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        Noch 18 Wochen. Ich zähle die Zeit jetzt schon in Wochen, habe aufgehört in Monaten oder Jahren zu rechnen. Nicht mehr lange, dann sind es nur noch ein paar Tage. Noch 18 Wochen bis meine Schulzeit endet. Dann endet der tägliche Gang in ein Haus voller Zweckgemeinschaften, Klausuren und Lehrern. Je näher dieses Datum rückt, desto aufgeregter, aber auch ängstlicher werde ich. Schließlich saß ich 12 Jahre meines Lebens in der Schule und jetzt da, der Duft der Freiheit immer näher kommt möchte ich ihn auf der einen Seite schnellstmöglich in die Arme schließen und ihn auf der anderen Seite ganz weit wegschieben.

        Denn mit dem Gang aus der Schule beginnt ein neues Leben. Und genau dies macht mir Angst. Ich stelle mir immer wieder die gleichen Fragen: „Wer bin ich“, „Was will ich?“, „Wie wird es weitergehen“, „Wofür will ich kämpfen und was macht mich glücklich?“. Fragen ohne Antworten und dieser Punkt lässt mich zweifeln.

        Ich möchte die Welt kennen lernen und das Gefühl haben in meinem Element zu sein. Ich möchte meinen eigenen Weg bestimmen und die Fesseln lösen. Ich möchte frei von jeglichen Zwängen sein, ich möchte endlich im Leben ankommen. Ich möchte reisen, studieren und jeden Tag genießen. Ich möchte neue Abenteuer erleben und nette Menschen kennen lernen. Ich möchte ihre Geschichten erfahren und ihnen meine erzählen. Ich möchte tief einatmen, die Luft genießen und glücklich sein.
        Doch ich habe Angst vor dem Neuen, der Ungewissheit und der Freiheit welche neue Zwänge mit sich bringen wird. Was wenn ich das alles nicht schaffe und in eine Rolle gezwungen werde, die ich niemals einnehmen möchte? Kann man überhaupt glücklich werden wenn hinter einem der Druck steht niemanden, vor allem nicht sich selbst, zu enttäuschen? Wenn man die Menschen beeindrucken muss damit sie einen wahrnehmen und achten?

        Wir Menschen bewerten immer die Leistung des Anderen. Das beste Beispiel dafür sind doch die sozialen Netzwerke, wir liken ein Foto oder einen Beitrag nur wenn uns die Leistung des Anderen überzeugt. Schon in der Schule hat es angefangen, jeder bekam eine Note für seine Arbeit, je nachdem wie sehr er sich Mühe gab oder das Endergebnis aussah. Am Ende des Jahres gibt es ein Zeugnis auf welchem die Zahlen schwarz auf weiß stehen und mit welchem jedes Selbstwertgefühl zerstört werden kann. Denn mit diesem Zeugnis muss man sich später einmal bewerben und mit einer mittelmäßigen Leistung wird keine Firma, kein Mensch auf dich aufmerksam. Unsere Noten werden bewertet und dann wird aussortiert, wobei keiner auf die Umstände, den Menschen hinter den schwarzen Zahlen oder auf andere Besonderheiten und Talente eingeht.

        Unser gesamtes Leben baut sich auf diesem System auf, ich könnte etliche Beispiele nennen. Die Reichweite der Blogger wäre zum Beispiel ein spannendes Thema und dafür möchte ich euch diesen Beitrag ans Herz legen. Dieses System entwickelt sich in meinen Augen gerade ziemlich negativ, denn alles muss schneller, besser und professioneller funktionieren. Fehler sind hier nicht erlaubt, erst recht keine menschlichen.

        Was also, wenn ich diesem Druck nicht standhalten kann, wenn mir die Möglichkeit versperrt bleibt mich zu verwirklichen? Wenn ich in 18 Wochen planlos und verloren vor einem riesigen Berg aus Selbstzweifel, Angst und Druck von außen stehe? Um all diese Dinge muss man sich doch Gedanken machen wenn man in der Wildnis überleben möchte. Sie sind für das Weiterleben entscheidend.

        Von Anfang an war mein Leben geplant, Kinderkrippe, Kindergarten, Schule. Immer gab es Menschen die mich angetrieben haben und mir verschiedene Aufgaben stellten. Und jetzt sollen sie einfach aufhören zu existieren und ich muss mir diese Aufgaben allein stellen. Diese Situation erinnert mich an den Kunstunterricht. Jede Stunde haben wir eine Epoche und verschiedene Künstler kennen gelernt und sollten etwas Bestimmtes dazu kreieren. Natürlich machten wir uns sofort eifrig an die Aufgabenstellung und zeichneten wie die Weltmeister, wobei meistens sogar etwas Anschauliches herauskam. Öfter kam unser Lehrer jedoch auch in das Zimmer und lies uns die freie Wahl über Papier, Motiv und Technik. Ich saß immer da und wusste nicht was ich machen soll. Nicht, dass es an der Kreativität gescheitert wäre, ich sah auch immer viel zu viele Möglichkeiten und konnte mich nicht entscheiden welche ich am besten umsetzen kann.

