Feb
13
16

Blogparade: Selbstorganisation

Ich sitze vor meinem Laptop, draußen wird es langsam dunkel. Es regnet. Die Tropfen fallen leise aber beständig zu Boden, als würden sie ein schweres Gewicht in sich tragen, welches sie langsam nach unten zieht. Freier Fall. Aus meinen Laptopboxen tönen leise Klänge von London Grammar. „I’m giving you a nightcall, to tell you how i feel..“ Eine gemütliche Atmosphäre, ich fühle mich geborgen.
Auf meinem Laptop sind mehrere Programme geöffnet, ich versuche alles gleichzeitig zu benutzen und schaue mir Bilder an. Bilder von mir, fotografiert mir einem Grinsen im Gesicht. Wir haben sie am Vormittag geschossen damit meine kleine Internetseite neuen Inhalt bekommt. Der Rest ist meine „Arbeit“. Bildbearbeitung, stundenlanges Hochladen und ein paar anständige Wörter. Ich öffne ein neues Programm auf meinem Laptop.

Neben mir liegt eine Tafel Schokolade. Nervennahrung. Ohne kann mein Gehirn nicht mehr ordentlich arbeiten. London Grammar hat aufgehört zu singen. Ungeduldig drücke ich auf das nächste Lied. „And when your house begins to rust…“
Danach schließe ich die Augen. Ich führe mir meinen derzeitigen Zustand, meine Erlebnisse und Probleme vor. Denke darüber nach was mich aufregt oder begeistert. Ich sehe lachende und weinende Gesichter. Und dann:

Dunkelheit. Nichts. Ich öffne die Augen wieder und versuche es erneut. Doch ich kann keinen klaren Gedanken fassen, in meinem Kopf bewegt sich nichts greifbares. Langsam bekomme ich Panik. Ist es das? Nennt man ihn so diesen Zustand? Mich beschleicht ein Gedanke: Schreibblockade. Und was jetzt?
Der erfahrene Blogger schüttelt jetzt mit dem Kopf. In seiner Warteschleife befinden sich 5 vorgeplante Posts welche ihm erlauben den Laptop zu schließen und das Ganze am nächsten Tag noch einmal zu versuchen. Er ist vorbereitet. Organisiert.
Und ich? Versuche mir die Situation so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Tafel Schokolade ist längst leer als ich mir einrede, dass Kreativität nicht auf Knopfdruck funktioniert und ich bemerke nicht, dass London Grammar aufgehört hat zu singen als ich versuche Inspiration zu finden.

Nichts sagt mir zu. Liebe? Hatten wir schon. Eine fiktive Geschichte über das kleine Mädchen? Planlos. Probleme? Will keiner mehr hören. Neue Gedanken werden sofort verworfen. Da sitze ich nun, zur Beruhigung eine Tasse heiße Schokolade in meinen Händen und weiß nicht weiter.
Was jetzt? Plan B verspricht Hilfe. Ich lese mir gespeicherte Blogeinträge durch um vielleicht ein neues, spannendes Thema zu entdecken und neuen Wind hinein zu bringen. Und tatsächlich, auf der letzten Seite: Eine gespeicherte Blogparade. Passendes Thema, denke ich mir. Selbstorganisation. Bei mir nicht vorhanden. Fehlendes Talent. Nicht teilgenommen.
Na und, schließlich muss es auch negative Beispiele geben. Immerhin kommt bei mir immer eine Notlösung raus. Also lese ich die vorgegebenen Fragen, welche einem den Stubs in die richtige Richtung geben sollen.

„Wie schafft ihr es euch selbst zu organisieren?“ Kann ich nicht, nächste Frage.
„Wie steigert ihr eure Produktivität durch Selbstorganisation?“ Ohne Selbstorganisation keine Produktivität, nächste Frage.
„Welche Praxistipps habt ihr?“ Nächste Frage.
„Funktioniert es vielleicht auch ganz ohne Selbstorganisation?“ Na endlich. Hier kann ich mitreden. Ich bin ein verplanter, chaotischer Kopf der froh ist wenn er langfristige Hausaufgaben pünktlich abgibt. Aber ich glaube diese Blogparade bezieht sich eher auf die Planung von Posts, deren Schreibzeit und natürlich dem Bildmaterial.
Für geplante Posts hab ich im Moment keine Zeit, ich bin froh überhaupt einmal pro Woche etwas bieten zu können. Das Bildmaterial entsteht spontan wenn jemand Zeit hat die Kamera auf mich zu halten. Und die Schreibzeit? Jetzt muss ich lächeln und trinke den letzten Schluck aus meiner Tasse auf welcher eine To-Do-Liste aufgedruckt ist: „-Aufstehen, -Lächeln, -Glücklichsein“.

Ich brauche keine Selbstorganisation. Bestimmt lässt sich damit jede Menge Stress vermeiden. Ich bin sicher, ich könnte produktiver arbeiten wenn ich wöllte. Aber im Moment brauche ich das nicht. Ich lebe glücklich in den Tag hinein und lasse mich überraschen was auf mich zukommt. Ein chaotisches, fröhliches Leben ohne Selbstorganisation. Und es funktioniert.

Hier findet ihr den Aufruf zur Blogparade (klick). Was haltet ihr von der Selbstorganisation?









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9 COMMENTS

Ich denke, dass die Selbstorganisation einfach auch mit "Steigendem Alter" automatisch zunimmt. Bei mir geht es ohne gar nicht mehr. Aber während der Schulzeit war das definitiv auch eine Katastrophe 😀

Liebe Grüße,
Kiamisu

Mutig auch mal etwas selbst zu organisieren. Dein Outfit gefällt mir sehr gut. Vor allem der Pulli hat es mir angetan und die Dr. Martens sowieso. 😀
Ganz liebe Grüße,

Lisa

Selbstorganisation in der Schule war bei mir eigentlich gar nicht vorhanden. Jetzt in Berufsleben ist es zwigend notwendig und daher klappt es auch einigermaßen.
So am Rande, das Outfit ist auch sehr hübsch, der Pulli steht dir super!

Liebe Grüße,
Vanessa von http://www.herzensglueck.com/

Anonym

Hallo Katja, viele Dank für deine Teilnahme an unserer Blogparade 🙂 ich habe mich wirklich wiedererkannt. Bis vor kurzen war ich auch der Meinung, dass Selbstorganisation nichts für mich ist. Nun denk ich aber anders.

Liebe Grüße,Jessika von jf-texte.de

P.s. dein Schreibstil gefällt mir total gut 🙂

Liebend gern, ich freu mich schon auf die Zusammenfassung 🙂
Liebst, Katja

Ich habe es leider gar nicht mit der Selbstorganisation ich gebe mir immer mühe aber irgendwie will das bei mir nie klappen 😮

Kenn ich, da hilft nur durchhalten und das Beste draus machen 😀

Ein sehr schöner Post und der mantel sieht richtig toll aus. 🙂
Liebe Grüße, Michelle von beautifulfairy

Huhu Katja *winke*

Ich finde deinen Beitrag total erfrischend und ehrlich! Danke dafür! Bis vor einigen Monaten ging es mir ähnlich wie du, doch irgendwann kam ich einfach zu dem Punkt, an dem ich nicht mehr anders konnte, als an mir zu arbeiten. Daher ist mein Rat: Genieße die Zeit, in der du so leben kannst und trotzdem alles unter einen Hut bekommst.

Die andere Phase kommt vielleicht von ganz allein. 😀

Liebe Grüße,
Katja

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