14.04.18

Ich sitze in einem kleinen Zimmer auf dem Sofa. Vor ein paar Minuten bin ich hier voll und ganz darin eingesunken, dankbar über seine Weichheit nach einem langen Tag.
In dem kleinen Zimmer gibt es nicht viel mehr außer diesem kleinen Sofa, einer Lampe und einem Bild an der Wand. Das Bild, man könnte es vielleicht auch ein Gemälde nennen, ist nicht gerade schön, aber ich betrachte es trotzdem schon seit einer Weile.

Vielleicht, weil es in diesem Zimmer nicht viele andere Dinge gibt, vielleicht aber auch weil ich vor ein paar Tagen mein Handy komplett ausgeschaltet habe. Und während ich mir sonst irgendwelche Geschichten von irgendwelchen Menschen auf Instagram angeschaut hätte, weilt jetzt eine unglaubliche Ruhe in mir.
Keine Selbstdarstellung mit der ich mich vergleichen müsste, keine Reizüberflutung die mich überfordert. Nur mein schmerzender Körper, meine knackenden Gelenke, vom wandern, das weiche Sofa und ich.

Ich weiß, dass diese Situation eine Ausnahme sein wird, wenn ich in ein paar Tagen dieses kleine leuchtende Ding wieder einschalte und in Momenten wie diesen fast schon unterbewusst danach greife. Aber gerade fühlt sich alles unglaublich entschleunigt und gut für mich an.
Die Frage ist einfach nur, wie ich weiterhin damit umgehen möchte. Ich meine, wäre es nicht viel sinnvoller einen Umgang mit dem Handy zu haben der mich nicht immer wieder in diesem leeren Zustand zurück lässt? Wäre es nicht sinnvoller statt einer Auszeit eine Lösung zu finden wie es weitergehen soll? Anstatt für 2 Wochen Ruhe zu haben und danach im selben Konsum weiterzumachen?

Fotografien von Annelie Brux, danke dafür!

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Von der Sucht zum Genuss. Und das in volle. Bewusstsein. Nicht gesteuert werden, das Handy zur Hand zu nehmen. Sondern sich bewusst dafür entscheiden. Das könnte eine Lösung sein.