        Am Ende kam immer etwas Schönes heraus. Und genau dies hoffe ich auch für mein Leben. Ich hoffe, ich kann den riesigen Berg aus Problemen die auf mich zukommen werden erklimmen und auf der Spitze jubeln. Ich werde hoffentlich ein Umfeld mit dem richtigen Anteil an Leistungsdruck finden, ohne mich ständig für Fehler rechtfertigen zu müssen. Denn Fehler sind menschlich und wir brauchen sie um immer mehr zu lernen.
        Noch 18 Wochen und ich bin so aufgeregt, dass ich mich kaum noch halten kann. Aber es gibt Momente in denen mir klar wird, ich bin nicht allein und ich werde das Schaffen. Momente in denen die Träumerei nach der Freiheit siegt und sich eine große Kelle Glück in mein Lächeln mischt. Schließlich habe ich nicht umsonst gelernt. Ich möchte erwachsen werden, neue Dinge dazulernen und dieses Wissen endlich allein anwenden.

        PS: Mit dem Code „AMOUREUXEE“ bekommt ihr gerade bei To Die For Swimwear Rabatte auf euren nächsten Bikini.

        20 COMMENTS

        ich mag die Kombination deiner Haare mit der engen Hose und der weiten Vintage Jacke – wirkt gut:)
        Sind die Schuhe die Flora von Doc Martens oder diese "normalen" unisex Chelsea Boots? Ich weiß nämlich nicht, welche ich nehmen soll…

        Danke dir erstmal 🙂
        Also ich habe die normalen Unixex, würde dir aber eher zu den Florastiefeln raten, das sie eleganter aussehen und nicht so globig sitzen 🙂

        Ein schöner Text und ich glaube ganz fest daran, dass du den Berg voll Probleme erklimmen wirst.
        Liebe grüße Michelle von beautifulfairy

        Dein Text ist wirklich spannend. Ich bin so früh, mit 16, in das Arbeitsleben geholpert, dass ich gar keine große Zeit hatte mir Gedanken zu machen. Zweifel und Angst sind völlig normal. Und der Mensch bewertet immer, auch unterbewusst. Man beurteilt binnen weniger Sekunden, ob jemand sympathisch ist oder nicht. Damit muss man eben einfach leben.

        Weißt du. Man darf nichts Planen. Man sollte von der Zukunft auch keine Angst haben. Alles findet seinen Weg. Nach meinem Abi, ging es mir besser. Neues Leben, Neue Leute. Du wirst die Zeit lieben aber keine Angst haben.

        Ps: tolles Outfit 🙂

        Lots of Love, Dilan from  DILANERGUL

        Ich habe vor fast 4 Jahren mein Abitur gemacht und erinnere mich noch gut an den Moment. Ich wusste auch nicht so recht was nun auf mich zukommt und habe meine Entscheidungen einfach aus dem Bauch heraus getroffen. Für mich ist es richtig gut verlaufen und ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit, bald kommt also wieder neues auf mich zu.

        Liebste Grüße,
        Marina von Love & Fashion

        Ich wünsche dir ganz viel Erfolg dabei 🙂
        Liebst, Katja

        Das Gefühl vor Ende der Schulzeit ist schon irgendwie seltsam. Ich war auf der einen Seite auch extrem erleichtert. Keinen Tag länger wollte ich mehr in die Schule gehen! Ich hatte so was von genug von all den Zwängen, Regeln, Klausuren und dem ewig gleichen Trott.
        Auf der anderen Seite ist das natürlich auch eine Zeit des Aufbruchs. Einerseits freut man sich darauf, es ist eine spannende Zeit voller Möglichkeiten. Aber hin und wieder schleichen sich auch Ängste in die Aufregung…

        Hach, ich kann das alles nur zu gut verstehen. 😉
        Ich selbst hab mich nach meiner Schulzeit recht schnell selbstständig gemacht und hatte daher sowieso wirklich absolutes Gefühls/Ängste/Aufregungs-Chaos. 😉

        Du schreibst immer wieder so tolle Texte, die mich sofort in ihren Bann ziehen. Ich liebe das!! Außerdem hast du eine super natürliche Ausstrahlung 🙂
        Liebe Grüße Jule
        Ach und ich wünsche dir jetzt schon einmal ganz viel Glück für dein Abi. 🙂

        OMG, the photos look so pretty! You should be a model!

        xo,
        priceless-ambition.blogspot.pt

        Genieß deine letzten Wochen in der Schule <3
        Ich finde gerade diese Zeit ist nochmal super schön!

