Hachja, Paris. Meine Stimme scheint automatisch in ein kleines Seufzen umzuschwenken, wenn ich an die Stadt mit ihren hübschen Häusern denke. Vor 3 Jahren besuchte ich Paris das erste Mal mit einer Freundin (über unsere Heimfahrt sprechen wir später – mehr dazu in der neuen Podcastfolge) und wenn ich mir den Blogeintrag von damals anschaue, huscht ein kleines Lächeln über meine Lippen. Nicht nur die Zeit scheint in einem unfassbaren Tempo voranzuschreiten, auch ich und vor allem meine Fotografiekünste haben sich mit ihr verändert.
Ich kann mit einem viel besseren Blick durch die Straßen laufen, Menschen beobachten und Momente, oder schöne Hauswände einfangen. In nur insgesamt 3 Tagen habe ich meine 128 GB Speicherkarte fast komplett mit Erinnerungen gefüllt und konnte trotzdem den Spagat zwischen einem Touristen mit Linse vor den Augen und mir selbst, wie ich alles genieße, wahren.

Diesmal verbrachte ich die Zeit mit meinem Freund in Paris, weil ich dringend eine Pause und etwas Abstand von zu Hause brauchte. Meine derzeitige Problemlage kennt ihr und auch, wenn ich mittlerweile etwas klarer darüber nachdenken kann, hat die kleine Reise mir dabei geholfen einen kühlen Kopf zu bewahren. Wir schlenderten gemeinsam durch die Stadt, beziehungsweise wurden aus der Schlenderei schnell 25 Kilometer an einem Tag, und saugten die Atmosphäre in uns auf.
Ich bin kein Freund davon Reiseberichte zu schreiben, beziehungsweise hält sich mein Talent dafür eher in Grenzen. Trotzdem getraue ich es mir diesmal, nach dem 2. Besuch in Paris, ein kleines Fazit zu ziehen und möchte euch meine liebsten Orte in ein paar Tipps zusammenfassen.

1. Tag

Wir kamen ziemlich spät am Abend an und gingen sofort nach der Ankunft schlafen, um den nächsten Tag in vollen Zügen genießen zu können. Die Unterkunft hatten wir über Airbnb (bucht ihr über diesen Link bekommt ihr 30€ Reiseguthaben und ich verdiene 15€) gebucht und solltet ihr einen Besuch planen, kann ich euch auch nichts besseres empfehlen. Airbnb ist günstiger als alles Hostels und Hotels die wir gesehen haben und obwohl wir erst 3 Tage vorher gebucht haben, hatten wir eine gute Lage im Viertel Butte aux Cailles, einen sehr guten Preis und einen noch netteren Gastgeber.

Der erste Tag den wir in Paris verbrachten war leider ziemlich verregnet, aber wir beschlossen trotzdem etwas durch die Stadt zu laufen. Das ist in meinen Augen auch das Beste was man in Paris machen kann, denn egal in welchem Viertel man sich befindet, man entdeckt immer wieder kleine süße Cafés und Läden, oder läuft einfach nur staunend durch die Straßen.
Im Endeffekt sind wir von unserer Unterkunft aus zur Kathedrale Notre-Dame gelaufen und dann am Fluss weiter Richtung Louvre. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in alle Museen kostenlos, deshalb war die Schlange ziemlich groß und wir beschlossen weiter zu gehen. Vom Louvre aus gingen wir dann weiter Richtung Arc de Triomphe und landeten schließlich klitschnass in einer kleinen Bäckerei.

Um das Touristenprogramm für den ersten Tag noch zu vollenden liefen wir danach weiter bis zum Eiffelturm, wo wir mit einem kleinen Regenbogen überrascht wurden. Beim Eiffelturm trennen sich die Meinungen etwas, viele behaupten man muss oben gewesen sein, andere finden die Aussicht vom Arc d`Triumphe oder die kostenlose Plattform auf dem Centre Pompidou schöner. Wir hatten leider keine Zeit mehr, um das zu überprüfen, aber ich fand die Aussicht auch beim 2. Mal wunderschön.

