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        Vor ungefähr einem halben Jahr, verkaufte ich eine Jacke auf Kleiderkreisel. Eigentlich keine spannende Sache, denn kein Kleidungsstück hat sich zu dieser Zeit länger als 3 Wochen in meinem Schrank gehalten. Doch ich habe diese Jacke vermisst. Erst vor kurzem habe ich euch mein Leid geklagt. Die Jacke hat mir tatsächlich gefehlt.
        Wie der Zufall es möchte, hatte ich noch die Handynummer der Käuferin eingespeichert. Sicher ist sicher. Also schrieb ich sie an. Und tatsächlich, die Jacke hat ihr nicht gefallen und sie war bereit, gegen eine andere Jacke aus meinem Katalog zu tauschen. Ich war überglücklich.

        Ich hatte die Jacke meiner Träume wiedergefunden.
        Erst letzte Woche dann, durfte ich sie aus dem Karton zerren und überwerfen. Meine Mama hatte sie als
        „Pennerjacke“ bezeichnet, doch für mich war sie mehr. Sie war die perfekte Übergangsjacke.
        Ihr merkt schon, worauf ich hinaus möchte. Jedes Jahr machen sich die Frauen auf die Suche. Läden
        werden durchkämmt und die Onlineshops haben Serverzusammenbrüche. Und alle wollen sie nur eins: Die perfekte Übergangsjacke.
        Ich kann das verstehen. Die Jacke darf nicht zu kalt sein, denn immerhin beglücken uns am Morgen noch die kühlen Temperaturen. Außerdem darf sie aber auch nicht zu warm sein, denn wer will schon in der Frühlingssonne schwitzen? Noch dazu muss sie mit, und ohne Schal gut aussehen. Zugeknöpft und
        offen. Sie darf nicht zu lang sein und nicht zu kurz. Eigentlich ist es unmöglich diese Jacke zu finden.

        Und doch habe ich sie in meinem Schrank hängen. Beziehungsweise hängen gehabt und wiedergefunden. Der
        schönste Grund jedoch sie jeden Tag auszuführen, ist mein gutes Gewissen.
        Wer mir auf Instagram oder Facebook
        folgt, dürfte schon bemerkt haben, dass ich immer wieder die Begriffe „Fast Fashion“ und „Slow Fashion“ verwendet habe. Mir ist unsere Konsumgesellschaft offensichtlicher ins Auge gesprungen und aus diesem Grund möchte ich etwas dagegen tun. Natürlich bin ich auch kein Paradebeispiel und kann mich nicht
        überall mit Ruhm schmücken, aber wenn jeder von uns bisschen bewusster kauft, können wir schon viel erreichen.

        Was ist das eigentlich – Fast Fashion?
        Doch als erstes zu den Fakten. Fast Fashion bedeutet nicht mehr als schnelle Mode. Wer sich ein genaueres Bild davon machen möchte, kann gern das Hygienemuseum in Dresden besuchen, die haben zur Zeit eine richtig gute Ausstellung zum Thema. Ich war auch dort und musste mir eingestehen, dass ich nicht wusste, wie meine Kleidung produziert wurde und woher sie kommt. Denn nicht immer steht in den Etiketten der wahre Ursprungsort, sondern nur jener, an welchem die letzte Naht genäht wurde. Noch schlimmer allerdings fand ich die Quälerei der Tiere, für Wolle oder Leder, vom Pelz einmal abgesehen. Auch die damit verbundenen
        Umweltverschmutzungen und das Leid der ArbeiterInnen in den Fabriken, sollte man nicht unter den Tisch kehren. Ich habe hier einen sehr guten Link gefunden, unter welchem ihr euch noch genauer informieren könnt.

        Im Gegensatz – Slow Fashion
        Das Gegenteil zur schnellen Mode, ist die entschleunigte Mode, also Slow Fashion. Bei der Herstellung
        dieser Mode wird darauf geachtet, dass faire Bedingungen für die Mitarbeiter herrschen und vor allem auch umweltfreundlich produziert wird. Das fängt beim CO2 Verbrauch an und hört bei den Chemikalien auf. Was mir bei der Ausstellung im Hygienemuseum gut gefallen hat war, dass viele deutsche Labels vorgestellt wurden. Das Problem bei dieser Mode ist zur Zeit nur der Preis, denn junge Menschen sind nicht bereit eine Menge Geld auszugeben, wenn sie das Gleiche auch billiger kaufen könnten. Wer sich dennoch dafür interessiert sollte unbedingt einmal bei dariadaria vorbeischauen, sie postet sehr gute Alternativen. Aber auch die beiden Blog, welche ich später noch erwähnen möchte, schreiben über eine große Auswahl an fairer Mode.

