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        Ich war 12 oder 13 Jahre alt, als ich den Kleiderschrank meiner Eltern entdeckte. Hinter den mir sonst verschlossenen Türen warteten coole oversized Hemden, Levisshorts und andere Schätze auf mich. Es war das Paradies. Ich probierte aus, veränderte Dinge und machte es mir zum Vorsatz immer wieder neue Sachen zu entdecken. Die typische „Ich-probier-das-jetzt-aus-Phase“ von Jugendlichen hatte auch vor mir nicht gestoppt. Am liebsten mochte ich es neue Kleidungsstile an mir zu sehen und diese dann zu variieren. Ich ging damit auf die Straße und fühlte mich gut, nicht nur weil die Blicke der vorbeigehenden Passanten an mir hängen blieben, sondern auch weil ich mich hübsch fühlte.

        In der Schule bekam ich anfangs blöde Kommentare über diese Veränderung. So ist das eben. Neu und ungewohnt muss erst einmal begutachtet werden. „Gabs das auch in deiner Größe?“ oder „Welcher Oma hast du denn das geklaut?“ wurden zu meinen alltäglichen Wegbegleitern. Ich nahm das Ernst. Jeder Satz blieb mir im Kopf hängen und ich versuchte mich immer weiter zu verändern. Ich wollte ihnen gefallen.
        In meiner Trainingsgruppe gab es ein Mädchen, welches mir schon immer gefallen hat. Also ihr Kleidungsstil. Sie trug ebenfalls außergewöhnliche Klamotten und diese gefielen mir. Noch dazu, weil das Mädchen sie mit einem Selbstbewusstsein trug und sich von niemandem etwas sagen lies. Blöde Blicke ignorierte sie, man hätte fast schon sagen sie genoss es angeschaut zu werden. Sie wurde mein persönliches Vorbild. Ich begann ebenfalls selbstbewusster zu werden und trug meine Outfitvariationen jetzt mit Stolz. Die Sätze meiner Mitschüler schwirrten mir zwar immer noch im Kopf herum, aber ich habe sie ignoriert, konnte darüber lachen.

        Irgendwann begann das Mädchen aus meiner Trainingsgruppe Second Hand Läden zu besuchen. Sie fand dort unheimlich schöne Schätze und das wollte ich auch. Noch dazu war das Taschengeld knapp und eine billige Alternative zu den Großhändlern war schon längst überfällig. Ich weiß nicht mehr wann, wie, oder wo, aber irgendwann stand ich auch in solch einem Laden.Sie hatte mich inspiriert und ich fand es toll nachhaltige Mode zu billigen Preisen zu kaufen, Kleidung zu finden die nicht Jedermann trug und das Klischee der Omamode aus dem Weg zu räumen. Natürlich trug ich hässliche Klamotten. Aber die Kombination aus scheußlichen Lieblingsstücken und hübschen Schnäppchen waren mein Weg zum Glück.

        Ich wollte mehr. Mein Kleiderschrank war gut gefüllt und platze aus allen Nähten, wobei mir die Kleidung darin anfing langweilig zu erscheinen. Also durchforstete ich das Internet und stieß auf Kleiderkreisel. Eine Plattform auf welcher man Sachen verkaufen, kaufen und tauschen kann. Fast täglich trudelten Pakete bei mir aus ganz Deutschland ein und die Frau auf der Post wurde meine beste Freundin. Monatlich wechselte der Inhalt meines Kleiderschranks Farbe und Form, ich war in meinem Element.

        Ich wollte der ganzen Welt zeigen wie ich mich kleidete und begann Fotos zu machen. Mit meiner Handykamera und später mit der Kamera meiner Eltern. Die Geschichte könnt ihr hier noch einmal nachlesen. Ich meldete mich auf Instagram an und auf Facebook begannen viele Freunde meine Fotos zu beneiden. Das gefiel mir. Mir machte es Spaß neue Orte zum photographieren zu finden und passend dazu etwas Kleidung zu kombinieren. Wie es weiterging wisst ihr auch. Ich begann diese kleine Internetseite mit Inspiration zu füllen. Und irgendwie gefiel es euch etwas anderes zu sehen.
        Langsam hat aber die Phase des Experimentierens geendet und ich würde behaupten ein klein wenig erwachsen geworden zu sein. Heute weiß ich was mir steht, gefällt, schmeichelt oder Blicke einfangen lässt. Ich habe meinen Stil lieben gelernt, kann über Kritik lächeln und fühle mich wohl. Und das ist doch die Hauptsache der Mode. Es gibt viele verschiedene Arten sich zu kleiden, aber wichtig bleibt immer der Wohlfühlfaktor. Fühlt euch wohl, genießt euer Outfit und es wirkt auf das Umfeld auch gleich ganz anders. Keiner möchte ein hübsch angezogenes Mädchen sehen, welches sich ständig die Kleidung richtet, weil sie sich nicht wohlfühlen.

        Was ich auf den Bildern trage ist der Ausdruck meines Wohlfühlfaktors. Wenn ich unterwegs bin und Kleidung kaufe (oder im Internet auf Kleiderkreisel auf der Suche nach Schnäppchen bin), weiß ich genau wohin ich schauen muss. Dunkle (schwarze) Jeans, Dr. Martens, meine absoluten Lieblingsschuhe in sämtlichen Ausführungen, kuschelige Pullover und Erdtöne. Unauffällig und trotzdem irgendwie besonders.


        10 COMMENTS

        Toller Look! Ich liebe deinen Blog und deinen Stil sowieso sehr 🙂
        Grade ist mir aufgefallen, wie sehr du mich an eine liebe Freundin aus dem Studium erinnerst, so vom Stil und auch vom Aussehen.
        Verrückt, ihr wärt bestimmt Freundinnen 😉

        Liebst, Laura // Blonde bunana

        Ich finde das passt einfach super zu dir sehr schönes Outfit 🙂

        Liebe grüße

        Ein wunderwunderschönes Ensemble. Und so viel Vintage <3

        Ein sooo toller look! Passt einfach super zu dir 🙂
        Und ich liiiebe deine Schuhe!
        Und dein Lachen! Du bringst einem sofort gute Laune 🙂

        Ich wünsche dir einen wundervollen Tag <3
        Liebst, Sarah von Belle Mélange

        Danke dir, schön wenn du ein kleines Lächeln auf den Lippen trägst 🙂
        Liebst, Katja

        Das Outfit gefällt mir sehr. Du hast schöne Fotos.

        Du hast wirklich ein super Outfit ausgewählt. Ich mag deine verschiedenen Kombinationen immer super gerne 🙂

        Liebe Grüße
        http://www.measlychocolate.de

        Die Bilder sehen wirklich sehr gut aus. Ich kenne die Phase auch nur zu gut 🙂
        Liebe Grüße, Michelle von beautifulfairy

        Ich mag deinen Stil sehr und kenne diese Phase des Ausprobierens nur zu gut. Als ich noch zur Schule ging habe ich viel Neues ausprobiert und es wollte nie wirklich klappen. Unzählige grässliche Outfits später habe ich dann als Studentin endlich meinen eigenen Stil gefunden und wie ihn lieben gelernt. Sehr schöne Fotos 🙂 ♥

        Liebste Grüße
        Gilda

        Ich freue mich auch schon auf die Zeit als Student 😀

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