Sep
03
17

Ein letzter Sommerabend in Dresden – Zeit Abschied zu nehmen

Ein warmer Sommerabend, ein letzter Blick über die Schulter, ein tiefes Durchatmen, bevor ich mich endgültig umdrehe und der Kulisse meinen Rücken zuwende. Es hat etwas melancholisches, fast schon trauriges die Stadt in der man aufgewachsen ist zurückzulassen, um etwas Neues in sein Leben zu lassen.
Dresden war in den letzten 19 Jahren der Ort den ich meine Heimat genannt habe, an welchem ich Familie und Freunde fand, aufwuchs, manche Dummheit machte und viel über mich selbst lernte. Zu oft stand ich auf einer der vielen Brücken, schaute auf die alten Gebäude und war, so viel Ehrlichkeit muss sein, ganz typisch wie alle DresdnerInnen verliebt in „meine Stadt“.

Aber die Elbe, diese wunderbare Kulisse, die Kultur die man hier erleben kann und die kreative Neustadt stehen hier vielen Dingen gegenüber die mir Zweifel gaben. Die negativen Erinnerungen auf der Elbe, wenn ich wieder merkte wie konservativ und steif Dresden sein kann, wenn mich die unfreundlichen Blicke in der Bahn trafen, wenn ich Montags von Arbeit aus die lauten Rufe von Pegida hörte, oder einfach nur die technische Universität die mich überhaupt nicht ansprach.
Ich kam aus dem Ausland wieder und sah, dass Dresden nicht mehr „meine Stadt“ war. Ich fühlte mich gefangen in seinen Mauern, war nicht mehr glücklich und begann immer mehr zu verstehen, warum diese Stadt damals vor langer Zeit auch das „Tal der Ahnungslosen“ genannt wurde. Dresdner mögen keine Veränderungen, sind skeptisch gegenüber jeder Neuerung und deshalb einfach oft ein Stück hinterher.

Natürlich möchte ich hier nichts Verallgemeinern, nicht alle Menschen hier entsprechen diesem Bild und das ist natürlich nur meine persönliche Auffassung vom Leben in der Stadt. Die oben erwähnte Kultur und Kreativität, die guten Dinge an Dresden haben aber einfach nicht mehr ausgereicht um mich glücklich zu machen. Ich wollte mich nicht mehr weiter im Kreis drehen und beschloss deswegen weiterzuziehen.
Ich möchte einen Neuanfang in Leipzig versuchen, nah genug um Familie und Freunde nicht aus den Augen zu verlieren, aber weit genug entfernt um mich hoffentlich endlich voll ausleben zu können. Ich werde weiterhin die für mich persönlich guten Dinge an meiner alten Heimat sehen, die negativen aber endlich ausblenden können, um den Kopf frei zu bekommen.

Deshalb heißt es jetzt noch einen letzten Blick auf die Kulisse, auf Dresden aus meiner jetzigen Perspektive zu werfen, es gut in den Erinnerungen zu verwahren und dann endlich mein Leben in große Umzugskartons zu packen, um einen neuen Schritt zu wagen. Hier ist mein letzter Marmeladenglasmoment.



Location: Dresden, Albertbrücke
Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: 24-105mm




OUTFITDETAILS:
Schuhe: Dr. Martens (ähnlich) // Hose: Topshop (ähnlich hier, fair produziert) // T-Shirt: Armedangels (hier, fair produziert) // Seidenblouson: Second Hand (ähnlich hier, fair produziert)









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5 COMMENTS
Marlena

Schöööön! Herzlich willkommen schon mal in Leipzig, ich wünsche dir, dass die Stadt deinen Erwartungen gerecht wird, dich überrascht und begeistert! Ich kann mir keine schönere Stadt zum Studieren vorstellen und hoffe, dass es dir genauso gehen wird, wenn du dich eingelebt hast.
Alles Gute für dich
Marlena

Ich wünsche dir das Allerbeste für diesen neuen Abschnitt und bin mir sicher, es wird ganz wundervoll und aufregend <3
Die Fotos aus Dresden sind so wunderschön geworden und machen einem solchen "Abschiedspost" wirklich alle Ehre.
Ganz liebe Grüße 🙂

Wow, die Bilder sind wirklich traumhaft geworden! 🙂
Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit in Leipzig und freue mich schon darauf zu hören was du von dort berichten wirst.

Liebste Grüße, Isabelle

Franzi

Wird dein Freund dich eigentlich nach Leipzig begleiten, oder zieht es ihn anderswo hin :)?

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