Das ist nicht nur schade ums Geld sondern auch einfach Verschwendung. Und was Essen wegwerfen bin ich ziemlich vorbildlich. Ich kann einfach kein Essen wegwerfen und fühle mich total schlecht, wenn ich es muss. Meine Eltern zwingen mich teilweise richtig dazu schimmligen Aufstrich weg zu schmeißen. Ich würde lieber nur den Schimmel abkratzen 😀
Ich glaube nicht, dass ich jemals einen wirklich minimalistischen Lebensstil führen werde, aber zumindest mit wenig unnützem Zeug. Mal sehen was ich nach Australien und nach einer Zeit aus dem Rucksack leben dazu sage 🙂
Liebe Grüße
Pauline <3
Übrigens habe ich einen Post mit deinen Bildern hochgeladen 🙂
http://www.mind-wanderer.com

Ich habe ihn gerade gelesen, das ist so lieb ☺️

Simone

Liebe Katja,
mir gingen so viele Worte und Gedanken durch den Kopf, als ich deinen Artikel gelesen habe. Mir geht es nämlich gerade genau gleich – ich habe die Dokumentation „Minimalism“ gesehen und habe am nächsten Tag mein Badezimmer entrümpelt. Ich habe mir eine Liste geschrieben, was als nächstes drann kommt und ich freue mich schon riesig meinen Kleiderschrank und alles andere einfach mega auszusortieren. Ich ersticke auch im Konsum und vor allem herrscht riesiges Chaos in meinem Kopf. Natürlich wird man öfters mit diesen Themen konfrontiert und denkt sich „ja, das ist ein guter Gedanke und sollte ich auch einmal machen“ – doch man unternimmt meistens nicht, bis es plötzlich doch KLICK im Kopf macht. Und dann erscheint alles so logisch und einfach – so geht es mir gerade … Ich habe auch gerade erst einen Blogbeitrag dazu geschrieben und möchte meine Reise zu einem nachhaltigeren und glücklicheren Leben, in dem wir einfach bewusste Entscheidungen treffen, teilen und darüber schreiben. Ich denke, das ist eine sehr wichtige Message. Hier ist mein letzter Blogbeitrag, in dem ich erzähle wie mich mein Kleiderschrank überfordert: http://www.rebelliouslace.com/blog-style-summer-shoes/
Ich finde es übrigens unfair, dass dich hier so viele Leute konfrontieren. Man möchte ein bisschen etwas richtig machen – und wird gleich kritisiert, weil man doch nicht perfekt ist. Ich hoffe, das bringt dich nicht von deinem Weg ab.
PS: Übrigens deine Fotos und auch dein Blog ist so wunderschön und ästhetisch. Ich wünschte ich könnte solche Fotos machen und die Bilder so schön bearbeiten. Unglaublich schön, ich bin wirklich fasziniert!
Alles Liebe,
Simone

Elisabetta

Was für ein schöner Beitrag! Natürlich könnte man Minimalismus als bloßen „Trend“ abtun, aber ich persönlich finde es inspirierend und toll, wie viele Menschen sich jetzt solchen Themen zuwenden. Immer weiter so, ich liebe deinen Blog 🙂 #sayhej (lizz.michel@gmail.com)

Kathi

Ich bin gerade das erste Mal auf deinem Blog und kannte dich vorher nur von Instagram, aber ich kann jetzt schon sagen, wie inspirierend ich dich und deinen Blog finde und dass ich gar nicht mehr aufhören kann deine Posts zu lesen. Ich kann mir vorstellen wie seltsam das klingt, aber ich würde so wahnsinnig gerne leben wie du. Ich finde deinen Lebensstil einfach bewundernswert und kann nur hoffen, dass ich irgendwann auch so bewusst und offen leben kann. #sayhej (k.hummel@unitybox.de)

Anna

Sowas von dabei! Wie sehr ich das Gefühl kenne. Sich einfach erdrückt fühlen, aber dann doch manchmal ewig zu hadern ob man sich von Dingen trennen soll oder sie doch lieber wieder in die Schublade stecken soll. Umso mehr bin ich begeistert, dass du das so durchziehst. Ich freu mich auf viele weitere Texte und Gedanken von dir, die mich sicher auch weiterhin anstupsen werden über Konsum nachzudenken.
#Sayhej

Ja, dieses hadern kenne ich nur zu gut. Und am Ende hätte man es doch lieber wegwerfen sollen, weil die Dinge im Schrank verstauben.
Liebst, Katja
PS: Du bist beim Gewinnspiel dabei.

