18. Da steht sie nun die Zahl. Sie fühlt sich komisch an. Verlangt so viel von mir. Verantwortung übernehmen.
Ich fühle mich nicht anders als gestern. Oder vorgestern. Bin immer noch derselbe Mensch, habe die gleichen Ansichten und wohne immer noch in meinem kleinen Zimmer. Eigentlich hat sich nichts verändert.
Heute Morgen bin ich aufgestanden und habe meine Geschenke ausgepackt, wie jeden Geburtstag. Danach bin ich in die Schule gefahren. Allein. Mit dem Auto. Die Musik laut aufgedreht, die Boxen haben fürchterlich gekrätzt. Aber das war mir egal, der Moment war besonders, einzigartig. 18 Jahre. Freiheit. Von allen Zwängen, die mir auferlegt wurden. Und gleichzeitig so viele Pflichten. Da ist sie wieder, die Verantwortung.
Eigentlich hat sich nichts verändert. Ich wohne immer noch bei meinen Eltern, sie werden mir immer noch vorschreiben, was das Beste für mich ist und von welchen Dingen ich lieber die Finger lassen sollte, trotz Freiheiten. Dafür bin ich dankbar. Sie unterstützen mich. Dennoch hat sich auf meinem Geburtstagstisch etwas verändert.
Früher bekam ich Spielzeug, später Klamotten und dann technische Geräte oder Dinge, die ich gerade brauchte. Heute bekam ich praktische Sachen, welche mir das Leben in Neuseeland erleichtern sollen. Verantwortung, Selbstständigkeit. Meine Reise liegt noch so fern und ist doch so nah. Freude und Ungewissheit. 1 Jahr wegziehen, der Heimat den Rücken kehren, auf der Suche nach mir Selbst.
Immer wieder haben sie mir heute gratuliert, mir ihre Glückwünsche ausgesprochen. „18“, sagten sie, „dass ist was besonderes!“ Ich habe gelächelt und mich gefragt was sie meinen.
Die 18 ändert nichts. Sie klopft bloß vorsichtig an meine Tür und versucht mich auf die Zukunft vorzubereiten. Zeigt mir das Erwachsenwerden, Pflichten und Rechte.
Die 18 lässt mich zurück, sie hat mich im Blick und schaut mir über die Schulter. Neben ihr ein mulmiges Gefühl und jede Menge Kuchen. Obwohl sich doch eigentlich nichts verändert hat.

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6 COMMENTS

Hach 18 Jahre, wie schön. Mein 18. liegt schon ein klein wenig zurück. Ich wurde damals von vielen gefragt, na wie fühlt man sich mit 18. Ich habe mich aber nicht anders gefühlt, als mit 17 Jahren. Klar, man war endlich volljährig. Trotzdem habe ich keine riesige Party gefeiert. Wünsche dir in Neuseeland alles Gute. 🙂
Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

Super schön geschrieben!
Klar, es ändert sich wenig von heute auf morgen, aber die 18 ist meistens eben der große Schritt zum Selbstständigwerden, Verträge abschließen, Beiträge zu bezahlen, Termine vereinbaren.
Genieß deine neu erworbene Freiheit, denn so abschreckend das am Anfang ist, so schön ist es auch auf eigenen Beinen zu stehen! 🙂

Am Anfang sagen Eltern mit 18 bist du volljährig und kannst tun was du willst. Aber im Endeffekt, wenn man daheim wohnt, bleibt alles beim alten. Man fühlt sich nie wirklich anders. Egal, ob man 18 oder 25 wird. Irgendwie bleibt man doch die gleiche Person. Das einzige was sich je ändert sind die Jahre, das Aussehen im Alter und man wird erfahrener. Aber im Geiste bleibt man immer wie man halt war. Dein Beitrag ist wirklich schön geschrieben 🙂

Liebe Grüsse,
Svenja / strasskind.com

Ach wie gut ich mich noch daran erinnere – lange ist es her 😀
Genieß die Zeit: jetzt kommt die beste deines Lebens!

Liebst
Justine

Ganz wunderbar geschrieben! 18 war eine tolle Zeit, erst dachte man alles ist wie immer aber eigentlich geht's dann erst richtig los 🙂 genieß die Zeit die vor dir liegt!
Liebe Grüße, Mona

Ein ganz wundervoller Text und richtig schöne Fotos! Die 18. war für mich schon was ganz besonderes, da ich auch eine richtige Partymaus war und es genossen habe, endlich so lange wegbleiben zu können wie ich will ;D Aber es stimmt, das Alter ändert einen nicht, die Umstände ändern einen. Dich wird Neuseeland verändern – erwachsen werden lassen. Ich wünsch dir eine ganz tolle Zeit! 🙂

Liebe Grüße, Giulie

http://onyvanow.blogspot.de

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