ACHTUNG BILDERFLUT / WENN IHR WEITERSCROLLT KOMMT IHR ZU TAG 2-3

Outfitdetails Tag 1:
Schuhe: Dr. Martens
Hose: Topshop über Kleiderkreisel
Mantel: Second Hand
Schal: Second Hand

Tag 2

Auch als EU-Bürger unter 25 Jahren kommt man kostenlos in alle Museen und deshalb standen wir ziemlich früh auf und probierten unser Glück am Louvre noch einmal. Es gibt einen unterirdischen 2. Eingang an dem man nicht allzu lang anstehen muss und im Endeffekt warteten wir vielleicht 20 Minuten auf den Einlass.
Beim Warten stand in der Reihe hinter uns ein Pärchen aus Deutschland, welche mich an dem Tag ziemlich wütend gemacht haben. Die Beiden haben nicht mitbekommen, dass wir auch Deutsche sind (wir versuchen uns immer so unauffällig wie möglich an Touristenorten zu verhalten) und fühlten sich in Sicherheit. Nach einer Weile fingen sie an lautstark über meine Dreads zu sprechen, wie dreckig solche Haare doch sind, dass man sie später abschneiden müsste und nicht waschen könnte. Mehr Vorurteile auf einem Haufen habe ich noch nie gehört und im Nachhinein hätte ich mich gern umgedreht. Ich hätte ihnen gern gesagt wie respektlos ihre Worte sind und das ich sie verstehen kann, aber in dem Moment war ich einfach zu überrumpelt.

Auf irgendeine Weise schaffe ich es aber immer wieder meinen negativen Gefühlen ein positives Ventil zu geben und im Louvre angekommen fotografierte ich eine meiner Lieblingsserien. Da ich die Ausstellung an sich schon gesehen hatte, konzentrierte ich mich auf die BesucherInnen und versuchte sie einzufangen. Daraus wurde eine schöne Kombination aus Menschen mit Handy in der Hand, Menschen die ein paar Selfies machen und Menschen, welche tatsächlich ihre eigenen Augen benutzen, um die Ausstellung zu sehen.
Die Bilder findet ihr noch eine Weile in meinen Instagramstorys als Highlight markiert, öffentlich möchte ich sie hier auf dem Blog nicht teilen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Immerhin erkennt man die Gesichter der Touristen und meine Intention war es nicht mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, sondern einfach nur zu beobachten. Schließlich war ich an diesem Tag ebenfalls nur ein blöder Tourist der alles mit der Kamera einfangen wollte.

Die Ausstellung im Louvre finde ich nicht unbedingt atemberaubend, vor allem da im Gebäude selbst viel zu viel los war. Wer kostenlos reinkommt kann reingehen, 15€ würde ich persönlich nicht dafür bezahlen, vor allem wenn es so viel schönere Ausstellungen in Paris gibt.
Wir haben einen halben Tag im Museum verbracht und sind dann weiter in das Viertel Marais gelaufen, um die kleinen süßen Gässchen zu bewundern. Alle VintageliebhaberInnen kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn neben vielen Second Hand Läden gibt es hier auch einen Kilo Shop, bei dem die Kleidung gewogen wird. Über die Preise lässt sich natürlich für gebrauchte Kleidung streiten, aber immerhin kann man diese Läden mit einem guten Gewissen verlassen.

Outfitdetails Tag 2:
Schuhe: Dr. Martens
Hose: Armedangels
Pullover: Second Hand
Jacke: Second Hand

Tag 3

Unser letzter Tag war noch einmal ziemlich intensiv was das Laufen angeht und ich war zwischenzeitlich wirklich fertig. Gelohnt hat es sich trotzdem auf jeden Fall. Wir liefen erst zur Rue Mouffetard in der es süße kleine Bäckereien, Obstläden, Weinstände und andere Läden gibt. Ich kann euch einen Besuch nur empfehlen, wenn ihr abseits der Touristen richtig gutes Essen kaufen wollt.
Von dort aus wollten wir in das Viertel Montmartre in dem sich auch Sacre Coeur befindet, davon war ich allerdings ein bisschen enttäuscht. Das Viertel an sich war wunderschön, keine Frage, die Sehenswürdigkeit haben wir aber nur aus der Ferne beobachtet. Zu viele Menschen belagerten schon die Stufen vor dem Gebäude, dass wir einfach keine Lust mehr hatten näher heranzugehen.

Wir sind lieber zum Musée d`Orsay gelaufen, was ich so viel schöner als den Louvre fand. Auch hier kommt man unter 25 Jahren kostenlos rein und nicht nur das Gebäude, auch die Ausstellung war richtig gut. Besonders beeindruckt hat mich (auch wenn es wohl die Touristenausstellung im Haus war) der Teil mit den Gemälden von Vincent van Gogh, weil ich kurz davor den Film Loving Vincent geschaut habe. Seine Kunst dann noch einmal an den Wänden hängen zu sehen war für mich sehr beeindruckend.
Auch die Atmosphäre an sich war fast schon magisch, überall saßen Menschen mit Skizzenblöcken herum und zeichneten. Ich liebe nichts mehr, als ihnen heimlich über die Schulter zu schauen, um einen Blick auf ihre Kunst zu erhaschen. Jeder von ihnen hat das Gebäude, oder die Ausstellung darin mit anderen Augen gesehen und genau das ist es auch, was ich an der Kunst und der Fotografie so sehr mag.