        Liebe Grüße

        http://nilooorac.blogspot.de/

        Irgendwann heirate ich dich <3
        Brauntöne stehen dir so gut!
        habe by the way zurzeit ein Giveaway (ohne Teilnahmebedingungen) auf meinem Blog laufen, vielleicht hast du ja Lust, mitzumachen 🙂
        https://fullmoonthrills.wordpress.com/2016/02/02/10-tipps-um-mehr-aus-deinem-raum-zu-machen-giveaway/

        lg kim

        Du bist die Süßeste von allen *-*
        Liebst, Katja

        Nach dem Abitur fing die beste Zeit meines Lebens an. Also Ängste musst du nicht haben, denn erst dann, finde ich, ist man wirklich viel freier und kann mal anderes außer nervige Lehrer und unendliche Hausaufgaben genießen. Angst vor dem Abi hatte ich auch ein wenig, aber die war am Ende auch unbegründet haha
        Ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg!

        Liebste Grüße
        Gilda

        Tolle Fotos und toller Post 🙂 Ich finde das Thema sehr interessant, auch wenn mein Abi schon ein bisschen her ist… Ich hatte eigentlich gar keine Angst, ich hab mich gefreut und einfach drauf losgelegt…

        Liebst, Laura von diamondsandcandyfloss

        PS: Teil 1 meines Dublin Travel-Guides gibt es ab heute auf dem Blog:
        Tipps und Infos zum Hinkommen, Unterkommen und sich zurechtfinden

        Du sprichst mir aus der Seele und hast es super mit dem Kunstbeispiel beschrieben. In einem guten Jahr wird es auch für mich ernst, die Abi-Klausuren stehen an, mir wird ein Zettel mit Punkten in die Hand gedrückt und nach 12 Jahren heißt es 'Schüss, auf nimmer wiedersehen' und dann steht man da für was man 12 Jahre lang gepaukt hat. Ich bin mal gespannt wie das bei mir bald wird.

        Liebe Grüße 🙂

        Die Boots sind der Knaller 🙂

        Ich kann mich dort nur anschließen. Der Weg in's selbstständige Leben wird dann doch ziemlich schnell ziemlich kurz.

        Alles Liebe,
        Cage!

        http://cage-derella.blogspot.de/

        Süße Bilder 🙂 Mir geht es wie dir. Ich habe Angst, mein Leben nach dem Abi nicht in den Griff zu bekommen. In 1 1/2 Jahren ist es so weit und bis dahin muss ich noch sehr viel lernen, mich weiterentwickeln usw… Aber wir werden das schon schaffen. Tausende, nein, Millionen haben das schon vor uns geschafft, wieso wir nicht? 🙂

        Ganz liebe Grüße,
        Krissi von the marquise diamond

        http://themarquisediamond.de/

        Ich fange an deinen Text zu lesen und nach 2 Zeilen will ich sofort kommentieren, weil du mich mit dem was und wie du schreibst immer und immer wieder in deinen Bann ziehst.
        Ich habe 2010 mit 17 Abitur gemacht und ganz genau das, was du beschreibst gefühlt, habe es aber noch nie so ausdrücken können. Einerseits wollte ich endlich aus der Schule raus, aber andererseits hatte ich so eine Angst davor eben nicht mehr jeden Tag die vielen gleichen Gesichter zu sehen, den Gang zur Schule hochlaufen zu müssen, weil man mal wieder zu spät war und einfach dieses "geregelte" zu haben. Du musstest dich im Prinzip um nichts kümmern, nur ab und an lernen oder irgendein unnötiges Referat vorbereiten.
        Ohje, ich vermisse die Zeit immernoch und würde alles geben, einfach wieder zur Schule zu gehe, möchte aber gleichzeitig mein jetziges Leben mit Reisen außerhalb der Ferien nicht missen 🙂 Ich glaube das wird ein ewiges Gefühls-hin-und-her bleiben.

        Ich wünsche dir auf jeden Fall noch viel viel Freude in deinen letzten Wochen! (ich zähle auch nur in Wochen, da ich Monate, Jahre einfach zu "ungreifbar" finde) und du solltest es wirklich genießen, dich aber gleichzeitig auch auf das, was noch kommt freuen.

        Und falls du es noch nicht wusstest, bin ich ein Fan von dir 😀 Im Ernst, ich finde deine Texte so unfassbar gut geschrieben und liebe dein Lächeln. Das ist irgendwie so ansteckend! Mach weiter so!

        Liebe Grüße,
        Anita
        http://www.anischu.com

        Danke dir, schön zu wissen, dass man nicht allein diese Gedanken hat. Und danke für die süßen Komplimente, ich mag deinen Blog auch supergern und finde es Klasse zu sehen wie er sich entwickelt 🙂
        Liebst, Katja

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