Vivi

Also ich kann das komplett nachvollziehen! Mittlerweile geh ich auch durch die Straßen von Wien und frage mich was los ist, wer das alles kauft und ob den Leuten unsere Erde egal ist. Ich kann auch nicht atmen wenn mich zu viele Dinge umgeben
Aber ich möchte den andere Leute die diese gehäsdigen komentare über die Fashionbilder hinterlassen haben meine Meknubg darlegen: Minimalismus hag keine regel es geht nicht darum nur 8 Shirt und 3 Hosen zu besitzen sondern darum sich mit den Dingen mig denen man sich umgibt wohlzufühlen. Sie behauptet auch nicht ein Minimalist zu sein sondern diese Reise zu starten, da darf man sich seinen Weg noch zurechtsuchen.
Nobody’s perfect. Take a look at yourself first ; )

Genau so geht es mir auch zu Zeit. Und sie hat vollkommen recht!
Liebst, Katja

Tessa

Hallo Katja, ich finde dich unglaublich inspirierend. Vor allem dieser Eintrag hat mich noch mehr motiviert diesem Übermaß an Konsum den Rücken zu kehren – Minimalismus in jeder Form ist so beruhigend 😀 sogar mein Freund teilt diese Ansicht, was sonst eher selten der Fall ist. Mach weiter so! Ich lese deine Worte sehr gerne und noch lieber lasse ich mich von deinen Outfits und Bildern inspirieren #sayhej

naomi

Yes! Genau so geht’s mir auch. Allerdings ist es gar nicht so leicht seinen Weg zu finden. Auch wenn man nur Dinge kauft die man braucht und sich das gut überlegt hat, sammelt man Dinge an. Oder kann sich von alten Erinnerungen nicht trennen. Wenn man seinen eigenen Weg vom Minimalismus gefunden hat ist immer noch die Frage ist alles was man braucht und benutzt nicht trotzdem noch zu viel und wie viel ist zu viel. Ich mag deine Beiträge richtig gerne! #sayhej

anne

Ich finde deinen Blog sehr vielsagend und muss gestehen, dass ich dir bisher nur auf Instagram gefolgt bin. Mich hast du aber definitiv mit diesem einen Beitrag dazu bewegen können, deinen Blog zu lesen und ich verschlinge jeden deiner Beiträge regelrecht.
Mach weiter so, denn du „sprichst“ mit deinen klugen Worten so vielen Menschen aus der Seele.
#sayhej

Lena

Dein Blog ist echt großartig. Das könnte ich eigentlich unter jeden Artikel schreiben, aber der hat mir mit Abstand am meisten aus der Seele gesprochen. 🙂 Danke dafür!
#sayhej

Liz

Deine Bilder sind sooo schön und alle so stimmig! Grosses Kompliment dafür 😉
Ich persönlich schwanke immer zwischen am liebsten alles aussortieren und loswerden und aber trotzdem gerne schöne Dinge zu kaufen, zu besitzen und anzugucken. Ich denke die radikale Art und Weise ist für mich nicht immer am besten. Manchmal ist es vllt auch sinnvoller Sachen aufzutragen / aufzubrauchen und dann wenn neue Teile gekauft werden müssen / sollten vorallem auf Qualität anstatt Quantität zu setzen (:

#sayhey

Sassi

Hey, also ich habe wirklich schon so unglaublich viele deiner Beiträge gelesen aber noch nie einen Kommentar verfasst ! Ich finde deine Texte wirklich Klasse ! Man merkt das du das was du tust mit Leidenschaft machst ! Außerdem bewundere ich wie ehrlich du bist und obwohl du meiner Meinung nach immer bekannter wirst so vollkommen bodenständig bleibst ! Eine Freundin und ich schreiben auch viele Texte und du warst letztendlich unsere Inspiration dazu einen Blog zu eröffnen. Überhaupt nichts großes, mitlerweile haben wir schon stolze 5 Beiträge ! 🙂
Vielen Dank das du uns dazu inspriert hast ! Bleib so wie du bist 🙂
Sassi
(PS: wenn du lust hast mal unsere Beiträge zu lesen würde mich das riesig freuen ! ich schreibe dir hier einfach mal die webiste hin 🙂 http://www.appleblossom2017.wordpress.com )

Hey, danke dir. Und ich freue mich, dass ich euch inspirieren konnte! Ich habe gerade einmal ein bisschen reingelesen und da steckt auf jeden Fall Potenzial drin. Mir persönlich fehlen nur noch ein paar Bilder 😉
Liebst, Katja

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