Schaut man sich im eigenen Badezimmer einmal genauer um, fällt schnell auf, wie viel Plastik sich dort eigentlich tummelt. Über Shampoo, Zahnbürste und Rasierer, wurden oft nicht nur die Verpackungen aus dem Kunststoff hergestellt – oft beinhalten auch die Produkte selbst einen kleinen Anteil von Mikroplastik. Das dies ein riesiges Problem für unsere Umwelt ist, vor allem wenn beim Duschen das Mikroplastik in unser Grundwasser gelangt, brauche ich an dieser Stelle wohl niemandem mehr zu erzählen.
Aber wie kann man sein Badezimmer jetzt nachhaltiger und müllfrei gestalten? In diesem Artikel habe ich einmal die Basics zusammengetragen und aufgeschrieben, was für mich gut funktioniert. Tatsächlich macht es mich jedes Mal ziemlich stolz, wenn ich ein neues Produkt selbst herstelle, oder bewusst auf Plastik verzichte. In diesem Sinne wünsche ich euch ein fröhliches Ausprobieren und hoffe, ihr könnt den ein oder anderen Tipp für euch gut gebrauchen. Die Liste darf natürlich gern ergänzt werden. 

Zahnbürste

Eine Zahnbürste aus Bambus war tatsächlich der erste Schritt, den ich damals zu einem plastikfreien Bad gegangen bin. Das Bambus fühlt sich nicht nur angenehmer im Mund an, sondern ist gleichzeitig auch ökologisch abbaubar. Im Prinzip könnt ihr die Zahnbürste also einfach im Bio-Müll entsorgen. Mittlerweile gibt es die braunen Bürsten fast in jedem Drogeriemarkt, wobei ich sie dort aufgrund von viel zu viel Verpackung nur sehr selten kaufe. Zero Waste Läden wie zum Beispiel der Lose Laden in Dresden, oder Einfach Unverpackt in Leipzig, haben die Zahnbürsten verpackungsfrei im Angebot. Außerdem lohnt es sich auch einen Blick auf die Borsten der Bürste zu werfen, denn oft wird zwar der Griff aus Bambus hergestellt, aber bei den Borsten auf Plastik oder Kunststoff zurückgegriffen. 

Zahnpasta

Um mich von meiner Zahnpasta zu trennen, habe ich etwas länger gebraucht. Es gibt die Möglichkeit eine eigene Paste auf einer Basis von Natron herzustellen, daran werde ich mich in nächster Zeit einmal wagen. Bisher nutze ich einfache Zahnputztabletten, welche man im Mund zerkaut und damit aufschäumen lässt. Das funktioniert für mich sehr gut, ich nutze für einmal Zähne putzen sogar nur eine halbe Tablette, da oft wirklich viel Schaum aus diesen kleinen runden Dingern kommt. 

Rasierer

Einwegrasierer machen unglaublich viel Müll und selbst bei den teuer verkauften Gillette-Rasierern müssen die Klingen ausgetauscht werden und sind von Plastik umrahmt. 

Eine perfekte Alternative dafür ist ein Rasierhobel, auch wenn er auf den ersten Blick ziemlich unscheinbar aussieht.  Das Vorderteil des Rasierers lässt sich einmal komplett auseinander schrauben, wodurch er sich nicht nur besser reinigen lässt, sondern auch hygienischer ist. Auch die Klinge kann auf diese Weise gewechselt werden und im Müll landet nur ein kleines Überbleibsel aus Stahl. 

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mich durch die schärfere Klinge nicht öfter schneide, aber tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Durch die Schärfe kann man viel besser und präziser rasieren, auch wenn ein Rasierhobel natürlich nicht mit dem Luxus Feuchtigkeitsstreifen oder Gelkissen daher kommt. Aber dafür gibt es doch Seife und Rasierschaum, richtig?

Der Rasierhobel selbst kann über mehrere Jahre hinweg genutzt werden, die Klinge dann je nach Häufigkeit der Nutzung für 1-2 Monate. Mein Modell bekommt ihr zum Beispiel bei Tante Olga, aber haltet die Augen auch einmal in den Unverpackt Läden offen, dort gibt es ebenfalls oft Rasierhobel im Sortiment.

Menstruationstasse

Die Menstruationstasse als Tamponersatz ist für viele Frauen oft etwas gewöhnungsbedürftig. Im Prinzip handelt es sich um eine kleine Tasse, welche das Blut auffängt und dann gereinigt und weiterverwendet werden kann. Für mich die perfekte Alternative zu plastikverpackten Tampons, ich besitze zwei Tassen, um sie auch auf öffentlichen Toiletten stressfrei wechseln zu können.
Wer mit der Tasse nicht richtig klar kommt, kann sich einmal nach Bio-Tampons, Stoffbinden oder Menstruationsunterwäsche umschauen.

Seifen und Shampoo

Der wohl einfachste Punkt, um Plastik im Badezimmer zu vermeiden. Haarseifen oder Shampoo bekommt ihr mittlerweile in allen Bio-Märkten, Unverpackt Läden oder auch bei Lush ohne Verpackung. Für das optimale Peeling-Gefühl und zur Aufbewahrung nutze ich in Kombination dazu ein Seifensäckchen. Ein Peeling kann man übrigens auch super einfach mit etwas Meersalz herstellen, dazu folgt hier auf jeden Fall bald noch ein Rezept. 

Deo und Deocremes

Die eigene Deo-Herstellung lohnt sich nicht nur wegen des Einsparens von Verpackungsmüll, sondern auch um Aluminiumverbindungen zu vermeiden. Diese sind oft im herkömmlichen Deo aus der Drogerie vorhanden und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. 

Sowohl flüssiges, als auch festes Deo lässt sich innerhalb von wenigen Minuten selbst zusammenmixen. Für flüssiges Deo braucht ihr nicht mehr als Wasser, Natron und ätherische Öle nach Bedarf. Feste Deo-Creme funktioniert hervorragend auf einer Basis von Kokosöl und Natron. Rezepte dazu werden hier auf jeden Fall in naher Zukunft noch folgen. 

Wenn ihr euer Deo doch lieber kaufen möchtet, kann ich euch nur die Deo-Creme von i+m, oder das flüssige Deo von Alverde empfehlen. Beide Produkte sind Naturkosmetik und kommen in einem müllschonendem Glasbehälter daher. 

Körper und Gesichtspflege

Da ich nur sehr selten Cremes oder andere Pflegeprodukte für das Gesicht verwende, fällt es mir in diesem Punkt überhaupt nicht schwer, auf Müll zu verzichten. Im Moment brauche ich noch meine alten Produkte auf, welche ich für die eigene Ästhetik hübsch dekoriert habe. 

Ein Gesichtspeeling lässt sich jedoch ebenfalls ganz einfach selbst herstellen, beziehungsweise könntet ihr theoretisch einfach das Badepeeling mit verwenden. Auch Cremes sind super schnell zusammengemixt, dazu gibt es zum Beispiel hier eine tolle Anleitung. Im Prinzip funktionieren eigene Cremes auf einer Basis von verschiedenen Ölen und pflegen dadurch auch trockene Haut. 

Ansonsten kann ich euch nur empfehlen darauf zu achten, Naturkosmetik zu kaufen. Das ist nicht nur schonender für die Haut, sondern immer ohne Mikroplastik und mit natürlichen Inhaltsstoffen. Meine Favorit ist in diesem Bereich i+m, aber in jedem Drogerie- und Biomarkt gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl an Naturkosmetik.  

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