Jun
11
17

Auf Reisen: Warum du nicht immer alles gesehen haben musst.

Ich habe viel gelernt in den letzten Monaten in Neuseeland, vor allem über mich selbst. Eine Lektion davon war meine Art zu reisen und auch, wenn wir versucht haben 9 Monate ohne großen Plan zu überstehen, hätte ich mir vorher schon ein paar mehr Gedanken darüber machen sollen.
Denn wie viele andere Backpacker auch, kam ich mit ein paar Touristenattraktionen im Hinterkopf in Neuseeland an und wollte den Rest lieber spontan auf mich zukommen lassen. Ein Auto sollte gekauft werden, so viel stand fest, aber wohin die Reise damit als erstes geht? Keine Ahnung.

Deshalb kam es, dass wir nach ein paar Wochen Arbeit stolze 3 Monate über die Nordinsel schipperten. Ich wollte in jedem kleinen Ort halten, jede Wanderung mitnehmen, überall eine perfekte Aussicht genossen haben, denn in Neuseeland ist man schließlich auch nicht jedes Jahr. Ich hatte Angst etwas zu verpassen, später im Internet ein schönes Bild zu sehen und mich darüber zu ärgern diesen Ort nicht auch besucht zu haben. An Regentagen wurde also fleißig nichts getan, denn ich wollte noch dies und das sehen, bevor es weitergeht und an sonnigen Tagen spazierten wir immer öfter über Wanderwege die eigentlich gleich aussahen.

Da war immer dieser Druck den ich mir selbst gemacht habe. Erinnert ihr euch an diesen Beitrag vom Milford Sound? Ich rannte wie einer Verrückte über ein Schiff, nur um alles einzufangen und später schöne Bilder zu haben und genauso erging es mir auch in den ersten Monaten. Ich hatte verdammte Angst etwas zu verpassen.
Mittlerweile bereue ich diese Zeit, denn anstatt eine Woche glücklich zu reisen, habe ich mich Monate damit abgequält nichts zu verpassen - und habe dadurch das Wichtigste verpasst.

Also planten wir für die Südinsel nur 4 Wochen ein. Ich habe vorher einen groben Plan in mein Notizbuch gekritzelt, um wenigstens ein paar meiner gewünschten Orte zu besuchen, nahm mir aber vor nicht böse zu sein, falls es doch nicht klappen sollte. Denn anstatt mich darüber zu ärgern, was ich alles nicht gesehen habe, wollte ich die Momente die wir erlebt haben einfach genießen.
Und ich weiß nicht, ob es am Ende daran lag, dass mir die Südinsel einfach besser gefallen hat, oder ob mein Reiseplan diesmal tatsächlich aufging - aber ich war viel glücklicher. Ich hatte meine gesamte Einstellung von der Angst etwas nicht zu erleben geändert und wollte jeden Moment genießen, anstatt darüber nachzudenken was noch alles gesehen werden muss. Es ging mir damit so viel besser.

Ich reiste, lachte, erlebte, genoss und fühlte. Und ich lernte, dass es auf einer Reise nicht immer um das Reisen geht. Man muss nicht alles gesehen haben und man muss keine Angst haben etwas zu verpassen. Alles was man muss ist es zu genießen, lernen und glücklich sein.

Outfitdetails // Hose: Topshop // Schuhe: Birkenstock // T-Shirt: ONIMOS

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5 COMMENTS
Pauline

Sehr schön zu wissen, wie man wirklich reisen sollte! 🙂
Das werde ich auf jeden Fall in meinem Hinterkopf behalten, wenn ich in Australien bin. Trotzdem kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es mir nicht immer gelingt und ich ebenfalls nichts verpassen möchte… aber man kann ja sein bestes geben und sich darin üben den Moment zu genießen und nicht zu viel über alles anderen nach zu denken.
Danke für den Tipp! Hoffentlich schaffe ich es diesen Fehler nicht zu begehen 🙂
Die Bilder sind mal wieder wunderschön! Ich glaube sogar mit die schönsten von dir! Ich liebe die Landschaft und deine Haare sehen total schön aus im Wind 🙂 Außerdem liebe ich das komplett schwarze Outfit mit dem braunen Gürtel 🙂

Liebe Grüße
Pauline <3

http://www.mind-wanderer.com

Marie Förster

Diese liebe fürs Reisen und entdecken ist bewundernswert. Ich lese sehr gern deinem Blog und würde auch gern alles erkunden und die wunderschöne Natur und Landschaft von Neuseeland sehen. Schreib weiter so🤞🏼 LG Marie
#sayhej

Karo

Eine sehr wichtige Erkenntnis, die wir auf viele Teile unseres Lebens übertragen können 🙂 Ich wollte früher z.B. immer ‚auf jeder Hochzeit tanzen‘, aber damit hab ich mir selbst die Chance genommen das Ende offen zu lassen und mich mit den Wellen treiben zu lassen. Auch wenn ich gerne plane und organisiere so lasse ich mir heute immer Luft für das Ende. Ich treffe eine Entscheidung ohne zu bedauern, dass ich dafür etwas absagen muss. Ich übernehme bewusst die Verantwortung und genieße das was da ist. Auf Reisen ist das bei mir auch ähnlich – und am Ende sind es Begegnungen und zufällige Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben und nicht die 10. Sehenswürdigkeit. Danke für die Erinnerung 🙂
#sayhej

Manchmal klappt es eben auch ohne Plan ganz gut, eine Erkenntnis die ich in Neuseeland gelernt habe.
Liebst, Katja
PS: Du bist beim Gewinnspiel dabei.

Mara

Hey, ich folg dir jetzt schon ne Weile auf Instagram und finde es super das du dich so authentisch/echt darstellst. Ich lese sehr gerne deine Blog Einträge und grade dieser hier gefällt mir sehr gut! Ich geh nächstes Jahr selber reisen und hatte auch erst Angst nicht alles sehen zu können. Aber so wie du es hier erzählst, so hab ich noch gar nicht drüber nach gedacht 🙂
Liebe Grüße!!
#sayhej

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