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        Romina, August 2018
        Canon EOS 6D / 50mm f1/8

        Das verschiedene Schönheitsideale und Gesellschaftsbilder unseren Blick dominieren, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Egal ob es um die perfekten Kurven einzelner Körper, Gewichtsvorstellungen auf der Wage, oder die Frage nach zu viel und zu wenig Schminke, ständig wird bewertet und geurteilt.
        Jetzt stellt euch jedoch einmal vor, ihr bekommt aufgrund eurer Körpermaße immer fast schon abwertende Blicke zugeworfen, fangt an euch immer weniger wohl zu fühlen und steht am Ende des Tages voller Zweifel vor dem Spiegel.

        Romina hat sich bei mir gemeldet, weil sie schon seit langer Zeit mit ihren Beinen zu kämpfen hat. Nicht etwa, weil sie nicht achtsam mit ihrem Körper umgeht, oder gar unsportlich wäre, sondern auf Grund einer Krankheit über die viel zu selten gesprochen wird – Lipödem.
        Dieses von Grund auf sehr unästhetische Wort beschreibt eine Fettverteilungsstörung die vor allem in den Beinen und im Hüftbereich auftritt. Entgegen aller Sprüche, welche die Betroffenen oft aus ihrem Umfeld entgegen geworfen bekommen, hilft es nicht einfach Sport zu treiben oder von Diät zu Diät zu springen, Lipödem bleibt.

        Natürlich ist es nicht verkehrt eine gesunde Ernährung zu führen und in manchen Fällen lindert Sport mit Kompressionssocken auch die Einlagerungen in den Beinen. Oft aber müssen Frauen, welche hauptsächlich von der Krankheit betroffen sind, einfach damit leben.
        So auch Romina, welche seit ihrer Jugend mit Lipödem lebt. Als sie mir eine Nachricht schrieb konnte ich kaum glauben, wie viel Hass man für seinen eigenen Körper entwickeln kann und wie schwer sich das Leben damit gestaltet. Am Ende des Tages jedoch, ist ein Mensch so viel mehr als eine Krankheit und so viel mehr als ein Schönheitsideal oder das eigene Aussehen. Jeder Körper wirkt auf seine eigene Art und Weise perfekt, solange sich der Mensch darin wohl fühlt.

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