Dez
30
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2018: Eure Lieblingsbeiträge (Teil 1)

Das Jahr neigt sich jetzt langsam aber sicher dem Ende zu und ich müsste eigentlich schon dabei sein einen Jahresrückblick für euch zu tippen. Dafür fehlen mir aber dieses Jahr irgendwie die Worte, vor allem weil es immer noch Wunden in mir aufweist, wenn ich daran denke, dass ich im Januar noch in Neuseeland gesessen habe, weshalb ich mich von Anna inspirieren lassen habe und die Beiträge einfach für sich sprechen lasse. Viel Spaß mit den meistgelesenen Beiträgen aus diesem Jahr, ich hoffe sie laden euch zum stöbern und zurückblicken ein. Ihr kommt über die Links in den Überschriften zu den jeweiligen originalen Beiträgen. 

1. Fotografie: Bildbearbeitung
Ich bin wie immer ein bisschen enttäuscht über den 1. Platz dieser Kategorie, genauso wie ich es letztes Jahr schon mit dem Beitrag über die gekauften Follower war. Manchmal fühlt es sich an, als könnte man noch so viel Arbeit in einen guten Text und aufwendige Bilder stecken, am Ende gewinnen die einfachen Dinge die Aufmerksamkeit der Masse, was in keinem Fall schlecht, sondern einfach nur ernüchternd ist. Aber wie dem auch sei, Platz 1 bleibt Platz 1 und somit steht der Beitrag über meine Bildbearbeitung ganz weit oben.

2. 9 Monate zu Zweit auf Reisen
Ein Beitrag für den ich viel Überwindung gebraucht habe, denn um meine Beziehung geht es hier auf dem Blog ziemlich selten. Es tat mir im Herzen weh diese Worte zu schreiben und trotzdem hat es so unendlich gut getan, unsere gemeinsame Reise rückblickend noch einmal zu betrachten, denn sie hat uns noch mehr zusammengeschweißt.

Ich habe oft über uns nachgedacht – und ganz ehrlich? Ich hasse dich.
Ich hasse dich für deine unendliche Ungeduldigkeit. Dann, wenn du wieder wegen eine Kleinigkeit an die Decke gehst und mich, ohne es zu bemerken, verletzt. Ich hasse es wenn wir uns anbrüllen und am Ende beide betrübt zu Boden sehen. Weil wir uns selbst zerstören in diesen Momenten und trotz unseres Wissens darüber nicht aufhören.
Aber das ist noch nicht alles. Ich weiß, dass es schwerfällt diesen Dingen ernsthaft ins Auge zu blicken. Es schmerzt und es zerreißt mein Herz. Ich hasse dich und das kann ich nicht oft genug sagen.
Ich hasse deinen Egoismus. Ich hasse deine Selbstverliebtheit. Ich hasse es dich zu brauchen, ich hasse es dich zu vermissen wenn du gehst. Ich hasse deine Anwesenheit.

3. Du fehlst mir
Ich wollte nach dem Auslandsjahr nicht wieder ankommen, in der Realität und im Alltag und deswegen machte ich mich innerhalb von Deutschland auf die Reise. Wobei mir genau eine Person fehlte.

Auf meinem Zimmer angekommen mache ich das Fenster und die Vorhänge zu, lege mich auf das Bett und ziehe die Decke weit über meinen Kopf. Dunkelheit legt sich über mich und gibt meinem hämmernden Gedanken ein bisschen Ruhe.
Meine Hand streicht langsam über die Decke, als würde sie jemanden suchen. Aber ich bin allein in diese Stadt gefahren. „Du fehlst mir.“, flüstere ich leise.

Ich hätte diesen Schmerz nicht so hart und schnell erwartet. Ich wusste nicht mehr wie es sich anfühlt. Als wäre ein Teil von mir einfach verschwunden. Als hätte ihn jemand aus meiner Brust gerissen. So leise und unauffällig, dass ich erst einen Tag später verletzt zusammenbreche.

4. Nur wenn ich es will
Dieser Text war eine der ersten Kooperation für die ich wirklich Geld bekam, aber in meinen Augen über ein Thema, welches dringend mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. Ich erzählte euch meine Geschichte über die Pille Danach und wollte damit zeigen, dass jede Frau selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden sollte. Auch wenn ich damals mit 15 noch viel zu jung war, um zu begreifen.

In der linken Ecke stand er, unschuldig und klein. Einer von diesen Stühlen auf denen man nicht sitzen möchte, einer von diesen Stühlen vor denen man Angst hat, einer von diesen Stühlen der mir noch völlig unbekannt war.
Die Stimme der Ärztin riss mich aus meinen Gedanken und ich war wirklich froh ihre beruhigende, weibliche Stimme zu hören. Auch wenn ihr Satz lautete, dass ich mich auf den Stuhl begeben sollte.
Also setzte ich mich und lies eine fremde Frau an eine meiner intimsten Stellen blicken. Immer wieder sagte sie zu mir, dass ich mich entspannen muss damit sie arbeiten kann, aber verdammt ich konnte nicht! Ich weiß nicht mehr welche Gedanken mir damals durch den Kopf gingen, aber ich weiß auf jeden Fall noch wie froh ich war endlich wieder meine Hose anzuziehen.

Nach dem Besuch der Ärztin folgte ein kurzer Besuch in der Apotheke und dann lag sie vor mir auf dem Küchentisch. Die Pille Danach. Meine Mama schenkte mir einen letzten Blick und verließ das Zimmer. Zurück blieben nur ich und dieses runde kleine Ding.
Ich rede nicht gern darüber und nur wenige Menschen aus meinem Leben wissen überhaupt davon. Weil ich mir diese Tatsache, dieses Gefühl versagt zu haben selbst nicht gern eingestehe. Weil ich dieses Erlebnis im hintersten Winkel meines Kopfes verstecke und am liebsten nie wieder anrühren würde. Weggeschoben. Vergessen.

5. Ein Umzug, eine Neue, eine alte Tür und lebensrettende Badewannen.
Ein Beitrag über meine ersten Nächte in der neuen Wohnung, als ich beschloss nach Leipzig zu ziehen.

Wieder in meinem neuen zu Hause (und ich nenne es an dieser Stelle bewusst mein zu Hause), stellte sich dafür schon bei der Ankunft etwas Vertrautheit bei mir ein. Ein netter Zettel meiner Mitbewohnerin begrüßte mich zurück in Leipzig und der Regen vor der Tür bewegte mich dazu eine Tasse heißen Tee zu kochen und warm eingekuschelt tatsächlich etwas Gemütlichkeit in den teilweise immer noch sehr kahlen Wänden aufkommen zu lassen.

Ich wappnete mich an diesem Nachmittag innerlich für alle emotionalen Dinge die in den nächsten Monaten auf mich zukommen: Der Abschied nach dem Einweihungsessen, die halbe Fernbeziehung und sogar die Renovierung meines alten Zimmers. Denn auch, wenn es nie wieder mein zu Hause sein wird und sich alte Zeiten nicht wiederholen lassen, „hast du immer ein Bett frei bei uns.“, um es in den Worten meiner Mama zu schreiben. Und das ist doch das Schönste, zu wissen, dass man nicht allein ist. Auch wenn es sich manchmal vielleicht so anfühlt.

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