        Günstige Alternativen
        Und damit sind wir auch schon bei den Alternativen, die ich mir als junge Schülerin gesucht habe. Das wäre die Second Hand Kleidung. Natürlich weiß ich auch hier nicht, wie und wo die Kleidung produziert wurde, aber ich kaufe keine neuen Sachen und vergrößere die Anfrage auf dem Markt. Ich versuche damit mein Gewissen in meinen Möglichkeiten rein zu halten, denn die Second Hand Läden verkaufen Kleidung, die andere Menschen weggeworfen haben. Um eigene, gut erhaltene Sachen nicht in die Tonne zu werfen,
        kann ich euch Plattformen wie Mädchenflohmarkt oder Kleiderkreisel empfehlen, über welche man sogar ein bisschen Geld aus alter Kleidung holen kann. Natürlich aber auch Flohmärkte oder Basare in eurem Umfeld, auf Facebook werden oft Veranstaltungen dieser Art gepostet. Für alle Dresdner dürfte auch das Kleiderloft interessant sein, dort habe ich erst kürzlich ein paar alte Sachen hingebracht.

        Und wo kommt deine Kleidung her?
        Ein weiterer Punkt, der mich zum nachdenken gebracht hat, waren die Beiträge von Subvoyage und Kunstkinder Mag. Die beiden Blogs drehen sich allgemein um einen nachhaltigen Lifestyle und haben zusammen mit 24 anderen Bloggern den April mit Beiträgen zum Thema „FashionRevolution“ gefüllt. Denn am 24. April 2013 kam es zum Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, wobei viele Menschen ihr Leben verloren. Zum Anlass des Jahrestages rufen die Blogger dazu auf unter dem Hashtag #whomademyclothes danach zu fragen, woher seine Kleidung kommt und wie sie produziert wurde. Ein sehr guter Anfang, dennoch sollte man sich nicht nur einen Tag im Jahr fragen, sondern jeden Einzelnen.

        Was bedeutet das jetzt?
        Ich weiß, dass war ein bisschen viel Text für eine Blogparade zum Thema „Übergangsjacke“, aber ich möchte mit diesem Beitrag auch euch zum nachdenken anregen. Stellt euch vor den Spiegel, schaut euch
        in die Augen und denkt darüber nach, was ihr am Leib tragt. Und vor allem ein ganz wichtiger Punkt: Hört auf Teil dieser Konsumgesellschaft zu sein. Schaut viel lieber in den eigenen Kleiderschrank, sucht nach vergessenen Stücken, sortiert aus und lebt minimalistisch. Kein Mensch kann 12 T-Shirts gleichzeitig tragen, auch wenn sie noch so schön sind.

        Ich für meinen Teil habe meine Lieblingsübergangsjacke wiedergefunden und möchte sie nicht mehr
        missen. Auch den Rest meines Kleiderschrankes werde ich in den nächsten Wochen genauer unter die Lupe nehmen und in nächster Zeit versuchen bewusster einzukaufen. Schreibt mir gern, wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, oder ich mehr Artikel über dieses Thema schreiben soll.
        Denn trotz dessen, dass mein Artikel die komplette Blogparade sprengen wird und wahrscheinlich auch ein bisschen am Thema vorbeigeht, habe ich gerade einmal an der Oberfläche der Problematik gekratzt.

        Outfitdetails:
         Mantel: Second Hand
         Pullover: Second Hand
        Hose: Topshop
        Schuhe: Dr. Martens
        Rucksack:
        Hier kommt ihr zu den restlichen Beiträgen über die perfekte Übergangsjacke:
        06.04. Kleidermaedchen
        07.04. Bezaubernde Nana
        08.04. Puppenzirkus
        09.04. Amoureuxee 
        10.04. Tamina Jay
        11.04. Goldencherry

        Ein sehr schöner Beitrag, aber was soll bitte das Fahrrad?
        Erinnert ihr euch an diesen Beitrag? Ich schrieb über meine sportliche Karriere und habe mir vorgenommen wieder mehr Fahhrad zu fahren, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich es gerade neu gekauft.
        Dieses Ziel wird natürlich auch diesen Sommer in Angriff genommen und wenn wir schon einmal bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind, dachte ich mir: Warum nicht gleich die volle Portion ausspielen?
        Also, achtet auf eure Kleidung und ihren Herkunftsort und fahrt mehr Fahhrad, irgendwann werdet ihr es sonst bereuen!



        Woher ist der schöne Rucksack? 🙂

        Wirklich interessant!! Ich mag es eh gerne, Second Hand zu kaufen. Diese Klamotten haben irgendwie eine Geschichte. Und ich muss schon zugeben, dass dein Fahrrad ziemlich cool ist ! Da macht das Fahren gleich mehr Spaß.
        Liebe Grüße Jule

        tolle jacke, besonders die Farbe gefällt mir sehr ! :>
        liebe grüße
        josi ;*
        http://www.josiiffashion.blogspot.de

        Die Jacke ist wirklich schön, gut siehst du aus 🙂
        Lieben Gruß

        Ohh die Jacke ist echt wundervoll! 🙂
        Und verdammt das Fahrrad ist der Hammer! Ich bin verliebt!

        Ich wünsche dir einen wundervollen Tag <3
        Liebst, Sarah von Belle Mélange

        Toller Beitrag, einfach so gehaltvoll, danke! 🙂

        Ein tolles Outfit und ich finde die Idee auch cool, dass ihr Blogger euch zusammengetan habt und alle ein Frühlingsoutfit postet. 🙂
        Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende.
        Liebste Grüße
        Marie

        http://www.whatiwearinlondon.com

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