Da der Tag sehr sonnig war, sind wir weiter zum Jardin du Luxembourg gelaufen, um die Sonnenstrahlen ein bisschen zu genießen. Der Plan war es eigentlich danach noch einmal entspannt zum Louvre zu laufen, um die Pyramide bei Nacht zu fotografieren (nicht meine Idee übrigens), vor dem Gebäude überraschte uns dann aber die Fashion Week. Die komplette Geschichte erzähle ich im Podcast, dort solltet ihr sowieso einmal reinhören, wenn euch Paris oder Budapest mehr interessiert.
Ein paar Bilder machte mein Freund dann trotzdem noch und dann war unsere Zeit auch schon wieder rum. Wie immer vergeht sie noch schneller, wenn man sich an den schönen Orten befindet, bietet aber auch immer wieder die Chance noch einmal wieder zu kommen.

Solltet ihr euch auf den Weg nach Paris machen, kann ich euch auf jeden Fall empfehlen etwas mehr Zeit als wir einzuplanen und euch auf jede Menge Touristen einzustellen. Im Sommer ist in der Stadt noch mehr los, als im Winter/Frühling.
Ansonsten erwartet euch eine wundervolle Atmosphäre, ich liebe es, wie vor allem die Französinnen es schaffen immer unglaublich edel auszusehen. Manchmal habe ich mich darin verloren einfach die Menschen in Paris zu betrachten und allein deshalb ist die Stadt schon einen Besucht wert.
Ich hoffe mein Versuch einen Beitrag in Richtung Reisetipps zu schreiben hat euch ein bisschen Mehrwert gegeben und ihr lest ihn vielleicht noch einmal, wenn ihr nach Paris reist. Weitere Tipps für die Stadt sind natürlich in den Kommentaren sehr willkommen und solltet ihr Fragen haben, immer her damit!

Outfitdetails Tag 3:
Schuhe: Dr. Martens
Hose: Topshop über Kleiderkreisel
Jacke: Second Hand

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KOMMENTARE

Vielen Dank für die Tips und Anregungen. Wie bist du nach Paris angereist? 🙂

Sehr gern, mit dem Flieger, aber dazu im Podcast mehr 🙂

Ich muss jetzt noch nachträglich kurz was zum Pdcast sagen 🙂
Erstmal fand ich es schön euch auch einfach mal über euren Urlaub reden zu hören. Ohne richtige Message oder viel Content oder Disskussion etc.
Zu dem Smog in Budapest muss man eben auch sagen, dass Ungarn keines der reichen Länder in der EU ist und die Stadt deswegen auch sehr heruntergekommen wirkt und für solche Umweltprobleme sicherlich auch zu wenig Geld vorhanden ist… Und auch für die Bevölkerung ist es eben nicht so einfach möglich sich neuere Autos anzuschaffen usw.
Und zu dem Flug nach Paris wollte ich sagen, dass es eine gute Zugverbindung nach Paris gibt. Die ist sicherlich nicht so lang wie mit dem Bus und auch bequemer 🙂 Vielleicht fürs nächste Mal, oder für jemanden der das hier ließt 😉

Paris ist einfach eine so wunderschöne Stadt, selbst grau und verregnet. Und ich finde, dass du die Atmosphäre dort einfach unheimlich gut in deinen Fotos umgesetzt hast. Schlicht und schön und ohne große Bemühungen schön zu sein – wie die Französinnen selbst, wie du schon sagst 🙂
Ich habe vor 4 Jahren mal eine Woche bei einer französischen Familie gelebt und das war auch eine tolle Erfahrung. Sie bewegen sich, wie viele andere Franzosen auch mit City Rollern fort, weil die Straßen so voll sind und man damit schneller als zu Fuß ist, aber nicht auf der Straße fahren muss, wie mit dem Fahrrad 😀 Fand ich sehr witzig!
Ich würde unheimlich gerne mal für eine längere Zeit in Paris oder Frankreich allgemein wohnen, dort 1-2 Wochen einen Sprachkurs machen und danach die Sprache dort richtig anwenden 🙂 Das wäre so schön!
Jetzt höre ich erstmal noch euren Podcast, da Budapest im letzten Sommer bei unserer Abifahrt zu meiner allerliebsten Stadt geworden ist und ich sehr gespannt bin, was ihr so über die 2 schönen Städte sagt 🙂

Liebe Grüße
Pauline <3

http://www.mind-wanderer.com

Das klingt echt nach einer tollen Erfahrung und ich kann dich voll verstehen, es muss so schön sein in der Stadt zu wohnen!
Ich hoffe die Podcastfolge gefällt dir 🙂